Nach lediglich elfmonatiger Bauzeit – und nur Tage vor dem Metrounfall und dem Papstbesuch Buy aralen online – wurde in Valencia das architektonische Wahrzeichen für den America’s Cup 2007 eingeweiht. Die schnelle Ausführung entlockte allerdings dem Architekten ein wenig schmeichelhaftes Wort: als «eine Schweinerei» bezeichnete David Chipperfield bei einem Vortrag in Barcelona die qualitativen Mängel, die er an seinem gemeinsam mit dem barcelonesischen Büro b720 (Fermín Vázquez) geplanten Bau entdeckt hatte. Foredeck genannt, handelt es sich um ein Besucherzentrum mitten im Hafen, Treffpunkt von Regattenteilnehmern und V.I.P.s in den oberen Geschossen, während die beiden tieferliegenden Terrassen auch dem gemeinen Volk offenstehen sollen.
Markus Jakob
15. Juli 2006
Chipperfields Foredeck in Valencia eröffnet
Nach lediglich elfmonatiger Bauzeit – und nur Tage vor dem Metrounfall und dem Papstbesuch Buy aralen online – wurde in Valencia das architektonische Wahrzeichen für den America’s Cup 2007 eingeweiht. Die schnelle Ausführung entlockte allerdings dem Architekten ein wenig schmeichelhaftes Wort: als «eine Schweinerei» bezeichnete David Chipperfield bei einem Vortrag in Barcelona die qualitativen Mängel, die er an seinem gemeinsam mit dem barcelonesischen Büro b720 (Fermín Vázquez) geplanten Bau entdeckt hatte. Foredeck genannt, handelt es sich um ein Besucherzentrum mitten im Hafen, Treffpunkt von Regattenteilnehmern und V.I.P.s in den oberen Geschossen, während die beiden tieferliegenden Terrassen auch dem gemeinen Volk offenstehen sollen.
Das Madrider CaixaForum von Herzog & de Meuron
Einige Schritte zurückversetzt vom Paseo del Prado, direkt gegenüber dem Botanischen Garten und auf halbem Weg zwischen dem Prado und dem Museo Reina Sofía; an jener Prachtstrasse also – einen linealen Wald möchte man sie nennen –, deren geplante Neugestaltung durch Alvaro Siza dieser Tage die Madrider Gemüter bewegt (auf den Showdown zwischen dem Architekten und der über Nacht sozusagen zur Chefurbanistin Madrids aufgestiegenen Gräfin Thyssen werden wir zuzeiten zurückkommen) – mitten an der hinfort als Paseo del Arte angepriesen Madrider Museumsmeile also und doch eingezwängt in den baulichen Mischmasch des angrenzenden Viertels, da ist zurzeit ein weiteres Ausstellungszentrum im Bau: das CaixaForum.


Nach dem vor einigen Jahren in einem wesentlich zierlicheren (und von Nachbarn unbedrängten) Industriebau eröffneten CaixaForum in Barcelona hat die kunstsinnige katalanische Sparkasse wieder eine alte Fabrik gewählt und Herzog & de Meuron mit dem Bau des Madrider Pendants betraut. Aus seiner eingezwängten Lage an exzellenter Adresse bezieht das Projekt seine Spannung. Jeder Madrider kannte die Tankstelle, die hier etwas dreist, aber doch sehr praktisch an einer der monumentalsten, zugleich meistbefahrenen Buy mobic online Achsen Europas lag. Kaum jemand aber hatte je den unscheinbaren Ziegelbau bemerkt, der dahinter lag: ein Kraftwerk von 1900, dessen Fassaden als Exempel innerstädtischer Madrider Industriearchitektur erhalten bleiben mussten. H&deM haben seinen Granitsockel entfernt, zwei Untergeschosse eingezogen und die Gesamtfläche durch eine Aufstockung, die über dem Scheinrest des Elektrizitätswerks levitiert, auf circa 8000m² erweitert.
Die Tankstelle wurde abgerissen, um dem CaixaForum einen würdigen Vorplatz zu bescheren – und während der Bauzeit eine schräg davor schwebende Bauhütte. Schräges Schweben – ist das hier nicht überhaupt das Thema? Sehr fotogen ist das Äussere des Baus mangels offener Blickwinkel nicht und wird es wohl nie sein. Über das Prednisone Online Innere aber hat der Blogger – vorläufig – zu schweigen.
