Markus Jakob
19. Januar 2006
Aufstrich
Hätte man Zeit, so könnte man sie an der gleichzeitig Buy Prednisone Online mit der Buy elavil Barcelona Fashion Week stattfindenden Modemesse Bread & Butter verplempern. Aber angeschmiert wäre vielleicht nur, wer sich da wirkklich hin begäbe.
17. Januar 2006
Gebäudeprüfer
Dieser Herr, heute morgen im Quartier erblickt, widmet sich laut der Aufschrift auf seinem Overall der GEBÄUDEPRÜFUNG. Bald ist es ein Jahr her, seit im Stadtteil Carmel beim Bau der Metrolinie 9 ein Tunneleinsturz die Evakuierung von über tausend Anwohnern nötig machte. Einige von ihnen konnten bis heute nicht in ihre Behausungen zurückkehren, 34 Wohnungen mussten abgerissen werden. Es war leider bei weitem nicht der einzige Einsturz des Jahres in Katalonien. Die Zeitung El País listete ihrer neulich nicht weniger als einundzwanzig auf - 21 Häuser allein im Jahr 2005 in einem Land von der Grösse der Schweiz! -, einige durch Gasexplosionen verursacht (die jüngste vor einigen Tagen forderte drei Todesopfer), öfter aber sind alte Bauten von selbst oder aufgrund von Bauarbeiten schlicht zusammengekracht. Willkommen Viagra Super Active+ Online seien daher solche Verfizierer im Barrio!
15. Januar 2006
Turbofussball
17 Siege in ununterbrochener Folge - der bisherige spanische Rekord von Real Madrid aus dem Jahr 1960 lag bei 15 Siegen. Er wurde beim 6:0 im Cupsiel gegen Zamora gebrochen, bei dem sich für einmal etliche Reservespieler des FC Barcelona in Szene setzen konnten. Das eben erzielte Buy Cialis Online 2:1 gegen Athletic Bilbao ist das knappste Ergebnis in dieser ganzen grandiosen Serie. Buy aralen online
Sittenverwilderung II
Die Strassenmädchen halten die neue Verordnung schlicht für verfassungswidrig. Den Anthropologen Manuel Delgado erinnert sie an das einstige «Gesetz gegen Herumtreiber und anderes Gesindel» (ley de vagos y maleantes). Die Stadtregierung habe, so führt er aus, die «goldene Regel begriffen, nach der sich ihre Politik zu richten hat: bedingungslose Unterwerfung unter die Mächtigen – Promoter und Multis –, äusserste Strenge hingegen gegenüber den verletzlichsten und unangepasstesten Sektoren der Gesellschaft». Auch der Politikwissenschaftler Joan Subirats hält es für bedenklich, das städtische Zusammenleben mit Vorschriften regeln zu wollen; erst recht mit solchen, die ausschliesslich Buy mobic online den nicht konventionellen Gebrauch des öffentlichen Raums einschränken bzw. unter Strafe stellen, «mit keinem Wort aber Missbräuche wie das Immobilienmobbing oder die Usurpierung des öffentlichen Raums durch den Privatverkehr erwähnen».
Was ist geschehen? Der Zwist um die barcelonesische Sittenverwilderung (s. Posting «Sittenverwilderung I» vom 20.9.2005) ist in eine neue Phase getreten. Erst wurden die bereits bestehenden, bisher sehr lasch gehandhabten gesetzlichen Bestimmungen strikter angewandt. Resultat: 22 000 Strafzettel in den letzten drei Monaten, fast die Hälfte davon wegen ambulanten Handels, aber auch 3700 wegen Alkoholkonsums auf der Strasse, 1454 wegen Urinierens daselbst, 80 wegen Musikgedröhns aus offenen Autofenstern. Diese Bussen werden freilich mehrheitlich unbezahlt bleiben. Das ändert – dank neuer behörlicher Befugnisse – die Ende Dezember vom Stadtparlament gutgeheissene Verordnung (ordenanza contra el incivismo). Ihre Durchsetzung könnte Barcelona in eine Stadt verwandeln, neben der die Strassen Oslos als die reine Anarchie erschienen. Allenfalls Singapur gibt sich noch rigoroser. Bürgermeister Clos und seine Regierung waren, als sie den hochwallenden Unmut ihrer Bürgerschaft über einige Auswüchse bei der Benützung des öffentlichen Raums gewahrten, umgehend auf den Empörungszug aufgesprungen. Das Ergebnis – in Form der bewussten ordenanza – spottet dem freiheitlichen Geist, der hier bisher wehte. Selbst auf den Boden zu spucken soll nun strafbar sein.
