Markus Jakob

31. März 2009

Where to stay in Barcelona

Was hier, ganz nebenbei, auch noch zu bemerken ist: der Autor vermietet tage- und wochenweise ein Apartment (auch als Penthouse zu bezeichnen und gemeinhin die »Schatulle« genannt) in downtown Barcelona. Hier die Links auf den deutschen und den englischen Prospekt:

PENTHOUSE BARCELONA ZU VERMIETEN.PDF
BARCELONA PENTHOUSE FOR RENT.PDF

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[caption id="" align="alignnone" width="595" caption="Design Studio for rent in Barcelona"][/caption]

[caption id="" align="alignnone" width="567" caption="City Landscapes"][/caption]

Sweet Home Chicago (III)

wellbutrin sr size-full wp-image-1769" title="mob1124_1238443709" src="http://markus-jakob.net/wp-content/uploads/2010/08/mob1124_1238443709.jpg" alt="" width="292" height="189" />Lässt sich daraus, dass die Sonne am 20. März so haarscharf in der Flucht der Monroe (oder welcher immer) Street unterging, schließen, dass Chicagos Straßenraster exakt nord-südlich bzw. ost-westlich ausgerichtet ist?

29. März 2009

Sweet Home Chicago (II)



So viele Städte sind’s nicht, in denen man sich – meines Erachtens – einmal herumgetrieben haben  m u s s : Paris, New York, Buenos Aires, Tokyo... Wien vielleicht, Lissabon, im D.F. (Mexico), in San Francisco... Eine schon etwas persönlichere Auswahl: Turin, Fes, Casablanca, Budapest, Sevilla... Und Saigon, San Antonio, Fukuoka... Das sind in etwa meine Lieblinge. Von China kenne ich nur Hongkong, aber es zieht mich nicht eigentlich dorthin. Hamburg steht schon lange auf meiner Warteliste, nebst Odessa und Sankt Petersburg, Nairobi vielleicht... Aber wirklich noch gesehen haben muss ich nur Tel Aviv und... Chicago. Und in Chicago bin ich nun endlich gelandet.

Was nach New York in Chicago zunächst auffällt, ist die Liebenswürdigkeit, wenn nicht Zahmheit der Menschen: jeder will dir gleich behilflich sein. »Welcome to the Knickerbocker!«, vis-à-vis vom Drake – weiterhin der ersten Adresse der Stadt –, und flankiert vom Palmolive Building (einem der schönsten Art-Déco-Wolkenkratzer Chicagos); im Rücken das 344 Meter hohen John Hancock Center (immer noch Amerikas exquisitester und zugleich kraftstrotzendster Wolkenkratzer der sechziger Jahre). Und Mies’ Wohntürme am Lake Shore Drive stehen nur zwei Blöcke entfernt.


Das ist das Nordende der Downtown;
ihrer Verlängerung über den Chicago River hinaus. Dahinter: Lake Michigan einerseits, die Stadt gewordene Prärie anderseits.
Die Michigan Avenue als neueres Geschäftszentrum hat architektonisch trotz der erwähnten und anderer Bauten nicht dieselbe Kraft wie der innerstädtische Loop.


Die neuralgische Naht bleibt der Chicago River,



downtown durch das Wrigley Building und den neugotischen, bis heute eher wegen der 1925 nicht gebauten Wettbewerbsprojekte berühmten Tribune Tower geprägt. Direkt hinter  dem Building des Kaumgummifabrikanten ist mit dem 415 Meter hohen Trump Tower nun Chicagos zweithöchstes Gebäude hochgezogen worden. Es stammt wie das Sears Building (1974, 442 m) und das John Hancock Center (1970, 344 m) aus der Küche der lokalen Großmeister Skidmore, Owings & Merrill.




Doch während der Hancock Tower sofort zum Klassiker wurde, und heute auch das anfänglich oft bemäkelte Sears Building mit seinem aus neun Quadraten geometrich in die Höhe schrumpfenden Grundriss unzweifelhaft seine Qualitäten hat, erscheint der Trump Tower weniger der gerundeten Volumen als seiner aufdringlichen Glashaut wegen als Fremdkörper: das weltweit zu beobachtende Phänomen, dass Glas trotz all seiner heute unendlichen Nuancierungsmöglichkeiten oft schlicht zu aufdringlich verwendet wird (was auf dem Bild rechts gewiss nicht der Fall des mittleren Gebäudes ist, des »Correctional Center« sprich der Untersuchungshaftanstalt zwischen Clark und Federal St., deren scharf bemessene Fensteröffnungen exakt den keine Vergitterung erfordernden Normen entsprechen.)



Der Trump Tower ist Chicagos sechstes über 300 Meter hohes Gebäude. Drei weitere sind im Bau – vielmehr, sie waren es. Denn Santiago Calatravas 610 Meter hoher Chicago Spire wurde auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt, und die Finanzkrise führte auch beim Waterview Tower zu einem Baustopp – vorläufig ist er eine 26 Geschoße erreichende Bauruine. In der Enge der »Altstadt« fällt so etwas allerdings nicht unbedingt auf.

