Nach der Buchpräsentation wurde im FAD auch die bereits in Bern und zuletzt in China und Indonesien zu Buy cardura online sehende Ausstellung The Hungry Box über die Arbeit von MVRDV eröffnet; die Galerie ras zeigt ausserdem die MVRDV-Filme, die dem Buch als DVD beiliegen.
Markus Jakob
22. Dezember 2005
MVRDV XL
MVRDV haben am 21. Dezember in Barcelona ihr neues, bisher umfangreichstes Buch vorgestellt. KM3. Excursions On Capacity betitelt und 1408 Seiten stark, ist es beim barcelonesischen Verlag Actar erschienen. Winy Maas blätterte sich – auf seinem iBook – über eine Stunde lang kommentierend durch den Wälzer, dessen Schnitt mit seinen farbigen Schichten fast wie ein gestapelter MVRDV-Bau aussieht. Im Bild der inzwischen bezogene Wohnblock Mirador im Norden von Madrid - buchstäblich ein in die Vertikale gekipptes Häusergeviert -, begutachtet von zwei Caballeros, die sich aller Immobilienhaie zutrotz iher Bedeutung in dem neuen Spekulationsquartier bewusst sind.
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Nach der Buchpräsentation wurde im FAD auch die bereits in Bern und zuletzt in China und Indonesien zu Buy cardura online sehende Ausstellung The Hungry Box über die Arbeit von MVRDV eröffnet; die Galerie ras zeigt ausserdem die MVRDV-Filme, die dem Buch als DVD beiliegen.
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21. Dezember 2005
Chez Nouvel
Noch einige Bilder aus dem Innern der Torre Agbar, um das Thema damit abzuschliessen. Jean Nouvel hat den Turm als eine Aszension aus Topamax Online der Hölle in den Himmel inszeniert.


Das unterirdische Auditorium wirkt ein wenig wie ein Inquisitionsgericht... Schon etwas freundlicher bietet sich die Hall dar.


Auf dem Bargeschoss mit seinen nouvel-typischen Refkexen ist man schon klar im Vorhimmel angelangt.


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Die Bürogeschosse mit ihren raffinierten doppelschichtigen Decken bieten schöne Aussichten etwa auf die Diagonale.


Im 25. Geschoss: Sitzungsbüros und Warteräume. In der Kuppel löst sich der doppelte Betonmantel - die unregelmässig durchbrochene Fassade aussen, innen der Technikkern - auf.
Das unterirdische Auditorium wirkt ein wenig wie ein Inquisitionsgericht... Schon etwas freundlicher bietet sich die Hall dar.
Auf dem Bargeschoss mit seinen nouvel-typischen Refkexen ist man schon klar im Vorhimmel angelangt.
Die Bürogeschosse mit ihren raffinierten doppelschichtigen Decken bieten schöne Aussichten etwa auf die Diagonale.
Im 25. Geschoss: Sitzungsbüros und Warteräume. In der Kuppel löst sich der doppelte Betonmantel - die unregelmässig durchbrochene Fassade aussen, innen der Technikkern - auf.
20. Dezember 2005
Blinded by Nouvel
Fast wie bei einer Sonnenfinsternis:Mitte Nachmittag darf ich während einiger Minuten nicht mehr zum Fenster hinausschauen, sonst würde Prednisone Online mich Jean Nouvels Torre Agbar erblinden lassen.
19. Dezember 2005
La transición oder: Brücken über Gedächtnislücken
Spanien tut sich immer noch schwer mit der Aufarbeitung der Franco-Ära
Dass nach dem Tod des Diktators Franco 1975 ein stillschweigender «Pakt des Vergessens» den friedlichen Übergang Spaniens zur Demokratie begünstigte, erscheint auch aus heutiger Sicht plausibel. Doch erschreckt es, wenn noch dreissig Jahre später jeder Versuch, ein gemeinsames historisches Gedächtnis zu schaffen, den Graben zwischen den beiden Lagern erneut aufzureissen droht. «Las dos Españas» - auf alle Zeiten?
Alle Jahre wieder, am 20. November, wird Spanien daran erinnert, dass es nach einem blutigen Bürgerkrieg während beinahe vier Jahrzehnten von einem Diktator beherrscht wurde, der sich politisch als Faschist gebärdete, ideologisch und kulturell indessen jene nationalkatholische Borniertheit zu perpetuieren trachtete, die das Land seit langem hinter Europa zurückgeworfen hatte. Erst als der Caudillo Francisco Franco an dem besagten Novembertag des Jahres 1975 in seinem Bett dahinschied, konnte eine neue Zeit beginnen.
Pakt des Vergessens
Dass der Übergang zur Demokratie, transición genannt, abgesehen von einem ebenso theatralischen wie gefährlichen Putschversuch 1981 friedlich verlief, wird gewöhnlich auf drei Faktoren zurückgeführt: die bereits weit fortgeschrittene Erodierung des totalitären Regimes; das Geschick des neuen Staatsoberhaupts, König Juan Carlos I.; sowie auf den pacto del olvido. Als Pakt des Vergessens wird der Umstand apostrophiert, dass die Verlierer des sechsunddreissig Jahre zurückliegenden Bürgerkriegs keine unmittelbare Rechenschaft für die Untaten des Regimes forderten - nicht fordern konnten, ohne eine neue gewaltsame Auseinandersetzung zu riskieren.