Angeblich sagt die neue Verordnung all jenen Verhaltensweisen den Kampf an, die das Zusammenleben stören: Zuwiderhandlungen gegen das, was als gute Sitte gilt. In Wirklichkeit nimmt sie explizit die Existenzweise ohnehin unterpreviligierter Gruppen aufs Korn. Das Wort incivismo lässt sich auf deutsch mit «Sittenlosigkeit», aber auch mit «mangelnder Bürgersinn» wiedergeben. Doch ist es wirklich nur la lumpen (wie das Lumpenproletariat in klassischem Spanisch heisst), dem es daran gebricht?
Theoretisch hätte schon bisher jeder Fussgänger, der nicht auf das Grünlicht wartet, sondern die Strasse nach eigenem Gutdünken überquert, dafür geahndet werden können. Das wären jeden Tag mehrere Millionen Strafzettel, von denen bisher meines Wissens noch keiner ausgestellt wurde. Die neue ordenanza macht indessen Ernst damit, jene dauernd wechselnden Überlebensmethoden auszurotten, mit denen die Mittellosen – Immigranten mehrheitlich – zugleich das städtische Leben bereichern. Da gibt es die Pakistani, die allnächtlich Dosenbier auf jeder einigermassen belebten Strasse feilhalten. Tiefer verwurzelt – sosehr, dass dafür der schöne Ausdruck top manta erfunden wurde – ist der ambulante Handel mit Sonnenbrillen, Raubkopien von CDs und Filmen usw., die eben auf eine manta, eine schnell zusammenzuraffende Decke ausgebreitet, seit Jahren zum Strassenbild spanischer Grossstädte gehören. Das top manta hat mitunter entnervende Ausmasse angenommen. Im vorletzten Sommer verwandelten sich die Ramblas jede Nacht in einen Bazar, der indessen auch ohne ordenanza wieder verschwunden ist.
Nie mehr gesichtet wurde auch jene (aus Bosnien oder wo immer herstammende) Bettlerin, die den Ramblas vorübergehend einen mittelalterlichen Touch verliehen hatte. Schwarz verhüllt, barfuss, karikaturesk gebückt (buchstäblich geknickt, fast mit dem Gesicht den Asphalt Buy Cialis Professional Online streifend), rückte diese zittrige Alte unendlich langsam, Schrittchen für Schrittchen zwischen den Passanten vor. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass es eine Performance war. Eines Abends jedoch, ich hatte sie eben überholt, begegnete mir kurz danach eine identische, in Gegenrichtung sich schleppende Gestalt. Früher oder später mussten sie sich kreuzen! Das war denn doch zuviel des Pestzeitalters. Ich blieb stehen und beobachtete die gichtige Greisin genauer. Alles schien echt an ihr, nur die nackten Füsse waren unzweifelhaft die einer jungen Frau. Welch eine schauspielerische Leistung und mehr noch, welche Strapaze – und dennoch nun von den Stadtbehörden unter dem Namen «organisierte Bettelei» auf die schwarze Liste gesetzt. Man könnte es natürlich auch als Kunstform – à la Marina Abramovich – ansehen.
