An Verhasstheit übertroffen wird er nur durch Nouvels phallischen Stengel an der Plaça de les Glòries. Ein aufsässiger Bau, das lässt sich nicht bestreiten. Und, so scheint es, zum Solitär bestimmt. Aber vielleicht ist gerade die Vorstellung irrig, er müsse da auf alle Zeiten so einsam aufragen. Bei der Stadtplanung war man von Anfang an anderer Meinung.
Markus Jakob
17. Juni 2006
Nouvel, You’re Not Alone
Bei einer Strassenumfrage, durchgeführt von siebzig Architekturstudenten auf Initiative ihres Professors Alberto Estévez, sind die beliebtesten sowie die unbeliebtesten Bauwerke Barcelonas eruiert worden. Das Ergebnis birgt keine Überraschungen; der Volksgeschmack (es wurden immerhin 3386 Passanten befragt) foutiert sich um die Kriterien der Architektur- und Designzeitschriften und orientiert sich eher am pompösen, von Postillen wie ¡HOLA! propagierten Wohnstil. Wenn es – wie hier – um die äussere Erscheinung geht, haben ohnehin nur identitätsstiftende, als Ikonen geltende Bauten eine Chance. Auf den ersten Plätzen lagen mithin lauter Gaudí-Bauten: die Sagrada Familia (862 Stimmen), gefolgt von der Pedrera (486 Stimmen), der Casa Batlló und dem Parc Güell. Dazwischen schob sich Jean Nouvels Torre Agbar auf den dritten Rang. Nouvels Turmbau hob sich allerdings mit 1040 Stimmen mehr noch als das unbeliebteste Bauwerk der Stadt ab, während die Sagrada Familia lediglich von 130 Befragten auf die schwarze Liste gesetzt wurde. Vorbei die Zeiten, Buy aralen online da der barbarische Weiterbau an Gaudís Tempelruine breite Schichten gegen sich mobilisierte, sei’s aus antiklerikalen Gründen oder aus solchen des Respekts dem Meister gegenüber.
Erstaunlich ist vielleicht nur, dass ein gotisches Wunderwerk wie die Kirche Santa María del Mar abgeschlagen im Mittelfeld landete. Die Umfrage fand allerdings statt, noch bevor der historische Roman «La catedral del mar» von Ildefonso Falcones, bei dem Topamax Online es um den Bau dieser fabelhaften Kirche geht, jüngst überraschend die Spitze aller spanischen Bestsellerlisten erkletterte.
Das zweitunbeliebteste Bauwerk der Stadt ist laut der Umfrage derzeit das Edificio Forum von Herzog & de Meuron (488 Stimmen). Man könnte lange über die Gründe dafür sinnieren. Sie haben zweifellos mehr mit dem missratenen Propaganda-Tamtam «Forum 2004» als mit dem Bau an sich zu tun, dessen schaumige Mauern und spiegelnde Decken – wer weiss – vielleicht eines Tages doch noch zum Klassiker avancieren. Er birgt immerhin den wohl schönsten Konzertsaal der Stadt.
An Verhasstheit übertroffen wird er nur durch Nouvels phallischen Stengel an der Plaça de les Glòries. Ein aufsässiger Bau, das lässt sich nicht bestreiten. Und, so scheint es, zum Solitär bestimmt. Aber vielleicht ist gerade die Vorstellung irrig, er müsse da auf alle Zeiten so einsam aufragen. Bei der Stadtplanung war man von Anfang an anderer Meinung.
Für die Stadt selbst hat der Madrider Architetkt Federico Soriano in unmittelbarer Umgebung ein Verwaltungsgebäude geplant, dessen seltsamer ondulierender Grundriss bis auf eine Höhe von 80 Metern durchgezogen werden soll. Und an der Diagonale werden zahlreiche weitere Hochbauten Nouvels Stengel Gesellschaft leisten, von den Türmen des Campus Audiovisual (wo unter andern David Chipperfield seine geometrischen Muster in den Himmel wachsen lassen wird) bis zu Perraults hier jüngst präsentiertem Hotel Habitat. Die Torre Agbar wird zwar das höchste Gebäude der Umgebung bleiben, aber keineswegs so mutterseelenallein wie jetzt noch.