Der in Barcelona aufgewachsene, in Princeton lehrende Philosoph Eduardo Subirats erachtet es als historisch erwiesen, dass «der Übergang im Grunde von den intellektuellen und politischen Führern des Franquismus inszeniert und der antifaschistische Widerstand dabei weitgehend kaltgestellt wurde». Nicht weil jene sich plötzlich zu glühenden Demokraten gewandelt hätten, sondern weil sie begriffen, dass ihre Privilegien - und mehr noch die der Oligarchen, deren Interessen sie vertraten - nur in einer formellen Demokratie zu retten waren. Der von der Linken dafür zu entrichtende Preis war, dass die Untaten des Regimes ungesühnt blieben und dessen Opfer bis heute vergeblich auf materielle Wiedergutmachung oder auch nur symbolische Rehabilitation warten. Der Gedächtnisschwund wurde zu einem Hauptmerkmal der modernen, boomenden und in Europa integrierten spanischen Gesellschaft.
Es mutet daher als nahezu folkloristisches Phänomen an, wenn jeweils am 20. November einige tausend Regime-Nostalgiker und junge Neofranquisten in den Valle de los Caídos nordöstlich von Madrid pilgern, um ihrer dort bestatteten Idole zu gedenken: neben Franco namentlich des Falange-Gründers José Antonio Primo de Rivera. Zwar zieht das scheussliche, von Tausenden politischer Gefangener Francos in Zwangsarbeit errichtete Mausoleum jährlich fast eine halbe Million Besucher an. Die meisten von ihnen aber treibt zweifellos allein eine morbide Neugier, die letzte monumentale Gedenkstätte des Faschismus in Europa zu sehen.
Zaghafte Tilgung der Symbole
Die Gebeine Francos seinen Angehörigen zurückzuerstatten und den Valle de los Caídos zum Freiheitsmemorial umzuwidmen, ist allein schon aus ästhetischen Gründen undenkbar. Es fiele ja, flachste der Schriftsteller Eduardo Mendoza, auch niemandem ein, die Melodie der faschistischen Hymne «Cara al sol» zum offiziellen Song der «Sans-Papiers» zu deklarieren. Anders verhält es sich mit unscheinbareren Symbolen des Regimes: Strassennamen, Standbildern, franquistischen Emblemen aller Art. Deren Fortdauer spiegelt den bedenklichen Stand dessen, was man in Deutschland einst Vergangenheitsbewältigung genannt hat - und nebenbei die regionale Zersplitterung des Landes.
Barcelona etwa tilgte schon vor 1980 alle franquistischen Strassennamen. Wenn zwei oder drei faschistische Monumente bis heute überlebt haben, so immerhin von ihren Insignien gereinigt: als stumme, etwas rätselhafte Gebilde. Weniger auffällige Zeugnisse wie die mit dem Falange- Symbol - fünf ein Joch durchbohrende Pfeile - verzierten Schilder an Häusern des sozialen Wohnungsbaus sollen nun gleichfalls systematisch entfernt werden. Andererseits zeigte sich die Stadt nicht übertrieben pietätvoll, als sie das einstige Camp de la Bota unlängst von diversen Stararchitekten überbauen liess. Auf dem Strandgelände waren nach dem Bürgerkrieg fast zweitausend Republikaner exekutiert worden.
Im Zentrum und im Nordwesten Spaniens sieht es diesbezüglich ärger aus. Da wimmelt es von Strassennamen franquistischer Persönlichkeiten. Allein in Madrid sollen es 167 sein - darunter so dubiose Adressen wie die Calle del General Millán Astray, benannt nach jenem Mann, der einst dem Philosophen Unamuno das Wort entgegenschleuderte: «Muera la inteligencia, viva la muerte!» Als die Zentralregierung unlängst das letzte Reiterstandbild Francos in Madrid bei Nacht und Nebel entfernen liess, wurde diese Massnahme von der konservativen Lokalregierung mit einem unüberhörbaren Murren aufgenommen. Zwar wurden - etwa in Andalusien - franquistische Embleme auch in sozialistisch regierten Kommunen bis heute nicht angetastet, Buy rulide Indiz für eine über die Parteigrenzen hinausreichende Indifferenz der eigenen Geschichte gegenüber. «Gleichgültigkeit» ist laut einer Umfrage die Empfindung, die heute 63,7 Prozent der Spanier Francos Figur entgegenbringen; 7,6 Prozent soll sie Nostalgie, lediglich 13,3 Prozent entschiedenen Widerwillen einflössen.
Zwischen 1996 und 2004 wurde Spanien von einer Partei regiert, deren Urvater Fraga Iribarne ein direkter Abkömmling des Regimes war. Einst Informationsminister Francos, Buy Zithromax Online krönte Fraga seine politische Karriere als viermal wiedergewählter «Landesvater» seiner (und Francos) Heimatregion Galicien. Im März 2004 wurde der Partido Popular infolge seines Irak-Engagements und der dilettantischen, in die Irre führenden Informationspolitik um das Madrider Massaker wieder in die Opposition gedrängt. Glaubt man jedoch den Meinungsumfragen, so wäre die im Ausland schwer begreifliche Scheu dieser Partei, sich von den Symbolen der Franco-Ära zu trennen, nichts weiter als das Abbild des Volksempfindens.