Ihren ganz andersartigen Auftritt haben auch die Mädchen, die den Strich machen. Doch auch ihre Arbeit ist durch die neue Verordnung bedroht. Mit Geldstrafen rechnen müssen sowohl Prostituierte als auch Freier, die miteinander im öffentlichen Raum ins Geschäft kommen. Das dürfte vor allem den Strassenstrich an der zentralen Ronda San Antonio betreffen – schwerlich vorstellbar indessen, dass die Behörden so traditionelle Huren- und Transvestitenstandplätze wie das Barrio Chino oder die Umgebung des Camp Nou zu säubern gedenken.
Ihre Bewährungsprobe wird die Verordnung ohnehin erst im Sommer erleben, wenn die Horden vergnügungssüchtiger Touristen aus dem Norden einfallen. Es entbehrt nicht der Ironie, dass gerade eine linke Regierung nun Massnahmen gegen sie ergreift: Ist es denn nicht ganz in ihrem Sinn, dass sich heute der hinterste und letzte Prolet aus Blackpool einen Ausflug nach Barcelona leisten kann, und nicht nur die Mittel- und Oberschicht?
Und noch eine Ironie, die sich um die ordenanza rankt. Zufällig ereignete sich wenige Tage, bevor diese vom Stadtparlament fast einmütig gutgeheissen wurde (dagegen stimmte nur ICV, die Allianz von Postkommunisten und Grünen), das Verbrechen des Jahres in der Stadt. Es mit dem Verwahrlosungsproblem in Zusammenhang zu bringen, scheint nicht weit hergeholt. Die drei Täter aber waren wohlsituierte Jugendliche aus dem höchst bürgerlichen Stadtteil Sant Gervasi, wo sich der Mord auch abspielte. Das Opfer, eine 50jährige obdachlose Frau, hatte sich im Vorraum einer Bankfiliale zum Schlafen gelegt. In diesen rund um die Uhr zugänglichen Räumen mit ihren Geldautomaten suchen viele Stadtstreicher im Winter Zuflucht. Zwei der Buben – beide 18 Jahre alt – hatten die Frau schon am frühen Abend erst beschimpft, dann mit diversen Gegenständen beworfen und verdroschen. Als sie sich verzogen, verriegelte sie von innen die Tür, wurde aber nach Mitternacht von einem andern, 16jährigen Jungen geweckt. Sie konnte nicht ahnen, dass er mit den beiden andern unter einer Decke steckte, und entriegelte arglos die Tür. Die Überwachungskameras haben die Vorgänge minutiös festgehalten, und die freudig erregten Mienen der prügelnden Bürgersöhne haben, als TV3 Teile des Videos ausstrahlte, die katalanische Gesellschaft geschockt. Zu sehen ist, wie einer der drei einen auf einer nahen Baustelle gestohlenen, mit einem Brennstoff gefüllten Bidon herbeiträgt – kurz danach die Explosion. Die mit der Flüssigkeit übergossene Frau ist jämmerlich verbrannt.
Gegen einen solchen Grad an Verrohung helfen keine Vorschriften. Aber wahrscheinlich helfen sie ohnehin gegen gar nichts, wie etwa das Beispiel Grossbritannien zeigt, dessen Ordnungs- und Überwachungswahn bislang keine Verfeinerung der Sitten gezeitigt hat. Nach einem Besuch in London kann man nur hoffen, Barcelona werde sich nicht im gleichen Ausmass mit Kameras und den entsprechenden Schildern (CCTV in operation) sowie mit Plakaten füllen, auf denen die Obrigkeit jedem Schwarzfahrer und jedem Gebührenpreller androht: Wir werden dich erwischen.