An Verhasstheit übertroffen wird er nur durch Nouvels phallischen Stengel an der Plaça de les Glòries. Ein aufsässiger Bau, das lässt sich nicht bestreiten. Und, so scheint es, zum Solitär bestimmt. Aber vielleicht ist gerade die Vorstellung irrig, er müsse da auf alle Zeiten so einsam aufragen. Bei der Stadtplanung war man von Anfang an anderer Meinung.
16. Juni 2006
Was ist eigentlich aus dem Parc del Fòrum geworden?
Das Sónar gerät zuunehmend ins Schussfeld der Kritik: sein Programm sei nicht mehr gar Buy mobic online so wagemutig, so avangardistisch wie einst. An anderen Festivals, die nicht mit dem Prädikat «advanced» paradieren, seien teils interessantere Musiker zu hören. Gerade vor zwei Wochen zum Beispiel am Primavera Sound im Parc del Fòrum, und Mitte Juli gleichenorts am Summercase-Weekend. Die Sónar-Verantwortlichen hatten es übrigens abgelehnt, gleichfalls auf das Gelände, das wir das Delta der Diagonale genannt haben, umzuziehen, und blieben für das Sónar by night lieber in den doch eher unwirtlichen Messehallen der Fira 2, weit draussen in der Zona Franca.
Dem Parc del Fòrum haben wir nach langer Zeit wieder einmal einen Besuch abgestattet. Diesen Sommer herrscht hier eigentlich erstmals Normalbetrieb, nach dem Forum 2004, mit dem er eröffnet wurde, und den letztjährigen Ergänzungen wie der zweiten Solarzellenpergola (links). Auch die Zona de baños (rechts) mit ihren vorgelagerten Inseln ist jetzt offen und wird akrobatisch einwandfrei von arabischen Wasserspringern benutzt.


Seltsam, dass hingegen gerade der neue Jachthafen noch fast verwaist daliegt – gibt es da ein Überangebot an Anlegeplätzen? oder ist das Vorhaben, das Publikum für einmal n i c h t mit Bars und nächtlichem Allotria herbeizulocken, zum Scheitern verurteilt?


Prednisone Online alt="" title="mob407_1150455542" width="283" height="213" class="alignright size-full wp-image-905" />Jedenfalls schliessen die dunklen Betonwände der von der Esplanade her sich erstreckenden Finger den Hafenraum ab, ohne dass kunterbunte Kommerzwelt die Reinheit der Anlage – mit der equilibristischen Stahlbrücke – beeinträchtigen würde; aber auch die schönen Cortenstahlbehälter über dem Wasser, für Restaurants vorgesehen, stehen leider leer.
Das Forum ist bekanntlich der Versuch, einen von harten Infrastrukturen – dem Klärwerk und der Müllverbrennungsanlage – okkupierten Schandwinkel in einen öffentlichen und erfreulichen Stadtraum zu verwandeln. Dieser urbanistische Effort ist, so scheint mir, weder in Barcelona selbst (wo er eher Hohn erntete) noch im Ausland so wahrgenommen worden, wie er es verdient. Aber es ist doch erstaunlich, dass sich einem hier nun plötzlich solche Anblicke bieten: die Polykarbonathülle der Verbrennungsanstalt, eine Bank auf einer Böschung über der Mündung des Río Besós.


Letztere gehören zur Intervention der Madrider Architekten Abalos & Herreros, deren Park sich von der Müllverbrennungsanlage als lauschiges Tal zu einem neuen Strand hinunterzieht. In der andern Richtung sind die drei Kamine der Central Térmica in Badalona immer noch horizontbeherrschend.


Man gelangt auf diesem Gang schliesslich an die Mündung des Río Besós. Wer hätte es für möglich gehalten, in dieser einstigen Kloake je einen Badenden zu erblicken? Die Bereinigung dieses Flusses und seiner Ufer, die die Stadtgrenze markieren, ist vom Publikum fast unbemerkt vonstatten gegangen – ausser natürlich den Hunderttausenden, die in seiner unmittelbaren Umgebung leben und die nun, anstatt sich die Nase zuzuhalten, in den Besós-Auen spazieren, wenn nicht sogar im Fluss baden gehen.