Generationen von Gedächtnislosen
Überzeugte Franquisten wie militante Antifranquisten waren Minderheiten schon zu Lebzeiten des Caudillo. Es versteht sich mithin, dass gerade jene, die auf Franco pfiffen, seine hauptsächliche Stütze bildeten. Ältere Spanier identifizieren ihn bis heute gern mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der 1960er Jahre. «Eine Uhr, ein Auto, einen Regenmantel zu kaufen, das zählte mehr als alle Politik», bemerkt Juan Marsé, von dem einige zu Klassikern gewordene Romane über jene Epoche stammen. Unzählige Spanier müssen das Regime als etwas Unverrückbares erlebt haben: etwas Naturgegebenes, fast so wie die zwischen Spanien und Frankreich stehenden Pyrenäen. «Man schloss sich», so der Publizist Javier Pradera, «im Privat- und Berufsleben ein: aus Kalkül, aus Feigheit, aus Mangel an Altruismus.» Man tat es vor 1975 und ebenso danach.
Die nächstfolgende Generation, geboren zwischen 1950 und 1965, lässt sich als die der «Movida» definieren. Jener kulturelle Aufbruch um 1980 nahm gewissermassen die Spassgesellschaft vorweg. Indem die Movida Literatur und Philosophie als Konsumprodukte begriff und das Heil im Design und im Spektakel suchte, neutralisierte sie - laut Eduardo Subirats - jegliche kritische Geschichtsbetrachtung. «Unter den avantgardistischen Gestikulationen beliess sie das nationalkatholische Erbe intakt, eben als es darum gegangen wäre, die grundlegenden Institutionen des Staates neu zu gestalten.»
Auf diese gedächtnislose Generation folgt jene, die überhaupt keine direkten Erinnerungen an den Franquismus hat: die 13 Millionen nach 1975 geborenen Spanier. Ihnen könnte die sarkastische Definition einleuchten, die Manuel Vázquez Montalbán einst für künftige Enzyklopädie-Einträge vorhersah: «Franco Bahamonde, Francisco. Autoritärer Regierungschef, der Spanien vor dem Zweiten Weltkrieg und dem Kommunismus bewahrte und der die Grundlagen der wirtschaftlichen Modernisierung sowie der Europäisierung schuf.» Auf junge, mit Wochenschauaufnahmen des Caudillo konfrontierte Spanier muss dieser Schreihals einfach grotesk wirken, gespenstisch. Doch so irreal die Figur heute anmutet, sie verweist auf eine grausame Wirklichkeit.
Spaniens Historiker haben in den letzten Jahren das spanische 20. Jahrhundert gründlich ausgeleuchtet, wobei ihnen wie üblich angelsächsische Forscher zur Seite standen - Antony Beevors neues Standardwerk zum Bürgerkrieg führt seit Wochen die Bestsellerlisten an. Auch Romanautoren wie Javier Cercas («Soldaten von Salamis») hatten mit einer nuancierten Sicht auf den Bürgerkrieg kommerziellen Erfolg. Nichts jedoch vermochte die Gleichgültigkeit gegenüber der Vergangenheit eindrücklicher zu durchbrechen als die ersten, zaghaft erst vorgenommenen Öffnungen der Massengräber des Franco-Regimes. Laut dem Künstler Francesc Torres, der bei solchen Ausgrabungen selbst mitgearbeitet hat und eine Ausstellung im Museu d'Art Contemporani in Barcelona darüber vorbereitet, gibt es allein in Katalonien hundertfünfzig solche Gräberfelder. «Einige davon befinden sich nun unter Reihenhaussiedlungen, Sporthallen oder Einkaufszentren, in denen arglose spanische Bürger leben, spielen und einkaufen. Bürger, deren Kenntnisse der jüngeren Geschichte ihres Landes oft kaum über einen Lexikoneintrag hinausgehen.»
Angehörige der einstigen Opfer setzten die Maschinerie in Bewegung. Sie bewogen die Regierung Zapatero unmittelbar nach der Wahl 2004 zur Schaffung einer von der Vizeministerpräsidentin Teresa Fernández de la Vega geleiteten Gedächtniskommission. Deren erklärtes Ziel ist es, die Illegitimität des franquistischen Regimes, seiner Justiz und mithin auch seiner Urteile nachzuweisen. Sollte denn eine Demokratie nicht in der Lage sein, die Urteile von Militärgerichten zu revidieren, die in Friedenszeiten Zivilpersonen ohne jede rechtliche Grundlage zum Tod verurteilten? Als Aufständische verurteilten, kurz nachdem die Richter selbst mittels einer Militärrebellion eine demokratisch gewählte Regierung gestürzt hatten?
Doch anderthalb Jahre nach ihrer Schaffung scheint die Arbeit der Gedächtniskommission zu stocken, und nicht nur bürokratischer und legaler Hemmnisse wegen. Mehr noch hat die derzeitige, von der Opposition weidlich ausgenützte Verlagerung der politischen Debatte auf die Fragen der katalanischen Autonomie ein Klima geschaffen, in dem der Regierung wenig daran gelegen sein kann, die alten Gräben noch tiefer aufzureissen. Stets schon war der Links-Rechts-Konflikt in Spanien von den Forderungen regionaler Nationalismen durchzogen und verknäuelt worden. Aus der Zuspitzung dieser Spannungen aber scheint immer die Rechte siegreich hervorzugehen - und zwar gerade als selbsternannte Hüterin der spanischen Einheit, indem sie die komplexere Wirklichkeit ihrerseits mit spanisch-vaterländischen Parolen überdröhnt: so 1936 und so 2005.