Was ist geschehen? Der Zwist um die barcelonesische Sittenverwilderung (s. Posting «Sittenverwilderung I» vom 20.9.2005) ist in eine neue Phase getreten. Erst wurden die bereits bestehenden, bisher sehr lasch gehandhabten gesetzlichen Bestimmungen strikter angewandt. Resultat: 22 000 Strafzettel in den letzten drei Monaten, fast die Hälfte davon wegen ambulanten Handels, aber auch 3700 wegen Alkoholkonsums auf der Strasse, 1454 wegen Urinierens daselbst, 80 wegen Musikgedröhns aus offenen Autofenstern. Diese Bussen werden freilich mehrheitlich unbezahlt bleiben. Das ändert – dank neuer behörlicher Befugnisse – die Ende Dezember vom Stadtparlament gutgeheissene Verordnung (ordenanza contra el incivismo). Ihre Durchsetzung könnte Barcelona in eine Stadt verwandeln, neben der die Strassen Oslos als die reine Anarchie erschienen. Allenfalls Singapur gibt sich noch rigoroser. Bürgermeister Clos und seine Regierung waren, als sie den hochwallenden Unmut ihrer Bürgerschaft über einige Auswüchse bei der Benützung des öffentlichen Raums gewahrten, umgehend auf den Empörungszug aufgesprungen. Das Ergebnis – in Form der bewussten ordenanza – spottet dem freiheitlichen Geist, der hier bisher wehte. Selbst auf den Boden zu spucken soll nun strafbar sein.
Angeblich sagt die neue Verordnung all jenen Verhaltensweisen den Kampf an, die das Zusammenleben stören: Zuwiderhandlungen gegen das, was als gute Sitte gilt. In Wirklichkeit nimmt sie explizit die Existenzweise ohnehin unterpreviligierter Gruppen aufs Korn. Das Wort incivismo lässt sich auf deutsch mit «Sittenlosigkeit», aber auch mit «mangelnder Bürgersinn» wiedergeben. Doch ist es wirklich nur la lumpen (wie das Lumpenproletariat in klassischem Spanisch heisst), dem es daran gebricht?
Theoretisch hätte schon bisher jeder Fussgänger, der nicht auf das Grünlicht wartet, sondern die Strasse nach eigenem Gutdünken überquert, dafür geahndet werden können. Das wären jeden Tag mehrere Millionen Strafzettel, von denen bisher meines Wissens noch keiner ausgestellt wurde. Die neue ordenanza macht indessen Ernst damit, jene dauernd wechselnden Überlebensmethoden auszurotten, mit denen die Mittellosen – Immigranten mehrheitlich – zugleich das städtische Leben bereichern. Da gibt es die Pakistani, die allnächtlich Dosenbier auf jeder einigermassen belebten Strasse feilhalten. Tiefer verwurzelt – sosehr, dass dafür der schöne Ausdruck top manta erfunden wurde – ist der ambulante Handel mit Sonnenbrillen, Raubkopien von CDs und Filmen usw., die eben auf eine manta, eine schnell zusammenzuraffende Decke ausgebreitet, seit Jahren zum Strassenbild spanischer Grossstädte gehören. Das top manta hat mitunter entnervende Ausmasse angenommen. Im vorletzten Sommer verwandelten sich die Ramblas jede Nacht in einen Bazar, der indessen auch ohne ordenanza wieder verschwunden ist.
Nie mehr gesichtet wurde auch jene (aus Bosnien oder wo immer herstammende) Bettlerin, die den Ramblas vorübergehend einen mittelalterlichen Touch verliehen hatte. Schwarz verhüllt, barfuss, karikaturesk gebückt (buchstäblich geknickt, fast mit dem Gesicht den Asphalt Buy Cialis Professional Online streifend), rückte diese zittrige Alte unendlich langsam, Schrittchen für Schrittchen zwischen den Passanten vor. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass es eine Performance war. Eines Abends jedoch, ich hatte sie eben überholt, begegnete mir kurz danach eine identische, in Gegenrichtung sich schleppende Gestalt. Früher oder später mussten sie sich kreuzen! Das war denn doch zuviel des Pestzeitalters. Ich blieb stehen und beobachtete die gichtige Greisin genauer. Alles schien echt an ihr, nur die nackten Füsse waren unzweifelhaft die einer jungen Frau. Welch eine schauspielerische Leistung und mehr noch, welche Strapaze – und dennoch nun von den Stadtbehörden unter dem Namen «organisierte Bettelei» auf die schwarze Liste gesetzt. Man könnte es natürlich auch als Kunstform – à la Marina Abramovich – ansehen.
