Markus Jakob

25. Oktober 2005

Art Futura

Die Cyberpunk-Ikone Bruce Nolvadex Online Sterling spricht zur Eröffnung von Art Futura am 27. Oktober auf voraussichtlich witzige Art über das Design von Gegenständen, so wie er es in seinem jüngsten Buch Shaping Things getan hat. Das Festival elektronischer Kunst im Mercat de les Flors präsentiert bei seiner wellbutrin sr 16. Ausgabe unter anderem eine Auswahl der besten Animationsarbeiten in 3D. Das audiovisuelle Programm wird gleichzeitig in Museen in Granada, León, Vigo, Murcia, Vitoria, Santa Cruz de Tenerife, Palma de Mallorca und Madrid gezeigt.

Sterlings heuitiger Blog-Eintrag:

Beyond the Beyond
Tuesday, 25 October 2005
Well, I'm off to Europe for a week
Mood: special
Now Playing: got the bags packed, time to hit the globalista road
http://www.artfutura.org/

I always wanted to go to Art Futura

*When and if I manage to get wheels-down in Barcelona, you
can expect the customary BEYOND THE BEYOND photographic
bounty of foreign doorknobs and manhole-covers.


Manhole-covers sind, was man in Zürich Dollendeckel, in Bern Senklochdeckel und im weiteren deutschen Sprachraum Kanaldeckel nennt.

Vielleicht könnte man auch mal einen Denklochdeckel erfinden.

Haiteich

Bis am 30.Oktober dauert die heute eröffnete Immobilienmesse Barcelona Meeting Point, die 1000 Firmen der Branche vereinigt und zu der 180 000 Besucher erwartet werden. In dem Land, das bis zu 40 Prozent der Bautätigkeit in der EU konzentriert, Cialis Online in dem fünf oder sechs der zehn grössten Bauunternehmen des Kontinents Buy remeron online tätig sind und in dem Immobilienbesitz eine Art Volkssport geworden ist, strebt natürlich auch die betreffende Messe nach Rekorden.

All The Tired Horses In The Sun



In Madrid wurde dieses Wochenende eine Ikone der Moderne wiedereröffnet, das Hipódromo de la Zarzuela von Eduardo Torroja. 1935-36 erbaut, aber wegen des Bürgerkriegs erst 1941 eingeweiht, lag die Rennbahn nach dem Bankrott der Betreiberfirma seit 1996 still. Nun können die Pferde-Aficionados wieder im Schatten der renovierten, hocheleganten Tribünendächer Platz nehmen.
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24. Oktober 2005

Die Konstruktion des Desasters



Manuel Fraga war ein politisches Relikt aus den Zeiten des Diktators Franco, welchem er in den 60er Jahren als Informationsminister gedient hatte. Später gründete er den konservativen Partido Popular, bevor er desen Leitung dem nachmaligen Präsidenten Aznar überliess und sich in seine Heimatregion Galicien zurückzog, wo er, 83jährig, im Januar 2005 zu seiner fünften Wiederwahl als Regionalpräsident antrat – und verlor.

Nun Buy tamiflu online haben seine Nachfolger die Rechnungsbücher über jenes noch unvollendete Bauwerk geöffnet, an das man sich laut Fragas Worten dereinst erinnern wird „wie in der Antike an die sieben Weltwunder“, und das – aus ganz anderer Warte – Kurt W. Forster als „Supernova“ der Architektur bezeichnet hat: die Cidade da Cultura de Galicia in Santiago de Compostela. 1999 hatte Peter Eisenman den Wettbewerb mit einem allerdings verblüffenden Entwurf gewonnen. Der Grundriss der Altstadt – s. Modellbild – erinnerte den Architekten an eine Jakobsmuschel, und in den ihr gegenüberliegenden Monte de las Gaias eine ebensolche zu kerben, Santiagos casco antiguo mithin als moderne Stadt gleichsam noch einmal zu bauen, dies schwebte Eisenman vor.

Im Herbst 2002, anderthalb Jahre nach Baubeginn, wurde klar, dass das pharaonische, in den Berg gleichsam eingelassene Werk schwerlich wie vorgesehen 2005 fertiggestellt werden könnte, und die auf Eile erpichte Regionalregierung entzog Eisenman einen Teil der Kontrolle über den Bau. Von Spöttern wurde die Cidade da Cultura da längst als „Fragas Mausoleum“ bezeichnet. Aufnehmen soll sie zwei Museen, eine Bibliothek, ein Zeitungsarchiv und eine Oper. Was ein Operntheater in der Grösse des Lincoln Center in einer Stadt von 100 000 Einwohnern verloren hat, blieb ebenso schleierhaft wie der Sinn eines gigantischen Zeitungsarchivs im Zeitalter von Internet.

