Markus Jakob

13. Januar 2006

Home Is Where The Car Is

Barcelona verfügt nach jüngsten Statistiken über 515 555 gedeckte Parkplätze. Nicht herauszufinden vermochte ich, auf wieviele Parkhäuser sie sich verteilen, aber es müssen Tausende sein, Hunderte davon öffentlich und fast durchweg 24 Stunden geöffnet (siehe die Website bcn.es). Billig ist Parken nicht: zwischen 2 und 3 Euro pro Stunde, monatlich kostet ein Einstellplatz je nach Stadtteil zwischen 80 und 200 Euro, im Eigentum sind Preise bis zu 30 000 Euro keine Seltenheit. Ob es da ein Trost ist, dass manche dieser Parkhäuser ihre eigene Schönheit haben? Den Plan, ein ganzes Buch darüber zu machen, habe ich aufgegeben. Einige der notizenartig aufgenommenen Bilder möchte ich gleichwohl hier zeigen.


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Cornellà!

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Dieser Tage wird der jüngste Bau von Alvaro Siza eröffnet, ein Sportkomplex in Barcelonas Vorstadt Cornellà. (Näheres dazu nach einer Besichtigung). Cornellà gehört zum unmittelbar an Barcelona anschliessenden roten Gürtel, den seit den 1950er Jahren rasch gewachsenen Industriestädten, die mehrheitlich aus Südspanien stamnmende Einwanderer aufnahmen. Die heute etwa Nolvadex Online 90 000 Einwohner zählende Gemeinde war in den letzten Lebensjahren des Diktators Franco ein Hort des Widerstands - auch, aber nicht nur gegen Fabrikschliessungen. Inzwischen sind die meisten grossen Industriebetriebe natürlich trotzdem verschwunden; Siemens ist mit 400 Arbeitern der wichtigste in der Stadt verbliebene Arbeitgeber. Der Siza-Bau schreibt sich in ihre Umwandlung in eine Dienstleistungsstadt ein, wie sie dem langjährigen Bürgermeister und heutigen Industrieminister Spaniens, José Montilla, vorschwebte. Neben Sizas Sportpavillon (für 2500 Zuschauer, nebst Hallenbad, Freiluftbad und Fitnesscenter) entsteht in Cornellà auch das neue Stadion des zweiten grossen barcelonsesischen Fussballclubs, des R.C.D. Espanyol. Teils bereits gebaute Wirklichkeit ist ein Messe- und Geschäftszentrum, das sich für Veranstalter anbietet, denen das Messegelände von Barcelona zu gross ist.

Nachtrag

Die unlängst eröffnete und hier vorgestellte Bibioteca Jaume Fuster von Josep Llinás ist bereits sehr aktiv, wie auf ihrer ebenso clever wie Cialis Online das Gebäude gestalteten Buy remeron online target="_blank">Website zu sehen ist.

Wie man einen Gaudí herbeizaubert


Noch vor ein paar Tagen wusste kaum jemand von seiner Existenz, nun hat Barcelona praktisch aus einer Müllhalde einen neuen Gaudí hervorgezaubert: den Viadukt von Bellesguard. Vom Architekten zwischen 1903 und 1905 errichtet, ist er nach Jahren der vollkommensten Verwahlosung endlich restauriert worden.

Der Viadukt ist ein Gewölbe, getragen von abgeschrägten, hytrin mit Ziegeln verkleideten Stützen, ähnlich dem berühmten Viadukt im Parc Güell. Diesbehufs scheint Gaudí Gussformen verwendet zu haben, die er mit Steinen und Kalkmörtel füllte, gemäss der Technik, welche die Bauern in der Gegend seiner Geburtsstadt Reus anwendeten.

Im Zug der Restauration wurde auch die kleine Plaça de Bellesguard neu gestaltet, die sich auf den Garten der neogotischen Villa Bellesguard öffnet. Gaudí hatte diese als Nexium Online Hommage an Martí l’Humá errichtet, den offenbar sehr humanen Monarchen, der im Königreich Aragonien zwischen 1396 und 1410 herrschte. Bellesguard war sein Sommersitz, von dessen Türmen aus er auf das Meer hinunterblicken und sich an der Ankunft der Galeeren im Hafen von Barcelona delektieren konnte. Die von Gaudí an derselben Stelle erbaute Villa ist wohl sein am wenigsten bekanntes Werk in Barcelona.