Ihren ganz andersartigen Auftritt haben auch die Mädchen, die den Strich machen. Doch auch ihre Arbeit ist durch die neue Verordnung bedroht. Mit Geldstrafen rechnen müssen sowohl Prostituierte als auch Freier, die miteinander im öffentlichen Raum ins Geschäft kommen. Das dürfte vor allem den Strassenstrich an der zentralen Ronda San Antonio betreffen – schwerlich vorstellbar indessen, dass die Behörden so traditionelle Huren- und Transvestitenstandplätze wie das Barrio Chino oder die Umgebung des Camp Nou zu säubern gedenken.
Ihre Bewährungsprobe wird die Verordnung ohnehin erst im Sommer erleben, wenn die Horden vergnügungssüchtiger Touristen aus dem Norden einfallen. Es entbehrt nicht der Ironie, dass gerade eine linke Regierung nun Massnahmen gegen sie ergreift: Ist es denn nicht ganz in ihrem Sinn, dass sich heute der hinterste und letzte Prolet aus Blackpool einen Ausflug nach Barcelona leisten kann, und nicht nur die Mittel- und Oberschicht?
Und noch eine Ironie, die sich um die ordenanza rankt. Zufällig ereignete sich wenige Tage, bevor diese vom Stadtparlament fast einmütig gutgeheissen wurde (dagegen stimmte nur ICV, die Allianz von Postkommunisten und Grünen), das Verbrechen des Jahres in der Stadt. Es mit dem Verwahrlosungsproblem in Zusammenhang zu bringen, scheint nicht weit hergeholt. Die drei Täter aber waren wohlsituierte Jugendliche aus dem höchst bürgerlichen Stadtteil Sant Gervasi, wo sich der Mord auch abspielte. Das Opfer, eine 50jährige obdachlose Frau, hatte sich im Vorraum einer Bankfiliale zum Schlafen gelegt. In diesen rund um die Uhr zugänglichen Räumen mit ihren Geldautomaten suchen viele Stadtstreicher im Winter Zuflucht. Zwei der Buben – beide 18 Jahre alt – hatten die Frau schon am frühen Abend erst beschimpft, dann mit diversen Gegenständen beworfen und verdroschen. Als sie sich verzogen, verriegelte sie von innen die Tür, wurde aber nach Mitternacht von einem andern, 16jährigen Jungen geweckt. Sie konnte nicht ahnen, dass er mit den beiden andern unter einer Decke steckte, und entriegelte arglos die Tür. Die Überwachungskameras haben die Vorgänge minutiös festgehalten, und die freudig erregten Mienen der prügelnden Bürgersöhne haben, als TV3 Teile des Videos ausstrahlte, die katalanische Gesellschaft geschockt. Zu sehen ist, wie einer der drei einen auf einer nahen Baustelle gestohlenen, mit einem Brennstoff gefüllten Bidon herbeiträgt – kurz danach die Explosion. Die mit der Flüssigkeit übergossene Frau ist jämmerlich verbrannt.
Gegen einen solchen Grad an Verrohung helfen keine Vorschriften. Aber wahrscheinlich helfen sie ohnehin gegen gar nichts, wie etwa das Beispiel Grossbritannien zeigt, dessen Ordnungs- und Überwachungswahn bislang keine Verfeinerung der Sitten gezeitigt hat. Nach einem Besuch in London kann man nur hoffen, Barcelona werde sich nicht im gleichen Ausmass mit Kameras und den entsprechenden Schildern (CCTV in operation) sowie mit Plakaten füllen, auf denen die Obrigkeit jedem Schwarzfahrer und jedem Gebührenpreller androht: Wir werden dich erwischen.