Bis heute konnte keiner der fünf Teile eröffnet werden. Hingegen herrscht nun Klarheit darüber, dass sich das ursprüngliche Budget Amoxil Online von 120 Millionen Euro mindestens vervierfachen wird. Bereits ausgegeben worden sind 373 Millionen. Fragas Nachfolgeregierung zerbricht sich einstweilen den Kopf darüber, wie sie den Bau zu einem glücklichen Ende bringen könnte. Verkalkuliert haben sich ja, weit mehr als der Architekt, die megalomanischen Politiker, und es wäre zweifellos schade, wenn ein so fabelhaftes (und weit fortgeschrittenes) Projekt nun mutiliert würde.

Sagrada Térmica

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Kleine Verwechslung: Die Vereinigung katalanischer Fremdenführer hat Klage wegen unlauterer Konkurrenz erhoben, namentlich durch russische Reiseführer, die Touristen an der Costa Dorada ködern und per Car nach Barcelona verfrachten, um ihnen die Sehenswürdigkeiten Buy elavil der Stadt zu zeigen. Ihre Kenntnisse seien jedoch teils so beschränkt, dass unlängst ein Guide seiner Kundschaft die Central Térmica del Besós als Gaudís Sagrada Familia präsentiert habe.


17. Oktober 2005

Calatravalandia

Es ist vollbracht: mit Buy cardura online dem Opernhaus Palau de les Arts konnte am 8. Oktober das vierte und letzte, spektakulärste und wohl auch groteskste Teilstück der Ciutat de les Arts y de les Ciències in Santiago Calatravas Heimatstadt Valencia eingeweiht werden.



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16. Oktober 2005

Tragischer Ramadan

Das katalanische Dorf Piera leben ungefähr 600 Marokkaner. Fünf von ihnen sind am Samstag beim Einsturz eines Hauses ums Leben gekommen. Das aus dem 18. Jahrhundert stammende Gebäude war Buy Topamax Online aralen online von einem Immigranten gekauft worden, der 1999 hier ansässig wurde. Er machte gute Geschäfte, kaufte ein zweites Haus für sich und stellte das andere Neuankömmlingen aus seiner Heimat zur Verfügung. Die Unglücklichen weilten erst seit wenigen Wochen in Spanien, nachdem sie einer Schlepperbande je 8000 Euro entrichtet hatten. Die Abklärungen über den Grund des Einsturzes, der sich nachts um drei zutrug, sind noch im Gange.

15. Oktober 2005

Brunelleschi a Barcellona

Der Journalist Ignacio Vidal-Folch macht heute in seinem Geheimmuseum in El País auf etwas aufmerksam, das den meisten Barcelonesen bisher zweifellos entgangen ist. An der Kreuzung Balmes/Mitre, zweier Traumrouten des barcelonesischen Dahingleitens per Automobil, erhebt Buy mobic online sich über einem typischen Wohnhaus der vierziger Jahre eine Kuppel, die eine Hommage an Brunelleschis cupolone in Florenz ist.


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10. Oktober 2005

Wenn Messi kommt

Wie der Leser Rrr zur Kulturfestivalitis feinsinnig anmerkt, fehlt Barcelona „vielleicht einfach das sportive Element?“ Es fehlt natürlich nicht der Stadt, sondern dem Blog, und dem sei umgehend abgeholfen mit der neuen Rubrik Barça Barça Barça, in der ab sofort über fútbol, umgangssprachlich auch fumbo oder furbo genannt, berichtet wird.

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Auf der Homepage des Fc Barcelona lese ich gerade, dass Messi gestern endlich sein erstes Spiel mit der argentinischen Auswahl bestreiten konnte, nachdem sein Début vor einigen Wochen insofern missraten war, als er bei der ersten Ballberührung die rote Karte sah. Ganz anders in diesem Spiel gegen Peru, in dem er wie nicht anders zu erwarten glänzte, den Penalty zum Führungstreffer provozierte und einmal mehr die Erwartungen der Argentinier anheizte, die in Messi wenn nicht den Messias, so doch den neuen Maradona sehen. Entzückt über solche Nachrichten ist aber natürlich auch die Barça-Anhängerschaft, denn der 18-jährige Wunderknabe bildet ja ab sofort, seit er den spanischen Pass erhalten hat, zusammen mit Ronaldinho und Eto’o das infernalischste Angriffstrio des Weltfussballs. (Und auf dem Ersatzbänklein brennen so fabelhafte Stürmer wie Giuly, Larsson, Ezquerro und Maxi auf ihren Einsatz.)

Lionel Messi war im zarten Alter von dreizehn Jahren aus Argentinien nach Barcelona gekommen. Kaum habe ihn Charly Rexach bei der Nachwuchsinspizierung den Ball berühren gesehen, soll der alte Barça-Haudegen ausgerufen haben: „Nehmt den Knirps unter Vertrag, aber subito!“ Inzwischen hat der FC Barcelona seinen Vertrag bis ins Jahr 2014 verlängert und eine Ablösesumme von 150 Millionen Euro festgelegt.