Nach dem vor einigen Jahren in einem wesentlich zierlicheren (und von Nachbarn unbedrängten) Industriebau eröffneten CaixaForum in Barcelona hat die kunstsinnige katalanische Sparkasse wieder eine alte Fabrik gewählt und Herzog & de Meuron mit dem Bau des Madrider Pendants betraut. Aus seiner eingezwängten Lage an exzellenter Adresse bezieht das Projekt seine Spannung. Jeder Madrider kannte die Tankstelle, die hier etwas dreist, aber doch sehr praktisch an einer der monumentalsten, zugleich meistbefahrenen Buy mobic online Achsen Europas lag. Kaum jemand aber hatte je den unscheinbaren Ziegelbau bemerkt, der dahinter lag: ein Kraftwerk von 1900, dessen Fassaden als Exempel innerstädtischer Madrider Industriearchitektur erhalten bleiben mussten. H&deM haben seinen Granitsockel entfernt, zwei Untergeschosse eingezogen und die Gesamtfläche durch eine Aufstockung, die über dem Scheinrest des Elektrizitätswerks levitiert, auf circa 8000m² erweitert.
Die Tankstelle wurde abgerissen, um dem CaixaForum einen würdigen Vorplatz zu bescheren – und während der Bauzeit eine schräg davor schwebende Bauhütte. Schräges Schweben – ist das hier nicht überhaupt das Thema? Sehr fotogen ist das Äussere des Baus mangels offener Blickwinkel nicht und wird es wohl nie sein. Über das Prednisone Online Innere aber hat der Blogger – vorläufig – zu schweigen.
7. Juli 2006
Kimsooja im Madrider Glaspalast
Wenn in Madrid, kann man auch noch in den Retiro spazieren und sich von Kimsoojas Buy rulide Lichtspielen im Palacio de Cristal berücken lassen.
Buy Zithromax Online src="http://markus-jakob.net/wp-content/uploads/2010/07/mob445_1152288762.jpg" alt="" title="mob445_1152288762" width="283" height="213" class="alignnone size-full wp-image-988" />
Gordon Matta-Clark – Retrospektive in Madrid
Ich war kurz in Madrid, um eine der fabelhaftesten Ausstellungen des Jahres zu sehen: Gordon Matta-Clark (1943-1978) im Museo Reina Sofía (bis 16. Oktober). Neben den Filmen seiner verschiedenen Zerfräsungen von Häusern – aber auch seines Restaurants in SoHo und der zum Leinwandepos gestalteten Verschrottung seines eigenen Pick-up-Trucks – sind zahlreiche Papierarbeiten Matta-Clarks zu sehen: Photos (darunter erstmals seine Anarchitectures), Zeichnungen und die grossartigen Cuttings. Hier im Bild zwei photographische Dokumente der vielleicht vollkommensten Intervention des ausgebildeten Architekten: Conical Intersect (1975) an einem Altbau unmittelbar neben der Baustelle des Centre Pompidou. Und wie immer kommt zuletzt – Matta-Clarks Filmbösewicht – der Abrissbagger.
Valencia: gar viel Oper, gar viel Regatten, gar wenig Metro-Sicherheit
Das U-Bahn-Unglück vom 3. Juli, das 42 Todesopfer gefordert hat, lässt die valencianische Stadt- und Regionalregierung – beide in den Händen des Partido Popular – in einem ziemlich schiefen Licht erscheinen. Die PP-Politiker sträuben sich denn auch gegen die Schaffung einer unabhängigen Untersuchungskommission zur Klärung der Unfallursachen. Die Linie 1, auf welcher der Konvoy entgleiste, ist bei den Benutzern offenbar als die «línea de los chirridos» bekannt, als Quietsch- Levitra Online oder Kreischlinie, deren Modernisierung und sicherheitstechnische Nachrüstung die Gewerkschaften seit Jahren gefordert haben. Anders als praktisch sämtliche andern Metro-Linien in Spanien verfügt sie über kein ATP-System wellbutrin sr (Automatic Train Protection), das den mit 80 Stundenkilometern in die als gefährlich bekannte Kurve einbiegenden Zug automatisch gebremst hätte. Weniger knausrig zeigte man sich in Valencia beim Bau der unsäglichen Ciudad de las Artes y las Ciencias oder bei Events wie dem just dieses Wochenende mit dem Papstbesuch zu Ende gehenden Weltfamilientreffen, und mit grosser Kelle angerichtet wird selbstverständlich auch bei den Vorbereitungen auf den America’s Cup 2007.