Banalisierung eines Schreckensregimes
Sind es vielleicht eben die Simplifizierungen der franquistischen Ideologie, von denen sich weite Bevölkerungskreise noch heute betören lassen? Jene heilige Einfalt und jenes Anpassertum, die das Regime seinen Untertanen als Lebensentwurf verschrieb und für dessen Verwirklichung es zunehmend auch vorsorgte? Ein Arbeitsplatz, eine Wohnung, eine Familie, das Ganze lebenslänglich . . . Und selbstverständlich ein Spanien - das Falange-Motto «España, una, grande y libre» geistert noch heute durch viele Köpfe. Kein Wunder, dass dieses Land die erbärmlichsten Massen dumpfer Konformisten hervorgebracht hat und zugleich die denkbar seltsamsten Exzentriker. Und beide mitunter in einer Person vereinigt.
Die franquistische Ära mochte überraschend turbulenzenlos ausklingen - so glatt sogar, dass die regimetreue Oberschicht alsogleich wieder obenauf schwamm. Die Gleichschaltung aber, diesem sanften Ende vorhergegangen, war mit einer Grausamkeit erzwungen worden, die nie in ein grelleres Licht gerückt worden ist als heute: durch die Öffnung der Massengräber. Nach jüngsten Schätzungen sind von Francos Hinrichtungskommandos zwischen 1936 und 1943 bis zu 150 000 politische Gegner exekutiert worden. Doppelt so hoch soll die Zahl derer sein, die nach dem Krieg in Kerker und Konzentrationslager der Sieger gesperrt wurden - dies in einem Land von damals zwanzig Millionen Einwohnern und nachdem Hunderttausende ausser Landes geflüchtet waren. Eine Wiedergutmachung für die beruflichen und privaten Diskriminierungen, die die zurückgebliebenen Regimefeinde erlitten, wurde bisher nie auch nur thematisiert.
Gewiss, der «Pakt des Vergessens» war kein in einem finstern Keller geschlossenes Schweigeabkommen. Eher ist er als Ergebnis der gegebenen Kräfteverhältnisse zu sehen, der Angst vor neuer Gewalt und - wenn man so will - einer erstaunlichen politischen Weisheit der antagonistischen, einst bis aufs Blut sich bekämpfenden Lager. Zu den Konsequenzen dieses «Paktes» aber gehört es, dass das Schweigen derjenigen, die vierzig Jahre lang mundtot gemacht worden waren, auch dreissig Jahre später anhält.
Vaterland und Nationalismus
Für Eduardo Subirats schreibt sich diese Ungeheuerlichkeit in eine weit zurückreichende Tradition ein: «Der Geist, der etwa in der spanischen Sprachakademie weht, in den Rektoraten der meisten Universitäten, selbstverständlich in der katholischen Kirche und in den politischen Kreisen der Rechten wie der Linken, lässt keinen Zweifel daran, dass die spanische Gesellschaft in einigen Jahren die politischen Verbrechen und die ideologische Barbarei des spanischen Faschismus genauso vergessen haben wird, wie sie die Verfolgung der Liberalen durch die Kirche im 19., die Autodafés gegen die Aufklärer im 18., die Ermordung Hunderttausender von Morisken im 17. und die Vertreibung der Juden im 16. Jahrhundert aus der Erinnerung verdrängt hat.»
Von Liberalen, Aufklärern, Morisken und Juden aber - unter andern Namen, mit andern Gesichtern - wimmelt es heute in Spanien mehr denn je. Hätte Franco sich ein Land vorstellen können, das binnen weniger Jahre vier Millionen Einwanderer aus allen Erdteilen mit einer gewissen Nonchalance aufnimmt? Und das sich zugleich an der Frage irremacht, ob einer seiner Teile - Katalonien - sich als «Nation» definieren darf oder ob nicht? Der Generalísimo hätte zweifellos zweimal energisch den Kopf geschüttelt. Dabei könnte er im Nationalgetue der Katalanen - oder der Basken - ebenso gut den blossen Widerhall der von ihm propagierten gesamtspanischen Vaterländerei vernehmen.
Oft zitiert, selten analysiert wurde Jorge Semprúns Statement, die baskische Terroristengruppe ETA sei mit ihrem auf Gewalt und Einschüchterung beruhenden Nationalismus im Grunde das letzte Relikt der franquistischen Gesellschaft. Deren Substrat jedoch, und da urteilt Eduardo Subirats wohl präziser als Semprún, dringt noch in unzähligen andern Nuancen an die Oberfläche. Man braucht nur dem polternden Tonfall und den Hasstiraden gewisser Radiosprecher (auf dem bischöflichen Sender COPE etwa) zu lauschen, um in eine entsprechende Betrübnis zu verfallen. Zugleich aber hat die spanische Gesellschaft längst in andere Sphären abgehoben.
Dass nach dem Tod des Diktators Franco 1975 ein stillschweigender «Pakt des Vergessens» den friedlichen Übergang Spaniens zur Demokratie begünstigte, erscheint auch aus heutiger Sicht plausibel. Doch erschreckt es, wenn noch dreissig Jahre später jeder Versuch, ein gemeinsames historisches Gedächtnis zu schaffen, den Graben zwischen den beiden Lagern erneut aufzureissen droht. «Las dos Españas» - auf alle Zeiten?