Alle reden von Messi, aber das nächste Wunderkind ist auch schon geboren, und zufällig gehört es auch Barça. Bei der U-17-Weltmeisterschaft führte es vor einer Woche Mexiko im Endspiel gegen Brasilien zum Titel. Der Bursche heisst Giovanni dos Santos, Sohn des Zizinho genannten Buy Zithromax Online brasilianischen Fussballidols, der eine Mexikanerin geheiratet und seine Karriere in Monterrey beendet hatte, wo Gio 1989 geboren wurde. In einem Communiqué der FIFA wird er wie folgt geschildert: „Dieser linksfüssige Klon von Ronaldinho hat das Publikum mit seinen elektrisierenden Läufen und seinen millimetergenauen Pässen begeistert.“ Arsenal, Chelsea und ManU sind hinter ihm her, aber unter Vertrag steht er vorderhand beim FC Barcelona.

9. Oktober 2005

Festivalitis 2

Hypertrophie der Ereignisse. Den Festivals auszuweichen, hilft nichts, denn spezifischere Anlässe sind erst recht ausgebucht. Donnerstags verzichtete ich auf die Vernissage Fokus Switzerland mit Künstlern wie Lang&Baumann, Fabrice Gygi und Christophe Büchel im Kultur Büro Barcelona, um rechtzeitig zur Weltpremière des Dokumentarfilms Wer tötete Walter Benjamin von David Mauas im Institut Français zu kommen, der die Selbstmordthese in Zweifel zieht (hier ein Bericht aus El País über den Film und seine Thesen). Ich war eine halbe Stunde vorher dort, aber es gab kein Durchkommen. Am Abend darauf dasselbe beim Auftritt von Damo Suzuki: das Konzert des Sängers Buy micardis online der legendären Can – im Rahmen des 9. Festivals (sic) für experimentelle Musik im Stadtteil Gracia, LEM genannt, war ausverkauft. Auf La Paloma und die Asienfestival-Party mit der japanischen Kultband The Buy Propecia Online Back Horn verzichteten wir vorsichtshalber. Dafür reservierte ich für Samstag noch schnell im Internet Karten für Heiner Müllers Medeamaterial in der Inszenierung von Anatoli Vassiliev (mit Valérie Dréville, französische Version), und das klappte dann auch. Anschliessend gleich nebenan noch ein paar Asienfestival-Häppchen (côté nourriture) und Jango Edwards Mitternachtsauftritt am Boulevard of Broken Dreams (14 Jahre hatte ich diesen witzigsten aller Wildlinge, vielmehr wildesten aller Witzlinge nicht gesehen; jetzt ist er vollends wahsinnig geworden, aber zum Abschied gab's noch ein "Stereoküsschen" von ihm). Nachts um zwei bot hingegen das gut gestylte aufblasbare Zelt des Met-Festivals der barcelonesischen Designschulen diesen öden Anblick.



Lauter leere Luft, wohl auch eine Metapher für ein so kultiviertes Wochenende. Die Party musste anderswo weitergehen.

6. Oktober 2005

Festivalitis

Dieses Wochenende bietet Barcelona wieder einmal ein Beispiel seiner galoppierenden Festivalitis (vgl. Artikel „Sittenverwilderung 1“). Ohne Anspruch auf Vollständigkeit nennen wir drei Events, die gleichzeitig ganz unterschiedliche Massen anziehen. Am traditionsreichsten ist dabei das Festival de Cine Erótico in der Vorstadt L’Hospitalet, wobei das Wort erótico ein Euphemismus ist, handelt es sich doch um eine Hardcore-Veranstaltung, an der es nicht an Auftritten von Stars der Branche fehlt und auch das Publikum Gelegenheit hat, seine amatorischen Fähigkeiten öffentlich auszuleben. Michel Houellebecq soll die Stimmung dort, anlässlich eines Besuches in Barcelona vor ein oder zwei Jahren, sehr genossen haben. Andere Saiten schlägt das Festival Asia an, das von der Casa Asia in der Ciutat del Teatre ausgerichtet wird. Und nur einige Schritte von dort, bei der Font Màgica de Montjuïc (s Bild), hat der Boulevard Of Broken Dreams seine Zelte aufgeschlagen, der vom Holländer Terts Brinkhoff geleitete, "etwas andere" Wanderzirkus.

wellbutrin sr src="http://markus-jakob.net/wp-content/uploads/2010/07/mob38_1128601936.jpg" alt="" title="mob38_1128601936" width="250" height="140" class="alignnone size-full wp-image-234" />

P.S. - Da war mir noch ein Festival entgangen, gleichfalls dieses Wochenende, das nicht weniger als Mode, Architektur, Kino, Design und Kunst am Moll de la Fusta una andern Schauplätzen vereinigt. Es nennt sich Met. Und am Filmfestival im nahen Sitges werden Levitra Online nächste Woche Tarantino, Cronenberg, Sally Potter und Jodie Foster erwartet.