Weitere, teils ältere Bilder in dieser Galerie
Dem Parc del Fòrum haben wir nach langer Zeit wieder einmal einen Besuch abgestattet. Diesen Sommer herrscht hier eigentlich erstmals Normalbetrieb, nach dem Forum 2004, mit dem er eröffnet wurde, und den letztjährigen Ergänzungen wie der zweiten Solarzellenpergola (links). Auch die Zona de baños (rechts) mit ihren vorgelagerten Inseln ist jetzt offen und wird akrobatisch einwandfrei von arabischen Wasserspringern benutzt.
Seltsam, dass hingegen gerade der neue Jachthafen noch fast verwaist daliegt – gibt es da ein Überangebot an Anlegeplätzen? oder ist das Vorhaben, das Publikum für einmal n i c h t mit Bars und nächtlichem Allotria herbeizulocken, zum Scheitern verurteilt?
Das Forum ist bekanntlich der Versuch, einen von harten Infrastrukturen – dem Klärwerk und der Müllverbrennungsanlage – okkupierten Schandwinkel in einen öffentlichen und erfreulichen Stadtraum zu verwandeln. Dieser urbanistische Effort ist, so scheint mir, weder in Barcelona selbst (wo er eher Hohn erntete) noch im Ausland so wahrgenommen worden, wie er es verdient. Aber es ist doch erstaunlich, dass sich einem hier nun plötzlich solche Anblicke bieten: die Polykarbonathülle der Verbrennungsanstalt, eine Bank auf einer Böschung über der Mündung des Río Besós.
Letztere gehören zur Intervention der Madrider Architekten Abalos & Herreros, deren Park sich von der Müllverbrennungsanlage als lauschiges Tal zu einem neuen Strand hinunterzieht. In der andern Richtung sind die drei Kamine der Central Térmica in Badalona immer noch horizontbeherrschend.
Man gelangt auf diesem Gang schliesslich an die Mündung des Río Besós. Wer hätte es für möglich gehalten, in dieser einstigen Kloake je einen Badenden zu erblicken? Die Bereinigung dieses Flusses und seiner Ufer, die die Stadtgrenze markieren, ist vom Publikum fast unbemerkt vonstatten gegangen – ausser natürlich den Hunderttausenden, die in seiner unmittelbaren Umgebung leben und die nun, anstatt sich die Nase zuzuhalten, in den Besós-Auen spazieren, wenn nicht sogar im Fluss baden gehen.
Weitere, teils ältere Bilder in dieser Galerie
15. Juni 2006
Sonar-Schlenderei
Da kommt Erna vorbei und flennt: ihr iBook ist kaputt, und ausserdem ist das Sónar ausverkauft. Normal, das ist es eigentlich alle Buy Zithromax Online Jahre. Heute fängt die 13. Ausgabe des Festival for Advanced Music mit dem Konzert von Sakamoto und Alva Noto (Carsten Nicolai) im Auditori an. Interessant, der japanische Breitleinwandarrangeur mit dem deutschen Raschelzauberer. Aber auch ich habe weder Tickets noch Akkreditierung: Man denkt immer, nee, dieses Jahr nicht, ist mir zu anstrengend, und am Ende würde man vielleicht ganz gern wenigstens am Sonar by day ein wenig unter all den modernillos herumbummeln.
Buy rulide src="http://markus-jakob.net/wp-content/uploads/2010/07/mob390_1150392442.jpg" alt="" title="mob390_1150392442" width="302" height="227" class="alignnone size-full wp-image-922" />
¡Hola, Hogar! ¡Hola, Azara!
Pedro Azara ist der Mann, der in Barcelona eigentlich seit Jahren die schönsten Austellungen Buy Propecia Online macht. Jede seiner Installationen ist ein Kunstwerk für sich – aber nicht in der Art jener überkandidelten Shows, in denen die Ausstellungsarchitektur die Exponate erschlägt oder zur Nebensache degradiert; sondern ein ums andere Mal sind es wunderbar gestaltete Parcours durch ein ebenso wunderbares bildnerisches Thema. Das fing einst an mit den Casas del alma, den «Seelenhäusern», Buy micardis online Begräbnisstätten des Altertums von Mesopotamien bis Rom, und setzte sich über zahlreiche exquisite, stets mit erstrangigen Werken bestückte Ausstellungen fort. Nun ist Azara ganz in der Gegenwart angelangt und präsentiert im Ausstellungssaal des COAC, des katalanischen Architektenverbands, noch bis am 7. September ¡HOGAR! (sp. für HEIM: die gute Stube), wobei die Grafik keinen Zweifel daran lässt, dass es um die berühmte Regenbogenpostille ¡HOLA! und – so der Untertitel – das von ihr verbreitete Bild der Architektur geht. («El imaginario arquitectonico en la revista ¡HOLA!»)