14. Januar 2006
Stadtwanderers Timing
Noch ein smartes Detail, das ich gerade Buy Diflucan Online auf der Webseite der Stadt entdecke: die Berechnung des Zeitaufwands, Buy rulide wenn man seine Wege in Barcelona zu Fuss zu unternehmen gedenkt.
13. Januar 2006
Home Is Where The Car Is
Barcelona verfügt nach jüngsten Statistiken über 515 555 gedeckte Parkplätze. Nicht herauszufinden vermochte ich, auf wieviele Parkhäuser sie sich verteilen, aber es müssen Tausende sein, Hunderte davon öffentlich und fast durchweg 24 Stunden geöffnet (siehe die Website bcn.es). Billig ist Parken nicht: zwischen 2 und 3 Euro pro Stunde, monatlich kostet ein Einstellplatz je nach Stadtteil zwischen 80 und 200 Euro, im Eigentum sind Preise bis zu 30 000 Euro keine Seltenheit. Ob es da ein Trost ist, dass manche dieser Parkhäuser ihre eigene Schönheit haben? Den Plan, ein ganzes Buch darüber zu machen, habe ich aufgegeben. Einige der notizenartig aufgenommenen Bilder möchte ich gleichwohl hier zeigen.



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Cornellà!
Dieser Tage wird der jüngste Bau von Alvaro Siza eröffnet, ein Sportkomplex in Barcelonas Vorstadt Cornellà. (Näheres dazu nach einer Besichtigung). Cornellà gehört zum unmittelbar an Barcelona anschliessenden roten Gürtel, den seit den 1950er Jahren rasch gewachsenen Industriestädten, die mehrheitlich aus Südspanien stamnmende Einwanderer aufnahmen. Die heute etwa Nolvadex Online 90 000 Einwohner zählende Gemeinde war in den letzten Lebensjahren des Diktators Franco ein Hort des Widerstands - auch, aber nicht nur gegen Fabrikschliessungen. Inzwischen sind die meisten grossen Industriebetriebe natürlich trotzdem verschwunden; Siemens ist mit 400 Arbeitern der wichtigste in der Stadt verbliebene Arbeitgeber. Der Siza-Bau schreibt sich in ihre Umwandlung in eine Dienstleistungsstadt ein, wie sie dem langjährigen Bürgermeister und heutigen Industrieminister Spaniens, José Montilla, vorschwebte. Neben Sizas Sportpavillon (für 2500 Zuschauer, nebst Hallenbad, Freiluftbad und Fitnesscenter) entsteht in Cornellà auch das neue Stadion des zweiten grossen barcelonsesischen Fussballclubs, des R.C.D. Espanyol. Teils bereits gebaute Wirklichkeit ist ein Messe- und Geschäftszentrum, das sich für Veranstalter anbietet, denen das Messegelände von Barcelona zu gross ist.
Nachtrag
Die unlängst eröffnete und hier vorgestellte Bibioteca Jaume Fuster von Josep Llinás ist bereits sehr aktiv, wie auf ihrer ebenso clever wie Cialis Online das Gebäude gestalteten Buy remeron online target="_blank">Website zu sehen ist.
Wie man einen Gaudí herbeizaubert
Noch vor ein paar Tagen wusste kaum jemand von seiner Existenz, nun hat Barcelona praktisch aus einer Müllhalde einen neuen Gaudí hervorgezaubert: den Viadukt von Bellesguard. Vom Architekten zwischen 1903 und 1905 errichtet, ist er nach Jahren der vollkommensten Verwahlosung endlich restauriert worden.
Der Viadukt ist ein Gewölbe, getragen von abgeschrägten, hytrin mit Ziegeln verkleideten Stützen, ähnlich dem berühmten Viadukt im Parc Güell. Diesbehufs scheint Gaudí Gussformen verwendet zu haben, die er mit Steinen und Kalkmörtel füllte, gemäss der Technik, welche die Bauern in der Gegend seiner Geburtsstadt Reus anwendeten.