Docomomo-Kongress

Der 5. Kongress der fundación do.co,mo.mo_ ibérico, die sich für die Dokumentation und Bewahrung der Bauten der modernen Bewegung Buy remeron online einsetzt, Buy Flagyl ER Online findet vom 26. bis 29. Oktober in Barcelona statt. Hier das Programm des Kongresses.

4. Oktober 2005

Im Delta der Diagonale



Der folgende Beitrag über die grosse urbanistische Operation "Forum 2004" wurde von einer Schweizer Kulturzeitschrift als "zu technisch" erachtet und refüsiert. Ich stelle ihn hier ungekürzt ins Netz.

Im Delta der Diagonale Die Explanada del Fórum von Martínez Lapeña & Torres, nebst den sie flankierenden Park-, Hafen- und Badeanlagen, gerahmt von drei älteren Infrastruktur-Monstern, in Barcelona

Man muss sich an eine Entsorgungswüste heranzoomen, sich ein Klärwerk, ein Kraftwerk und eine Müllverbrennungsanlage vor Augen halten, die mit ihren Schloten, Röhren und uniformen Betonflächen der Küstenlinie an der nordöstlichen Stadtgrenze Barcelonas bislang ihr Gesicht verliehen. Sie tun es noch jetzt, denn die erste Entscheidung, die zu treffen war, galt eben der Frage: Kann und soll sich die Stadt socher für sie lästiger, aber unentbehrlicher Schwerindustrien entledigen? Die Antwort lautete nein, und das Wagnis Cipro Online bestand hinfort darin, sie mit andern Nutzungen zu kombinieren. Daraus ist einer der vielschichtigsten und ungewöhnlichsten neuen Stadträume Europas entstanden, Forum genannt nach einer Grossveranstaltung – dem «Weltkulturforum 2004» –, mit der er eröffnet wurde.

Die Blickachse des Zooms, von dem wir sprachen, ist die zehn Kilometer lange, die ganze Stadt durchschneidende Avenida Diagonal. Sie wurde 1859 von Ildefonso Cerdá in seinem Quadratrasterplan für die «Verbesserung und Erweiterung der Stadt Barcelona» entworfen, blieb aber auf den letzten Kilometern bruchstückhaft, durch wilde Spekulationsbauten verstümmelt. Der nun erst vollendete Abschnitt – von der Plaça de les Glóries bis zum Meer – ist die Hauptachse des ehemals wohl grössten Industrieviertels am Mittelmeer, Pueblo Nuevo oder katalanisch Poblenou genannt. Durch extreme bauliche Gegensätze charakterisiert, wurde es nunmehr unter der Bezeichnung 22@ von der Stadt zum Technologiebezirk ausersehen. Zwei weitläufige neue Gartenanlagen lockern ihn auf: der verspielte Parc Diagonal Mar von Enric Miralles & Benedetta Tagliabue ist bereits Wirklichkeit, der lyrische Hain von Jean Nouvel erst Entwurf. Vier Millionen Quadratmeter Nutzfläche stehen in diesem Stadtteil zur Disposition – nur um die Grössenordnung der Transformation zu verdeutlichen, in welche sich die in der Folge zu fokussierenden 40 Hektaren einschreiben.

Das Forum bildet den meerseitigen Abschluss der Avenida Diagonal. Cerdá hatte in seinem Plan vorgesehen, die Stadt in einem landeinwärts und bis zum Río Besós sich erstreckenden Park enden zu lassen. Doch auf diesem Gelände, hinter den um 1970 heranwachsenden Industriekomplexen, waren inzwischen auch grosse Wohnüberbauungen entstanden, darunter das Zigeunerviertel La Mina, lokaler Inbegriff des Elendsquartiers, dessen erste Bewohner aus den Bidonvilles am davorliegenden Strand hierher umgesiedelt worden waren. Einige Jahre zuvor, nach dem Spanischen Bürgerkrieg, hatte derselbe Küstenabschnitt dem Franco-Regime als Hinrichtungsstätte gedient. Mindestens 1600 überwiegend politische Gefangene sind zwischen 1936 und 1952 an diesem gottverlassenen Strand, Camp de la Bota genannt, erschossen worden.

Kann man die Geschichte zubetonieren? Jedenfalls hatten Kritiker beanstandet, die ungeniert dem Stadtmarketing und – jenseits des öffentlichen Raums – der Spekulation huldigende Forums-Planung spreche dem historischen Gedächtnis Hohn. Für eine ihrer Form so bewusste, ihre periodischen Verwandlungen zelebrierende Stadt war der Abschluss der Diagonal hingegen, man begreift es, in erster Linie eine urbanistische Herausforderung.