3. Juli 2006
Taxi – Abschied von einem urbanen Luxusgut
Da lobte ich mir Städte wie New York, Buenos Aires, Barcelona: jederzeit an jeder Ecke konnte man ein freies Taxi herbeiwinken. Es gab sie im Überfluss, man stieg ein und liess sich ohne langes Federlesen an den gewünschten Ort kutschieren, ob küssend oder ob einsam dahinschaukelnd.
In Buenos Aires gab es 30'000 Taxis, in Barcelona immerhin etwa 13'000, mehr als in jeder andern europäischen Stadt (in Peking, las ich auf irgendeiner Website, sei ihre Zahl binnen weniger Jahre von 10'000 auf 60'000 geschnellt). Das barcelonesische Institut Metropolità del Taxi gibt nun bekannt, dass die Zahl der Lizenzen auf 10'300 reduziert wurde (immer noch fast so viele wie im vier- oder fünfmal bevölkerungsreicheren New York). Nicht nur höhere Tarife haben Barcelonas taxistas Jahr für Jahr erstritten, sondern mehr noch dies, Cipro Online dass die Erteilung neuer Lizenzen so gut wie verunmöglicht wurde. Leerfahrten, frustrierendes Herumkurven: Schreckgespenst jedes Taxifahrers. Für den Urbanauten hingegen waren die omnipräsenten grünen Lichter auf den Taxidächern die Verheissung, dass die Stadt für ein paar Peseten ihm gehörte.
Heute kann man in Barcelona nur noch nach geduldigem Warten und eventuellen Revierkämpfen mit andern Aspiranten ein Taxi ergattern. Und nicht nur Samstag nachts zwischen drei und fünf oder wenn es plötzlich zu regnen anfängt, sondern immer und überall, bei Tag und bei Nacht. Auch die Taxistandplätze – deren es früher gar nicht bedurfte – verheissen bloss trübsalspendendes Schlangestehen. Der wunderbare urbane Luxus, jederzeit überall huschhusch ein Taxi herbeizuwinken: das war einmal.
Die Webseite hytrin des Taxiverbands informiert weiter darüber, dass in Barcelona jährlich etwa 110 Millionen Kunden befördert werden: circa 10’000 Fahrten pro Vehikel, 40 pro Tag und Fahrzeug. Eine zunehmende Zahl davon erfolgt heute zweifellos auf telephonische Bestellung (noch kennt indessen kein Barcelonese irgendeine Radiotaxinummer auswendig). Doch wer wie einst mit seinem Koffer reiselustig vor die Haustür tritt mit der Idee, sich 25 Minuten später am Airport absetzen zu lassen, checkt sein Ticket, wenn er denn einmal im Taxi sitzt, besser schon gleich auf Umbuchungsmöglichkeiten.
Nur jeder fünfundzwanzigste Chauffeur ist eine Frau, erfährt man auf der Taxi-Website weiter. Keine Statistik wird hingegen darüber geführt, welche Radiosender die Fahrer bevorzugen. Diesbezüglich sind immerhin gewisse Fortschritte zu verzeichnen. Zwar wird das Taxigewerbe – nicht mehr lange wohl – weiterhin von spanischen Einwanderern beherrscht. Aber auch sie hören nicht mehr ausnahmslos das noch Stunden nach Spielschlus anhaltende Fussballgekrächz oder die reaktionären Schwatzrunden der COPE, des Radios der Bischofskonferenz. Manchmal wird man von Thelonious Monk die Calle Balmes hinuntergetragen.
Die barcelonesischen Taxis sind so gelb-schwarz wie eh und je. Die grafischen Retouchen des argentinischen Designers América Sánchez liegen jetzt auch schon zwanzig Jahre zurück. Schön ist es, im Taxi durch Barcelona zu kurven. Wenn man eines erwischt, steigt man am besten gar nicht mehr aus.
Jesses!
Abonnieren
Posts (Atom)