Im Zug der Restauration wurde auch die kleine Plaça de Bellesguard neu gestaltet, die sich auf den Garten der neogotischen Villa Bellesguard öffnet. Gaudí hatte diese als Nexium Online Hommage an Martí l’Humá errichtet, den offenbar sehr humanen Monarchen, der im Königreich Aragonien zwischen 1396 und 1410 herrschte. Bellesguard war sein Sommersitz, von dessen Türmen aus er auf das Meer hinunterblicken und sich an der Ankunft der Galeeren im Hafen von Barcelona delektieren konnte. Die von Gaudí an derselben Stelle erbaute Villa ist wohl sein am wenigsten bekanntes Werk in Barcelona.
3. Januar 2006
I'm lovin' it
Den Grupo Tragaluz eine Restaurantkette zu nennen, würde irrige Vorstellungen wecken: jedes Lokal der von Rosa Maria Esteva geleiteten Gruppe hat sein eigenes Konzept, seinen eigenen Stil. Inzwischen sind es rund ein Dutzend über halb Barcelona verstreute Restaurants, und mit dem Hotel Omm kam 2004 auch die erste Luxusherberge hinzu. Was sie verbindet, ist neben der guten, moderat modernen Küche das durchweg hochstehende Design, für das in der Mehrzahl der Lokale zwei weitere Frauen verantwortlich zeichnen: Sandra Tarruella und Isabel López. Mit dem Japonés und insbesondere dem Bestial – direkt am Strand, mit einer wunderbaren Terrasse – sind diesen Entwerferinnen bereits Intérieurs geglückt, die das Zeug Buy tamiflu online zum Designklassiker haben. Das jüngste Lokal aus ihrer Küche sind die Cuines Santa Caterina – zu deutsch eben die «Küche der Santa Caterina». Bei letzterer handelt es sich um den von Enric Miralles und Benedetta Tagliabue entworfenen Um- oder eher Neubau einer grossen Markthalle in der Altstadt von Barcelona. Auf die spektakuläre Holzkonstruktion der Decke des Marktes antwortet das von Tarruella & López gestylte Lokal gleichfalls mit einer Prädominanz von Holz: einer monumental einfachen Regalwand und einigen grossen Tischen, an denen – wie auch an der kleinere Imbisse servierenden Bar – wildfremde Urbanauten zusammenfinden. Die Cuines haben selbstverständlich, wie bisher praktisch alle Lokale des Grupo Tragaluz, Furore gemacht. Die Chefin ist trotzdem besorgt wegen der zu Neujahr in Kraft getretenen Beschränkungen des Rauchens in allen öffentlichen Bereichen Spaniens. «Wer solche Vorschriften erlässt, hat nie ein Geschäft geführt», erklärte sie «El País» gegenüber. «Ein Lokal, das wie das Omm Designpreise gewonnen hat, lässt sich nicht einfach so in eine Raucher- und eine Nichtrauchersphäre teilen. Sechzig Prozent meiner Kunden sind sowieso Raucher.» In der Santa Caterina aber, wie anderswo, kann man sich seit dem 1. Januar nur noch an der Bar eine Zigarette anstecken.


Im übrigen findet man auf dem Weg zu den Toiletten noch ein kleines Exempel von Logokunst:
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Im übrigen findet man auf dem Weg zu den Toiletten noch ein kleines Exempel von Logokunst:
2. Januar 2006
Murales und Murälchen
Der Architekturverlag Gustavo Gili hat ein schönes Buch von Rosa Puig über Barcelonas tausendfältig besprühte Mauern herausgebracht, Barcelona 1000 Graffiti betitelt. Öffentliche Malerei und Zeichenkunst hat in Spanien freilich eine lange Geschichte - man denke nur an die Wirtshäuser, deren Spezialitäten als Malerei schon auf der Eingangstür prangen. Eine aussterbende Kunst. Schön sind aber auch die rasch mit Schablonen oder mit Kreide angebrachten Mauerverzierungen, von denen ich einige Beispiele aufgenommen habe .
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