3. Januar 2006

I'm lovin' it

Den Grupo Tragaluz eine Restaurantkette zu nennen, würde irrige Vorstellungen wecken: jedes Lokal der von Rosa Maria Esteva geleiteten Gruppe hat sein eigenes Konzept, seinen eigenen Stil. Inzwischen sind es rund ein Dutzend über halb Barcelona verstreute Restaurants, und mit dem Hotel Omm kam 2004 auch die erste Luxusherberge hinzu. Was sie verbindet, ist neben der guten, moderat modernen Küche das durchweg hochstehende Design, für das in der Mehrzahl der Lokale zwei weitere Frauen verantwortlich zeichnen: Sandra Tarruella und Isabel López. Mit dem Japonés und insbesondere dem Bestial – direkt am Strand, mit einer wunderbaren Terrasse – sind diesen Entwerferinnen bereits Intérieurs geglückt, die das Zeug Buy tamiflu online zum Designklassiker haben. Das jüngste Lokal aus ihrer Küche sind die Cuines Santa Caterina – zu deutsch eben die «Küche der Santa Caterina». Bei letzterer handelt es sich um den von Enric Miralles und Benedetta Tagliabue entworfenen Um- oder eher Neubau einer grossen Markthalle in der Altstadt von Barcelona. Auf die spektakuläre Holzkonstruktion der Decke des Marktes antwortet das von Tarruella & López gestylte Lokal gleichfalls mit einer Prädominanz von Holz: einer monumental einfachen Regalwand und einigen grossen Tischen, an denen – wie auch an der kleinere Imbisse servierenden Bar – wildfremde Urbanauten zusammenfinden. Die Cuines haben selbstverständlich, wie bisher praktisch alle Lokale des Grupo Tragaluz, Furore gemacht. Die Chefin ist trotzdem besorgt wegen der zu Neujahr in Kraft getretenen Beschränkungen des Rauchens in allen öffentlichen Bereichen Spaniens. «Wer solche Vorschriften erlässt, hat nie ein Geschäft geführt», erklärte sie «El País» gegenüber. «Ein Lokal, das wie das Omm Designpreise gewonnen hat, lässt sich nicht einfach so in eine Raucher- und eine Nichtrauchersphäre teilen. Sechzig Prozent meiner Kunden sind sowieso Raucher.» In der Santa Caterina aber, wie anderswo, kann man sich seit dem 1. Januar nur noch an der Bar eine Zigarette anstecken.



Im übrigen findet man auf dem Weg zu den Toiletten noch ein kleines Exempel von Logokunst:
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2. Januar 2006

Murales und Murälchen



Der Architekturverlag Gustavo Gili hat ein schönes Buch von Rosa Puig über Barcelonas tausendfältig besprühte Mauern herausgebracht, Barcelona 1000 Graffiti betitelt. Öffentliche Malerei und Zeichenkunst hat in Spanien freilich eine lange Geschichte - man denke nur an die Wirtshäuser, deren Spezialitäten als Malerei schon auf der Eingangstür prangen. Eine aussterbende Kunst. Schön sind aber auch die rasch mit Schablonen oder mit Kreide angebrachten Mauerverzierungen, von denen ich einige Beispiele aufgenommen habe .


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22. Dezember 2005

MVRDV XL

MVRDV haben am 21. Dezember in Barcelona ihr neues, bisher umfangreichstes Buch vorgestellt. KM3. Excursions On Capacity betitelt und 1408 Seiten stark, ist es beim barcelonesischen Verlag Actar erschienen. Winy Maas blätterte sich – auf seinem iBook – über eine Stunde lang kommentierend durch den Wälzer, dessen Schnitt mit seinen farbigen Schichten fast wie ein gestapelter MVRDV-Bau aussieht. Im Bild der inzwischen bezogene Wohnblock Mirador im Norden von Madrid - buchstäblich ein in die Vertikale gekipptes Häusergeviert -, begutachtet von zwei Caballeros, die sich aller Immobilienhaie zutrotz iher Bedeutung in dem neuen Spekulationsquartier bewusst sind.

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Nach der Buchpräsentation wurde im FAD auch die bereits in Bern und zuletzt in China und Indonesien zu Buy cardura online sehende Ausstellung The Hungry Box über die Arbeit von MVRDV eröffnet; die Galerie ras zeigt ausserdem die MVRDV-Filme, die dem Buch als DVD beiliegen.