Alle Jahre wieder, am 20. November, wird Spanien daran erinnert, dass es nach einem blutigen Bürgerkrieg während beinahe vier Jahrzehnten von einem Diktator beherrscht wurde, der sich politisch als Faschist gebärdete, ideologisch und kulturell indessen jene nationalkatholische Borniertheit zu perpetuieren trachtete, die das Land seit langem hinter Europa zurückgeworfen hatte. Erst als der Caudillo Francisco Franco an dem besagten Novembertag des Jahres 1975 in seinem Bett dahinschied, konnte eine neue Zeit beginnen.
Pakt des Vergessens
Dass der Übergang zur Demokratie, transición genannt, abgesehen von einem ebenso theatralischen wie gefährlichen Putschversuch 1981 friedlich verlief, wird gewöhnlich auf drei Faktoren zurückgeführt: die bereits weit fortgeschrittene Erodierung des totalitären Regimes; das Geschick des neuen Staatsoberhaupts, König Juan Carlos I.; sowie auf den pacto del olvido. Als Pakt des Vergessens wird der Umstand apostrophiert, dass die Verlierer des sechsunddreissig Jahre zurückliegenden Bürgerkriegs keine unmittelbare Rechenschaft für die Untaten des Regimes forderten - nicht fordern konnten, ohne eine neue gewaltsame Auseinandersetzung zu riskieren.
Der in Barcelona aufgewachsene, in Princeton lehrende Philosoph Eduardo Subirats erachtet es als historisch erwiesen, dass «der Übergang im Grunde von den intellektuellen und politischen Führern des Franquismus inszeniert und der antifaschistische Widerstand dabei weitgehend kaltgestellt wurde». Nicht weil jene sich plötzlich zu glühenden Demokraten gewandelt hätten, sondern weil sie begriffen, dass ihre Privilegien - und mehr noch die der Oligarchen, deren Interessen sie vertraten - nur in einer formellen Demokratie zu retten waren. Der von der Linken dafür zu entrichtende Preis war, dass die Untaten des Regimes ungesühnt blieben und dessen Opfer bis heute vergeblich auf materielle Wiedergutmachung oder auch nur symbolische Rehabilitation warten. Der Gedächtnisschwund wurde zu einem Hauptmerkmal der modernen, boomenden und in Europa integrierten spanischen Gesellschaft.
Es mutet daher als nahezu folkloristisches Phänomen an, wenn jeweils am 20. November einige tausend Regime-Nostalgiker und junge Neofranquisten in den Valle de los Caídos nordöstlich von Madrid pilgern, um ihrer dort bestatteten Idole zu gedenken: neben Franco namentlich des Falange-Gründers José Antonio Primo de Rivera. Zwar zieht das scheussliche, von Tausenden politischer Gefangener Francos in Zwangsarbeit errichtete Mausoleum jährlich fast eine halbe Million Besucher an. Die meisten von ihnen aber treibt zweifellos allein eine morbide Neugier, die letzte monumentale Gedenkstätte des Faschismus in Europa zu sehen.
Zaghafte Tilgung der Symbole
Die Gebeine Francos seinen Angehörigen zurückzuerstatten und den Valle de los Caídos zum Freiheitsmemorial umzuwidmen, ist allein schon aus ästhetischen Gründen undenkbar. Es fiele ja, flachste der Schriftsteller Eduardo Mendoza, auch niemandem ein, die Melodie der faschistischen Hymne «Cara al sol» zum offiziellen Song der «Sans-Papiers» zu deklarieren. Anders verhält es sich mit unscheinbareren Symbolen des Regimes: Strassennamen, Standbildern, franquistischen Emblemen aller Art. Deren Fortdauer spiegelt den bedenklichen Stand dessen, was man in Deutschland einst Vergangenheitsbewältigung genannt hat - und nebenbei die regionale Zersplitterung des Landes.
Barcelona etwa tilgte schon vor 1980 alle franquistischen Strassennamen. Wenn zwei oder drei faschistische Monumente bis heute überlebt haben, so immerhin von ihren Insignien gereinigt: als stumme, etwas rätselhafte Gebilde. Weniger auffällige Zeugnisse wie die mit dem Falange- Symbol - fünf ein Joch durchbohrende Pfeile - verzierten Schilder an Häusern des sozialen Wohnungsbaus sollen nun gleichfalls systematisch entfernt werden. Andererseits zeigte sich die Stadt nicht übertrieben pietätvoll, als sie das einstige Camp de la Bota unlängst von diversen Stararchitekten überbauen liess. Auf dem Strandgelände waren nach dem Bürgerkrieg fast zweitausend Republikaner exekutiert worden.