27. März 2009

Parc de la Ciutadella: Batlle i Roig vor meinem Balkon; Baldeweg, Bohigas und Bonell jenseits des Parks



Vor einigen Jahren gewannen die Architekten Batlle i Roig (Website z.Zt. im Umbau) einen Ideenwettbewerb zwecks Neugestaltung des Parc de la Ciutadella. Eine halbe Ewigkeit schon träumt man von einer Passerelle, die sich von hier über die Gleisanlagen der Estación de Francia und die Ronda Litoral hinweg in die Barceloneta und an den Strand schwingen soll. Ein solcher Übergang war einst, freilich noch weniger Hindernisse überwindend, für die Weltausstellung 1888 gebaut worden. Und die entsprechende Rampe, von der aus man die Partien des C.F. Barceloneta verfolgen kann, steht in der Barceloneta nächst dem Hospital del Mar seit Jahren bereit. Eines fernen Tages wird die Passerelle wohl gebaut werden.

Hingegen hat man die lang gehegten Pläne, den Zoo aus dem Park in einen Naturraum irgendwo im vorstädtischen Vallés auszulagern, nun anscheinend aufgegeben. Zu kostspielig; man wird sich mit der Verlegung der Meeresfauna in den derzeit im Bau befindlichen Zoo Marino beim Forum-Gelände und einer Erneuerung der durchweg schändlichen Tiergehege begnügen, und den durch seine Ummauerungen und Einfriedungen bisher hermetischen Zoo irgendwie passierbarer und passabler zu machen versuchen.





Batlle i Roig (oder werimmer) werden die lang ersehnte Durchläßigkeit des ältesten Parks der Stadt mithin durch den Zoo selbst erzwingen müssen. Dieselben Architekten bauen zur Zeit schräg gegenüber meiner Wohnung ein munizipales Sportzentrum. Es wächst nächst der Estación de Francia auf einem Grundstück am Ende des Paseo de Circun-valación – Ecke Picasso und Marqués de la Argentera –, das zuvor Basketball-spielplätze aufgenommen hatte, auf denen die Kids (mehrheitlich Immigranten) oft bis in alle Nacht herumtollten. Ihr Geschrei war um drei Uhr früh jedenfalls angenehmer als das Geblök der Nachtclub-Klientel.

Diese Ecke der Stadt hat’s im übrigen insofern in sich, als hier auch (nach dem, ca 2004 hier beschriebenenVersuch, sie im nahen Mercado del Borne unterzubringen) die große Provinzbibliothek weiterhin ihren Baugrund sucht; die Markthalle ihrerseits wird nun, mit entnervender Langsamkeit, nach der Offenlegung der in ihrem Untergrund verborgenen Ruinen, zu einer Dépendance des Museu de Història de la Ciutat umgebaut. Wie schön lag der um 1975 (im Gegensatz zu Les Halles in Paris) durch den Widerstand der Anwohner vor dem Abriss bewahrte, dann renovierte Großmarkt vollkommen nutzlos jahrelang mitten im Quartier.





Was aus der Estación de Francia werden wird, wenn eines Tages der letzte Zug hier ein- oder ausgefahren sein wird, ist weiterhin unklar.

Am andern Parkende – Calle Wellington – hat die Universität Pompeu Fabra für ihre Baupolitik, in alten Stadtteilen verstreute Gebäude für ihre Zwecke umzunutzen, die überzeugendsten Lösungen gefunden. Die beiden Militärkasernen – die eine von Esteve Bonell, die andere von Oriol Bohigas (MBM) umgebaut – sind heimliche Sehenswürdigkeiten Barcelonas. Erst recht gilt dies für die Bibliothek im Depósito de Agua, die in ihren nachgerade an die Moschee von Córdoba erinnernden Mauerbögen u.a. die 40'000 Bände der Biblioteca Mystica et Philosophica des Schweizer Gelehrten Alois Haas aufnimmt. Und wer sich je veranlasst sähe, Hussrls zwei Regalmeter einnehmendes Gesamtwerk im Original zu studieren, hätte hier exquisite Gelegenheit dazu.

Schmerzhaft ist, dass die Reihe alter Wohnhäuser vis-à-vis der Zoomauer Neubauten zu weichen hat. Während das Projekt von Benedetta Tagliabue (EMBT) noch auf Eis liegt, hat Navarro Baldeweg an der einst als Straßenstrich bekannten, inwischen jedoch bis auf die neue Straßenbahn nach Badalona ganz verkehrsfreien Calle Wellington bereits ein vielleicht zu exzentrisches, aber deswegen nicht unglückliches Universitätsgebäude hingepflanzt. – Warten wir ab, was weiter geschieht.