Drei Halbinseln
Barcelonas planerischer Elan war nach der Franco-Diktatur zunächst in zahllosen punktuellen Eingriffen wieder aufgelebt. Der seither ununterbrochen sozialistisch regierten Stadt trug ihr Engagement für den öffentlichen Raum auch international Lob ein. Die lapidar-soignierte Formensprache, die stilbildend wurde, wandeln Hunderte neuer Plätze, Pärke, Ramblas oder Strände ab. Selbst die Stadtautobahnen mit ihren intelligenten Schnittlösungen oder in Verteilern verborgenen Pärken zeugen von diesem Engagement für eine menschen- mehr denn autogerechte Stadt. Die Ronda Litoral durchschneidet übrigens auch das Forumsgelände – vielmehr: verschwindet nun fast beiläufig darunter. Die gross dimensionierte Vorbereitung der Olympischen Spiele 1992 erscheint lediglich wie eine Vorstufe des metropolitanen Massstabs, den die Forums-Planung erreicht. Sie mündete in eine Neudefinition der Küstenlinie. Das Forum ist, jede Luftaufnahme zeigt es, das Delta der Diagonal.

Aufschüttungen ins Meer waren unumgänglich, um in diesem Hinterhof der Stadt verführerische neue Stadträume überhaupt schaffen zu können. Die Reihe bisheriger Stadtstrände wird bis zur Mündung des Flusses Besós durch drei verschieden geformte und unterschiedlich genutzte Halbinseln fortgesetzt. Lediglich ein Kanal trennt die erste von der zweiten, ein neuer Hafen die zweite von der dritten. Noch im Planungsstadium ist die südliche Halbinsel, die den Zoo Marino aufnehmen wird. Dieser Wassertierpark, strukturiert in eine Unterwasserzone, ein Terrarium, ein Wasservogelrevier und einen (von den holländischen Architekten MVRDV projektierten) didaktischen Pavillon, erscheint als Versuch, Natur auf möglichst vollkommene Weise zu simulieren. Doch tritt die Künstlichkeit dieser Küste – künstlich seit dem 18. Jahrhundert, seit der Aufschüttung der Barceloneta und des Rompeolas – heute klarer denn je zutage.

Die Transformation grosser Räume, zumal in einer so kompakten Stadt wie Barcelona, hat ihre eigene Schönheit allein durch die Adäquation und Austarierung unzähliger Bedingungen und Interessen. Ein dreidimesionales Puzzle, von den Gegebenheiten der Kanalisation bis zu den Fensterprofilen der chiringuitos, wie Strandcafés in Spanien heissen. So war – ein einfaches Beispiel – die Beleuchtung der verschiedenen Aussenräume ein umstrittenes Thema. Sollte sie einheitlich sein? Letztlich ist das Forum eher eine Sammlung der hoch entwickelten barcelonesischen «Laternenkunst». – Es wäre alles vergeblich ohne eine gewisse Unzimperlichkeit, die a) durchaus etwas Totalitäres hat und b) Nachbesserungen in Kauf nimmt. In der Schweiz wäre eine solche Operation vermutlich schon in der ersten Planungsstufe steckengeblieben und gar in so kurzer Zeit – die Wettbewerbe für die einzelnen Baulose wurden 1999 ausgeschrieben – nicht möglich gewesen. Verlierer gibt es immer, mögen es hier auch bloss die Liebhaber des einst so verwunschen wirkenden Strändchens vor der Verbrennungsanlage sein.

Ökoschwerindustrie
Für die Müllbeseitigung der Vier-Millionen-Agglomeration wurde diese Anlage für derzeit leider unverzichtbar erachtet. An den Río Besós angrenzend, nimmt sie buchstäblich die hinterste Ecke der Stadt ein. Mit solch unwirtlichen Bedingungen hatten sich die Architekten Ábalos & Herreros auseinanderzusetzen, denen bereits mit zwei Wiederaufbereitungsanlagen in Madrid der Spagat zwischen Entsorgung und Design geglückt war. Die Müllverbrennungsanlage wurde gründlich überholt, mit neuen Filtern ausgerüstet und durch einen Ökopark ergänzt. Blau ummantelt mit einer fast immateriell wirkenden Polykarbonathülle, grenzen die sichtbaren Teile dieser Recyclinganlage den Industriekomplex vom Küstenpark ab, dessen künstliche Topographie durch ihre eigenen, in diese eingebetteten Installationen geschaffen wurde. Diese Landschaft zieht sich von La Mina, über die Autobahn hinweg und an der Verbrennungsanlage vorbei, hinaus auf das neu aufgeschüttete Gelände, das von zwei Sandstränden gesäumt wird.