Im Zentrum und im Nordwesten Spaniens sieht es diesbezüglich ärger aus. Da wimmelt es von Strassennamen franquistischer Persönlichkeiten. Allein in Madrid sollen es 167 sein - darunter so dubiose Adressen wie die Calle del General Millán Astray, benannt nach jenem Mann, der einst dem Philosophen Unamuno das Wort entgegenschleuderte: «Muera la inteligencia, viva la muerte!» Als die Zentralregierung unlängst das letzte Reiterstandbild Francos in Madrid bei Nacht und Nebel entfernen liess, wurde diese Massnahme von der konservativen Lokalregierung mit einem unüberhörbaren Murren aufgenommen. Zwar wurden - etwa in Andalusien - franquistische Embleme auch in sozialistisch regierten Kommunen bis heute nicht angetastet, Buy rulide Indiz für eine über die Parteigrenzen hinausreichende Indifferenz der eigenen Geschichte gegenüber. «Gleichgültigkeit» ist laut einer Umfrage die Empfindung, die heute 63,7 Prozent der Spanier Francos Figur entgegenbringen; 7,6 Prozent soll sie Nostalgie, lediglich 13,3 Prozent entschiedenen Widerwillen einflössen.
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Überzeugte Franquisten wie militante Antifranquisten waren Minderheiten schon zu Lebzeiten des Caudillo. Es versteht sich mithin, dass gerade jene, die auf Franco pfiffen, seine hauptsächliche Stütze bildeten. Ältere Spanier identifizieren ihn bis heute gern mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der 1960er Jahre. «Eine Uhr, ein Auto, einen Regenmantel zu kaufen, das zählte mehr als alle Politik», bemerkt Juan Marsé, von dem einige zu Klassikern gewordene Romane über jene Epoche stammen. Unzählige Spanier müssen das Regime als etwas Unverrückbares erlebt haben: etwas Naturgegebenes, fast so wie die zwischen Spanien und Frankreich stehenden Pyrenäen. «Man schloss sich», so der Publizist Javier Pradera, «im Privat- und Berufsleben ein: aus Kalkül, aus Feigheit, aus Mangel an Altruismus.» Man tat es vor 1975 und ebenso danach.
Die nächstfolgende Generation, geboren zwischen 1950 und 1965, lässt sich als die der «Movida» definieren. Jener kulturelle Aufbruch um 1980 nahm gewissermassen die Spassgesellschaft vorweg. Indem die Movida Literatur und Philosophie als Konsumprodukte begriff und das Heil im Design und im Spektakel suchte, neutralisierte sie - laut Eduardo Subirats - jegliche kritische Geschichtsbetrachtung. «Unter den avantgardistischen Gestikulationen beliess sie das nationalkatholische Erbe intakt, eben als es darum gegangen wäre, die grundlegenden Institutionen des Staates neu zu gestalten.»
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Spaniens Historiker haben in den letzten Jahren das spanische 20. Jahrhundert gründlich ausgeleuchtet, wobei ihnen wie üblich angelsächsische Forscher zur Seite standen - Antony Beevors neues Standardwerk zum Bürgerkrieg führt seit Wochen die Bestsellerlisten an. Auch Romanautoren wie Javier Cercas («Soldaten von Salamis») hatten mit einer nuancierten Sicht auf den Bürgerkrieg kommerziellen Erfolg. Nichts jedoch vermochte die Gleichgültigkeit gegenüber der Vergangenheit eindrücklicher zu durchbrechen als die ersten, zaghaft erst vorgenommenen Öffnungen der Massengräber des Franco-Regimes. Laut dem Künstler Francesc Torres, der bei solchen Ausgrabungen selbst mitgearbeitet hat und eine Ausstellung im Museu d'Art Contemporani in Barcelona darüber vorbereitet, gibt es allein in Katalonien hundertfünfzig solche Gräberfelder. «Einige davon befinden sich nun unter Reihenhaussiedlungen, Sporthallen oder Einkaufszentren, in denen arglose spanische Bürger leben, spielen und einkaufen. Bürger, deren Kenntnisse der jüngeren Geschichte ihres Landes oft kaum über einen Lexikoneintrag hinausgehen.»
Angehörige der einstigen Opfer setzten die Maschinerie in Bewegung. Sie bewogen die Regierung Zapatero unmittelbar nach der Wahl 2004 zur Schaffung einer von der Vizeministerpräsidentin Teresa Fernández de la Vega geleiteten Gedächtniskommission. Deren erklärtes Ziel ist es, die Illegitimität des franquistischen Regimes, seiner Justiz und mithin auch seiner Urteile nachzuweisen. Sollte denn eine Demokratie nicht in der Lage sein, die Urteile von Militärgerichten zu revidieren, die in Friedenszeiten Zivilpersonen ohne jede rechtliche Grundlage zum Tod verurteilten? Als Aufständische verurteilten, kurz nachdem die Richter selbst mittels einer Militärrebellion eine demokratisch gewählte Regierung gestürzt hatten?
Doch anderthalb Jahre nach ihrer Schaffung scheint die Arbeit der Gedächtniskommission zu stocken, und nicht nur bürokratischer und legaler Hemmnisse wegen. Mehr noch hat die derzeitige, von der Opposition weidlich ausgenützte Verlagerung der politischen Debatte auf die Fragen der katalanischen Autonomie ein Klima geschaffen, in dem der Regierung wenig daran gelegen sein kann, die alten Gräben noch tiefer aufzureissen. Stets schon war der Links-Rechts-Konflikt in Spanien von den Forderungen regionaler Nationalismen durchzogen und verknäuelt worden. Aus der Zuspitzung dieser Spannungen aber scheint immer die Rechte siegreich hervorzugehen - und zwar gerade als selbsternannte Hüterin der spanischen Einheit, indem sie die komplexere Wirklichkeit ihrerseits mit spanisch-vaterländischen Parolen überdröhnt: so 1936 und so 2005.