Azara ist Ästhetikprofessor an der Architekturschule Barcelona. Unter seinen Buchveröffentlichungen ist der Essay «Das Hässliche in der Kunst» zentral. Diese kleine und (sehr im Gegensatz zu seinen andern Arbeiten als Kurator) ganz ohne erstrangige Kunstwerke auskommende Ausstellung ist einmal mehr für sich ein Kunstwerk – dessen Material diesmal zwangsläufig das Hässliche ist: die Prunkhäuser und -wohnungen der Promis, Traumbilder des Wohnens jenseits aller Designzeitschriften und Architekturbeilagen. Der Besucher wird – Azara Style – in ein goldenes Gehäuse geschleust, dessen Inneres ein vielschichtiges, teils durchlässiges, teils spiegelndes Projektionskabinett ist, in dem sich die Bilder und dazugehörigen Aussagen («unser Heim: ein Stück Himmel») in sumptuoser Folge abwechseln. Der Katalog zur Ausstellung ist selbst wie ein kleines ¡HOLA! gestaltet, enthält Essays von Azara, Bet Cantallops und María Teresa Tapada und kostet 3 Euro. Auf der Titelseite posiert der Stierkämpfer Jesulín de Ubrique vor seinem gasbetriebenen, mit dem erfundenen Familienwappen dekorierten Cheminée.
14. Juni 2006
chic&basic Born
13. Juni 2006
Perrault huckepack
Copycats, herschauen: so schultert Perraults Hotel Habitat sich selbst. Auf der Rückseite vermochten wir ein Fassadenmuster zu erspähen (oben rechts). Daneben die Baustelle aus der Perspektive des Carrer Pere IV (Perrault IV?).
12. Juni 2006
Iberia lässt Barcelona sausen
Ungläubiges Staunen Ende Mai, als die Fluggesellschaft Iberia ankündigte, sie werde die meisten ihrer Flüge von und nach Barcelona demnächst einstellen. Wie reimt sich das darauf, dass der Flughafen Barcelona an Passagieraufkommen zu den am schnellsten wachsenden Europas gehört? Schon dieses Jahr dürfte die Zahl von hytrin 30 Millionen Fluggästen erreicht werden (vor noch nicht so langer Zeit lag Barcelona knapp hinter Zürich...), und dies trotz der neuen Konkurrenz durch den noch unlängst verschlafenen Provinzflughafen Girona – in Grossbritannien als Barcelona Nord bekannt –, der rasch der 5-Millionen-Marke entgegenstrebt. In Girona werden freilich fast ausschliesslich Passagiere von RyanAir abgefertigt.
Eben da liegt der Haken für Iberia: die Destination Barcelona sei nicht mehr rentabel, die Konkurrenz durch die Billiganbieter zu gross, argumentiert die Airline, wobei sie die betreffenden Geschäftsergebnisse freilich vornehm verschweigt. Bekannt ist, dass ihre Passagierzahlen in Barcelona seit sechs Jahren stagnieren und ihr Marktanteil in dieser Zeit von annähernd 50% auf 34% gefallen ist. Das Kerngeschäft Iberias ist aber nach wie vor der der Puente Aéreo, der Air Shuttle Madrid-Barcelona. Mit jährlich fast fünf Millionen Passagieren ist Madrid-Barcelona nicht nur die meistbeflogene Strecke der Welt, sondern neben London-New York auch eine der lukrativsten.
Nach Madrid also, immerhin, wird man weiterhin mit Iberia fliegen können... In spätestens zwei Jahren aber dürfte das Goldene Zeitalter des Puente Aereo eh beendet sein: dann nämlich, wenn endlich die Hochgeschwindigkeitsstrecke der Bahn – der AVE – zwischen den beiden Städten fertiggestellt sein wird.