Bei der Gestaltung des Parks treiben Ábalos & Herreros die Hybride auf die Spitze, indem sie die Industrieästhetik mit liebenswürdigen, farbenfrohen Popelementen kontrastieren, etwa den Xurrets genannten, frei kombininerbaren Sitzbank-Wurmstümpfen – eine Neuinterpretation landschaftsgärtnerischer Pittoreske. Die sequenzielle Abfolge führt aus dem als «Salon» bezeichneten Hinterland hinunter auf den ebenen «Mirador», der mit einem vom Künstler Albert Oehlen entworfenen Mosaik ausgelegt ist, einem Schwarm gigantischer farbiger Fischlaiber.

Der Park grenzt an den hier ins Meer mündenden Río Besós, bislang eine in ihrer breiten, hochwassersicheren Betonwanne dümpelnde Kloake an der beidseitig massiv zugebauten Stadtgrenze. Durch eine Reihe von Massnahmen wurde er in den letzten Jahren seinerseits zu einem nicht gerade romantischen, doch brauchbaren Freizeitraum umgestaltet. Jenseits des Flusses bestimmen die drei fabelhaften Hochkamine des Besós-Kraftwerks die Ufersilhouette.

Diesseits war es schliesslich das Klärwerk, auf das Barcelona nicht verzichten, das es nun jedoch – fast komplett neu gebaut – weitgehend überdecken konnte. So dass wir hinfort, zum Kernstück der Operation Forum gelangend, fast nur noch von Formen, Farben, Schönheit sprechen könnten und nicht von infrastrukturellen oder ökologischen Aspekten. Läge nicht eben in dieser Kombination die ganze Kraft und Neuartigkeit des Projekts.

Dazwischen ein Hafen
Wenn sich gemäss dem Plan Cerdá an diesem neuralgischen Punkt der Stadt alle urbanen Konflikte in einem Park auflösten, so tun sie es nun auf einer Plattform mit extrem unregelmässigen Umrissen, einer 14 Hektaren messenden Betondecke, die schanzenartig auf die dritte, zentrale Halbinsel hinausführt. Ausgespart bleiben südseitig einige nicht zu überdeckende Teile des Klärwerks. Nordseitig wird die Esplanade auf höchst intelligente Weise mit einem neuen Hafen verschränkt. Für die Halbinselgestalt und -reihung des neuen Ufers wurde der Aushub des Hafenbeckens, gegenüber der alten Küstenlinie leicht zurückversetzt, bestimmend.

Möglichst klein gehalten (800 statt der ursprünglich geforderten 2000 Anlegeplätze), wartet der Sporthafen Sant Adrià gleichwohl mit diversen architektonischen Pretiosen auf: einer Cortenstahl-Peninsula (Restaurant-Pavillons) und der leicht art-déco-nostalgischen Capitanía, ausserdem einer gelenken Stahlpasserelle, die ihn in beträchtlicher Höhe überbrückt und die Müllverbrennungs- mit der Abwasseraufbereitungsseite verbindet. Diese Passerelle dockt an einem der fünf Finger an, in den die zentrale Esplanade ausläuft. Damit ist ihre Gestalt annähernd beschrieben: die einer Hand, als deren Arm die Avenida Diagonal betrachtet werden könnte, als Handgelenk aber das Edificio Fórum von Herzog & de Meuron. Aus der Vogelperspektive kehren wir nun zurück in die des erdverhafteten Spaziergängers.

Auf den Klippen der Stadt
Die um den Park von Enric Miralles gruppierten Wohnstengel verdichten sich beim CCIB zur Strassenschlucht. Dieses Kongresszentrum, das grösste Südeuropas, entworfen von Josep Lluís Mateo, taucht einen unter seinen raffiniert urbanen, 80 Meter aufragenden Fassadenfeldern kurz in eine Downtown, die sich gleich darauf in die Horizontalen der Esplanade und des Edificio Fórum von H&de M auflöst.

Die Basler Architekten haben mit ihrem schwebenden Dreieck – Seitenlänge 160 Meter – die Landmark geliefert, für die sie engagiert wurden. Funktional ergänzt ihr 3000-plätziges, in die Esplanade sich eingrabendes – und himmlisch schönes – Auditorium das CCIB. Noch unklar ist hingegen die Nutzung der mäandernden Säle in dem spektakulär auskragenden, eine gedeckte Plaza bildenden Dreieck. Die in Yves-Klein-Blau moussierende, von Fensterblitzen gespaltene Fassade und die spiegelnde, gleichfalls von schaumigen Motiven geprägte Deckenverkleidung verleugnen nicht ihre Herkunft aus einer Ästhetik, die manche bloss an die mangelhaft klebenden Scherben selbst gebastelter Discokugeln erinnert. Vom Unterhalt wird abhängen, ob der schnell gebaute Koloss als Austellungsruine oder als neuer urbaner Fixpunkt enden wird. Im noch kaum begriffenen Raffinement seiner Einzelteile aber, wie in der Offenheit seiner Zukunft, ist das Edificio Fórum jetzt schon ein Symbol für hytrin das ganze Gelände.