Banalisierung eines Schreckensregimes
Sind es vielleicht eben die Simplifizierungen der franquistischen Ideologie, von denen sich weite Bevölkerungskreise noch heute betören lassen? Jene heilige Einfalt und jenes Anpassertum, die das Regime seinen Untertanen als Lebensentwurf verschrieb und für dessen Verwirklichung es zunehmend auch vorsorgte? Ein Arbeitsplatz, eine Wohnung, eine Familie, das Ganze lebenslänglich . . . Und selbstverständlich ein Spanien - das Falange-Motto «España, una, grande y libre» geistert noch heute durch viele Köpfe. Kein Wunder, dass dieses Land die erbärmlichsten Massen dumpfer Konformisten hervorgebracht hat und zugleich die denkbar seltsamsten Exzentriker. Und beide mitunter in einer Person vereinigt.
Die franquistische Ära mochte überraschend turbulenzenlos ausklingen - so glatt sogar, dass die regimetreue Oberschicht alsogleich wieder obenauf schwamm. Die Gleichschaltung aber, diesem sanften Ende vorhergegangen, war mit einer Grausamkeit erzwungen worden, die nie in ein grelleres Licht gerückt worden ist als heute: durch die Öffnung der Massengräber. Nach jüngsten Schätzungen sind von Francos Hinrichtungskommandos zwischen 1936 und 1943 bis zu 150 000 politische Gegner exekutiert worden. Doppelt so hoch soll die Zahl derer sein, die nach dem Krieg in Kerker und Konzentrationslager der Sieger gesperrt wurden - dies in einem Land von damals zwanzig Millionen Einwohnern und nachdem Hunderttausende ausser Landes geflüchtet waren. Eine Wiedergutmachung für die beruflichen und privaten Diskriminierungen, die die zurückgebliebenen Regimefeinde erlitten, wurde bisher nie auch nur thematisiert.
Gewiss, der «Pakt des Vergessens» war kein in einem finstern Keller geschlossenes Schweigeabkommen. Eher ist er als Ergebnis der gegebenen Kräfteverhältnisse zu sehen, der Angst vor neuer Gewalt und - wenn man so will - einer erstaunlichen politischen Weisheit der antagonistischen, einst bis aufs Blut sich bekämpfenden Lager. Zu den Konsequenzen dieses «Paktes» aber gehört es, dass das Schweigen derjenigen, die vierzig Jahre lang mundtot gemacht worden waren, auch dreissig Jahre später anhält.
Vaterland und Nationalismus
Für Eduardo Subirats schreibt sich diese Ungeheuerlichkeit in eine weit zurückreichende Tradition ein: «Der Geist, der etwa in der spanischen Sprachakademie weht, in den Rektoraten der meisten Universitäten, selbstverständlich in der katholischen Kirche und in den politischen Kreisen der Rechten wie der Linken, lässt keinen Zweifel daran, dass die spanische Gesellschaft in einigen Jahren die politischen Verbrechen und die ideologische Barbarei des spanischen Faschismus genauso vergessen haben wird, wie sie die Verfolgung der Liberalen durch die Kirche im 19., die Autodafés gegen die Aufklärer im 18., die Ermordung Hunderttausender von Morisken im 17. und die Vertreibung der Juden im 16. Jahrhundert aus der Erinnerung verdrängt hat.»
Von Liberalen, Aufklärern, Morisken und Juden aber - unter andern Namen, mit andern Gesichtern - wimmelt es heute in Spanien mehr denn je. Hätte Franco sich ein Land vorstellen können, das binnen weniger Jahre vier Millionen Einwanderer aus allen Erdteilen mit einer gewissen Nonchalance aufnimmt? Und das sich zugleich an der Frage irremacht, ob einer seiner Teile - Katalonien - sich als «Nation» definieren darf oder ob nicht? Der Generalísimo hätte zweifellos zweimal energisch den Kopf geschüttelt. Dabei könnte er im Nationalgetue der Katalanen - oder der Basken - ebenso gut den blossen Widerhall der von ihm propagierten gesamtspanischen Vaterländerei vernehmen.
Oft zitiert, selten analysiert wurde Jorge Semprúns Statement, die baskische Terroristengruppe ETA sei mit ihrem auf Gewalt und Einschüchterung beruhenden Nationalismus im Grunde das letzte Relikt der franquistischen Gesellschaft. Deren Substrat jedoch, und da urteilt Eduardo Subirats wohl präziser als Semprún, dringt noch in unzähligen andern Nuancen an die Oberfläche. Man braucht nur dem polternden Tonfall und den Hasstiraden gewisser Radiosprecher (auf dem bischöflichen Sender COPE etwa) zu lauschen, um in eine entsprechende Betrübnis zu verfallen. Zugleich aber hat die spanische Gesellschaft längst in andere Sphären abgehoben.