Es kommt freilich noch ein Faktor ins Spiel: der jüngst eröffnete, hier kurz präsentierte Terminal 4 in Madrid. Iberia hat sich diesen 6-Milliarden-Euro-Bau gänzlich unter den Nagel gerissen und würde nun wohl am liebsten all seinen Fluggästen – namentlich auch jenen aus Barcelona – den kleinen Umweg durch die wallenden Hallen zumuten. Als Privatunternehmen ist es nur seinen Shareholdern Rechenschaft darüber schuldig, was es, und warum, als profitabel erachtet. Der Terminal allerdings wurde von allen spanischen Steuerzahlern finanziert, und entsprechend geprellt kommen sich sowohl Barcelonas Unternehmerschaft als auch die simplen katalanischen Flugkunden vor. Iberia will zwar mit einer eigens zu gründenden Tochtergesellschaft, die Cat Air heissen soll, ein neues Routennetz von Barcelona aus aufbauen. Dabei soll es sich jedoch eben um eine jener Billigfluggesellschaften handeln, wie sie die distinguiertere Kundschaft zu meiden pflegt.
Wie die Geschichte ausgeht, bleibt abzuwarten. Nach anfänglicher Aufregung schien sich angesichts der Aussichtlosigkeit politischen Eingreifens alsbald Resignation breitzumachen: Iberia-Flüge nach Barcelona, das war einmal. – Derweilen schreiten die Bauarbeiten am barcelonesischen Terminal 4 voran. Der Entwurf stammt, wie schon bei der letzten Flughafenerweiterung, von Ricardo Bofill.
Cipro Online src="http://markus-jakob.net/wp-content/uploads/2010/07/mob373_1150138263.jpg" alt="" title="mob373_1150138263" width="425" height="287" class="alignnone size-full wp-image-948" />
Eben da liegt der Haken für Iberia: die Destination Barcelona sei nicht mehr rentabel, die Konkurrenz durch die Billiganbieter zu gross, argumentiert die Airline, wobei sie die betreffenden Geschäftsergebnisse freilich vornehm verschweigt. Bekannt ist, dass ihre Passagierzahlen in Barcelona seit sechs Jahren stagnieren und ihr Marktanteil in dieser Zeit von annähernd 50% auf 34% gefallen ist. Das Kerngeschäft Iberias ist aber nach wie vor der der Puente Aéreo, der Air Shuttle Madrid-Barcelona. Mit jährlich fast fünf Millionen Passagieren ist Madrid-Barcelona nicht nur die meistbeflogene Strecke der Welt, sondern neben London-New York auch eine der lukrativsten.
Nach Madrid also, immerhin, wird man weiterhin mit Iberia fliegen können... In spätestens zwei Jahren aber dürfte das Goldene Zeitalter des Puente Aereo eh beendet sein: dann nämlich, wenn endlich die Hochgeschwindigkeitsstrecke der Bahn – der AVE – zwischen den beiden Städten fertiggestellt sein wird.
Es kommt freilich noch ein Faktor ins Spiel: der jüngst eröffnete, hier kurz präsentierte Terminal 4 in Madrid. Iberia hat sich diesen 6-Milliarden-Euro-Bau gänzlich unter den Nagel gerissen und würde nun wohl am liebsten all seinen Fluggästen – namentlich auch jenen aus Barcelona – den kleinen Umweg durch die wallenden Hallen zumuten. Als Privatunternehmen ist es nur seinen Shareholdern Rechenschaft darüber schuldig, was es, und warum, als profitabel erachtet. Der Terminal allerdings wurde von allen spanischen Steuerzahlern finanziert, und entsprechend geprellt kommen sich sowohl Barcelonas Unternehmerschaft als auch die simplen katalanischen Flugkunden vor. Iberia will zwar mit einer eigens zu gründenden Tochtergesellschaft, die Cat Air heissen soll, ein neues Routennetz von Barcelona aus aufbauen. Dabei soll es sich jedoch eben um eine jener Billigfluggesellschaften handeln, wie sie die distinguiertere Kundschaft zu meiden pflegt.
Wie die Geschichte ausgeht, bleibt abzuwarten. Nach anfänglicher Aufregung schien sich angesichts der Aussichtlosigkeit politischen Eingreifens alsbald Resignation breitzumachen: Iberia-Flüge nach Barcelona, das war einmal. – Derweilen schreiten die Bauarbeiten am barcelonesischen Terminal 4 voran. Der Entwurf stammt, wie schon bei der letzten Flughafenerweiterung, von Ricardo Bofill.
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