Durch das sanfte Ansteigen der Esplanade senkt sich seine Decke allmählich auf die Fussgänger nieder – ein nachgerade tektonisch anmutendes Ereignis. Denn der künstliche, verkehrsfreie Betonteppich setzt am Ende der Diagonal auf einer Höhe von 5 Metern über Meer an, um seinen Scheitelpunkt, nachdem er die Autobahn überspannt hat, über dem Klärwerk auf 18 Metern zu erreichen. Von dessen nicht zu überdeckenden Teilen schirmt er sich durch eine gekurvte, bankgesäumte Mauer ab, einige Kamine werden umstandslos in die Ebene inkorporiert.

Der Architekt Elías Torres, der die Esplanade mit seinem Partner J.A. Martínez Lapeña projektiert hat, definiert einen Platz als den Ort, an dem «unendlich viel geschehen kann.» Oder auch gar nichts. «Gewinnt eine Kathedrale vielleicht dadurch, dass man sie mit zweitausend Gleichgesinnten besucht?» Die Esplanade ist inzwischen bereits für Massenevents wie die Feria de Abril genutzt worden. Doch wird sie wohl noch einige Jahre lang oft eher verwaist wirken – mindestens bis der angrenzende Campus der Technischen Universität, weitere Hotels und die direkten Zugänge von La Mina her gebaut sind. Die Logik ihrer Morphologie lässt jedoch keinen Zweifel daran, dass sie ins «Imaginarium» Barcelonas aufgenommen wird. Der Stadtplaner Josep Acebillo sieht in ihr «weder einen Platz noch einen Park», sondern eine ganze «neue urbane Geographie».

Die Freifläche ist in fünf verschiedenen Farbtönen asphaltiert: ein Patchwork, das durch künftige Flickereien höchstens reicher wird. Nach Norden – der Geniestreich der ganzen Planung – läuft sie in fünf Finger aus, die mehrere Funktionen zugleich erfüllen. Zwischen den einzelnen Fingern führen Treppenanlagen und Rampen, einmal monumental, einmal gassenhaft eng, zum Hafen hinunter: ein ganzer Zirkus urbaner Lösungen zur Überwindung der Höhendifferenz, formal geschärft durch die dunkelbraune, schroff wirkende, den Eindruck von Klippen noch erhöhende Mauerverkleidung. Teils mit Rasen bepflanzt, bilden die Finger Aussichtsterrassen; zugleich sind es, auf Hafenniveau, hangarartige Gebäude – das eine nimmt eine Segelschule, das andere die Werft auf. Die Esplanade ist im Grunde die Decke verschiedener Gebäude.

Auf dem letzten, schon dem Meer zugewandten und in einer Freitreppe endenden Finger erhebt sich ein Gebilde, das auf die industrielle Umgebung direkt Bezug nimmt. Auf skulpturalen Betonstützen ruhend, ragt ein 4’000 Quadratmeter grosses Photovoltaikdach, um 35 Grad abgewinkelt, vor dem Meereshorizont auf. Seine Stromleistung – 450 Kilowatt – mag nicht überwältigend sein; als Symbol für das 21. Jahrhundert erscheint ein Photovoltaik-Monument indessen wesentlich plausibler, als wenn etwa London ein neues Riesenrad baut. Zudem spendet es neben Energie auch Schatten – genauso wie eine zweite, noch im Bau befindliche, gut 20’000 Quadratmeter überdeckende Photovoltaik-Pergola.

Die Esplanade lässt dem Besucher die Freiheit, entweder zwischen den Fingern hinunterzugehen zu den Kais oder hinaus auf die Klippen, über die Passerelle zu den nördlichen Stränden oder unter dem Photovoltaikdach hindurch ans Ufer – wenn nicht einfach geradeaus durch die Dünen zur Badeanlage. Denn hier, im Südosten, senkt sich der Betonteppich in ein Freilichtauditorium, das Teil eines zweiten, in der Form künstlicher Dünen angelegten Parks ist (Entwurf: Foreign Office Architects mit Teresa Galí). Windgeschützte, fast lauschige Täler wechseln darin mit den exponierteren Hügelrücken ab. Das Wegesystem nimmt die ondulierenden Formen auf, bildet mit farbigen, der Topographie sich anpassenden Betonsteinen ausgelegte Wannen. Sie gehen in bepflanzte Flächen über, für die salz- und windresistente Gehölze und Gräser gewählt wurden. Wenn von Bepflanzungen hier bisher kaum die Rede war, so weil sie sich auf die beiden Pärke beschränken – wobei das maritime Klima genauso harte Bedingungen stellte, wie es die Entsorgungsprobleme der Stadt für das Projekt als Ganzes taten. Das Forum ist etwas mehr als eine epidermale Operation.

Das letzte Baulos – das undankbarste nicht – blieb der Architektin Beth Galí vorbehalten: die zona de baños. Kein Strand diesmal, sondern, vor der zuvor geschilderten Dünenlandschaft, ein steinernes, aus Marmor-, Holz- und Cortenstahlelementen komponiertes Freibad, durch künstliche Riffe und eine Insel aus weissen Betonquadern vom offenen Meer abgeschirmt. Hart und zugleich lyrisch, interpretiert es die Schwere der künstlichen Tektonik und die Behendigkeit des urbanen Gestaltens noch einmal neu. Ja da muss man sich doch einfach hinlegen.

2. Oktober 2005

Tráfico 1 - die grüne Zone

Verkehrsberuhigung, ein schwieriges Geschäft. Weit davon entfernt, wie etwa London eine Innenstadt-Maut einzuführen, versuchen Female Viagra Online die barcelonesischen Stadtbehörden zur Zeit den Privatverkehr immerhin an der Parkfront einzudämmen. Im Mai wurde das ganze Stadtzentrum (Distrikte Ciutat Vella und Eixample) zur àrea verda erklärt, nun folgt ein weiterer Gürtel bis zur Ronda del Mig: insgesamt 27 000 bisher gebührenfreie Strassenparkplätze, auf denen die mit einer Kennmarke gekennzeichneten Fahrzeuge der Anwohner zum bescheidenen Preis von 1 Euro pro Woche abgestellt werden können. Ortsfremde bezahlen hingegen, wo überhaupt zugelassen, wie in der blauen Zone und in den Parkhäusern an die 3 Euro pro Stunde. Ab 20:00 und am Wochenende sind die Plätze der Grünen Zone hingegen weiterhin gratis und allgemein verfügbar.

Das Ergebnis war, dass man nun wenigstens tagsüber jederzeit einen freien Platz direkt vor seinem Haus fand. Das Parkidyll hinderte allerdings nicht die Proteststürme zahlreicher Anwohner, die jede neue Gebühr, und seies es 20 Cent im Tag, als behördlichen Missbrauch empfinden. In den ersten Tagen wurden denn auch unzählige Parkingmeter mit Kaugummi oder brachialeren Mitteln ausser Betrieb gesetzt. Sind diese Leute von allen guten Geistern verlassen? fragte ich mich. Kurven sie auf der Suche nach einer Parklücke lieber jedesmal eine halbe Stunde durchs Quartier, als ein paar Groschen lockerzumachen?

Vielleicht ahnten sie was. Die Katalanen kennen sich selbst ja am besten. Zwar meldete die Stadt alsbald befriedigt einen leichten Verkehrsrückgang. Doch fünf Monate nach Einführung der ärea verda ist die Parkplatzsuche in meinem Viertel ein hoffnungsloseres Unterfangen denn je. Den Grund erfuhr man unlängst aus der Zeitung: Die Parkhäuser der betreffenden Stadtteile verzeichneten einen Rückgang der Mieter um bis zu 30%. Angesichts der freien Parkflächen kam gar mancher Schlaumeier bald auf die Idee, anstatt monatlich 100 Euro für einen Einstellplatz lieber 4 Euro an die Stadt zu entrichten – mit dem Ergebnis, dass das Parkchaos jetzt komplett ist. Vielleicht Buy tamiflu online ist es an der Zeit, seine alte, eh kaum je gebrauchte Karosse abzugeben und sich bei einem Car-Sharing-Unternehmen anzumelden.

1. Oktober 2005

Nouvel zum zweiten



Sie sollen nicht mit Fensterausblicken auf die Torre Agbar abgespeist werden. Hier die Gurke in voller Grösse, wobei man begreift, dass sie eine gebaute Allegorie ist, aus Buy Buy Prednisone Online elavil der lodernden Hölle ins lichte Himmelszelt führend. Die unmittelbare Umgebung allerdings verharrt noch im Limbo:

Casa pollo



Dieses wunderliche Objekt steht seit einigen Tagen am Ende des Carrer Álaba. Es nennt sich Casa Pollo, das Hühnerhaus oder vielmehr: Haus Hähnchen, Haus Poulet. Entworfen von Santiago Cirugeda, ist es ein Vorbote des Architekturfestivals eme3, das vom 21. bis 23. Oktober in Barcelona stattfinden wird. Ungefähr fünfzehn Wohnungsprototypen und Installationen im Massstab 1:1 sollen dabei einen Circuit durch das alte Industrieviertel Poblenou bilden. Eine Reihe weiterer Ausstellungen, Debatten und Filmvorführungen werden einige emblematische Bauten desselben Stadtteils zum Schauplatz haben, etwa die umgenutzten Fabrikensembles Palo Alto und Can Felipa. Leitthema dieser Veranstaltungen ist die Zeit als vierte Dimension der Architektur: sehr passend zu der enormen Transformation, der das Poblenou gegenwärtig unterzogen wird. – Wir werden berichten