Manolo und die Hochgeschwindigkeit
Manolo ist ein Schrank von einem Menschen. So einer kann etwas vertragen, und er giesst die Knockandos denn auch serienweise und in Höchstgeschwindigkeit in sich hinein. Wenn er nicht gerade in einer G & T-Phase ist: dann heisst das Gift Bombay. Ich treffe Manolo fast täglich in der Bar Mudanzas, wo er sein Hauptquartier aufgeschlagen hat und auf seinen Einsatz wartet. Er ist nämlich ausserdem Stationschef der Estación de Francia. Gelegentlich klingelt sein Telephon, dann tritt er auf die Gasse hinaus und man sieht ihn dort gestikulierend, als dirigiere er direkt die Züge, in das in seiner Pranke winzig anmutende Handy reden. Manchmal zieht er ein Blatt Papier mit allerlei hingekritzelten Formeln und Diagrammen – die Weichenstellungen? – hervor, dann zieht er sich wieder auf seinen Hocker zurück, es sei denn, er trolle sich mit verdrossener Miene Richtung Bahnhof.

Die Estación de Francia, Baujahr 1929, ist ein Prachtexemplar der Eisenbaukunst. Als Bahnhof hat sie ihre Bedeutung allerdings weitgehend eingebüsst. Seit der 1992 abgeschlossenen Renovation verkehren hier nur noch wenige Züge, dafür wird sie jetzt für Events wie den Salón del Comic genutzt. 2007 soll endlich die Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid-Barcelona fertiggestellt und umgehend bis zur französischen Grenze verlängert werden. Das metropolitane Streckennetz wird auf zwei 7,3 Kilometer voneinander entfernte Pole konzentriert: die Bahnhöfe Sants und Sagrera, letzterer noch im Projektstadium. Der lineare Strang aus teils schon bestehenden, teils noch zu bauenden Tunneln, der sie verbindet, lässt den französischen Bahnhof im Abseits. Eines nicht zu fernen Tages wird der letzte Zug hier abfahren.
Zurzeit aber – eben weil die grässliche Estación de Sants nun für die Ankunft der Hochgeschwindigkeitszüge umgerüstet (und dabei hoffentlich etwas weniger unwirtlich gestaltet) wird – erlebt die Estación de Francia ihre zweifellos letzte Blüte. Die drei internationalen Nachtzüge nach Mailand, Zürich und Paris fahren nämlich seit einigen Wochen wieder hier ab, unter den wunderbar gekurvten Eisen- und Glasgewölben. Mein Saufkumpan Manolo ist gefordert. Ich garantiere in seinem Namen für sachgerechte Weichenstellung.
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Hier noch der bildliche Buy micardis online Nachweis für die Existenz des ferroviario - so heissen Eisenbahner auf spanisch - Manolo.
Die Estación de Francia, Baujahr 1929, ist ein Prachtexemplar der Eisenbaukunst. Als Bahnhof hat sie ihre Bedeutung allerdings weitgehend eingebüsst. Seit der 1992 abgeschlossenen Renovation verkehren hier nur noch wenige Züge, dafür wird sie jetzt für Events wie den Salón del Comic genutzt. 2007 soll endlich die Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid-Barcelona fertiggestellt und umgehend bis zur französischen Grenze verlängert werden. Das metropolitane Streckennetz wird auf zwei 7,3 Kilometer voneinander entfernte Pole konzentriert: die Bahnhöfe Sants und Sagrera, letzterer noch im Projektstadium. Der lineare Strang aus teils schon bestehenden, teils noch zu bauenden Tunneln, der sie verbindet, lässt den französischen Bahnhof im Abseits. Eines nicht zu fernen Tages wird der letzte Zug hier abfahren.
Zurzeit aber – eben weil die grässliche Estación de Sants nun für die Ankunft der Hochgeschwindigkeitszüge umgerüstet (und dabei hoffentlich etwas weniger unwirtlich gestaltet) wird – erlebt die Estación de Francia ihre zweifellos letzte Blüte. Die drei internationalen Nachtzüge nach Mailand, Zürich und Paris fahren nämlich seit einigen Wochen wieder hier ab, unter den wunderbar gekurvten Eisen- und Glasgewölben. Mein Saufkumpan Manolo ist gefordert. Ich garantiere in seinem Namen für sachgerechte Weichenstellung.
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Traumlos
In Cádiz spielte der FC Barcelona am Samstag den zwölften Sieg in Folge heraus: Clubrekord. Torverhältnis aus diesem sauberen Dutzend: 37:5. An den 37 Toren waren dreizehn verschiedene Spieler beteiligt, allen voran Eto’o und Ronaldinho, die mit 15 bzw. 10 Toren auch die Liste der Topskorer in der Liga anführen. Heute abend treten die beiden im Opernhaus Zürich auf: nicht um die Barça-Hymne «Tots al camp» zu singen, sondern weil sie zusammen mit Chelseas Frank Lampard als FIFA World Player des Jahres nominiert sind.
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Nächstes Jahr werden sich die drei in London wiedersehen, im Hinspiel der Champions-League-Achtelsfinals. Chelsea hat Barça vor einem Jahr knapp (with a little help from Collina) eliminiert. In Barcelona wurde die neuerliche Rencontre trotzdem als Traumlos gefeiert. Geht es dabei doch nicht nur um eine Revanche, sondern um die Auseinandersetzung zwischen zwei Fussballmodellen. Ein in einem ganzen wellbutrin sr Land verwurzelter Club, der diese Saison keinen Heller für Transfers ausgab, gegen einen von einem russischen Finanzjongleur hochgezüchteten Quartierverein. (Na ja, ganz so romantisch braucht man es ja nicht zu sehen.) Niemand in Barcelona unterschätzt den Widersacher, weder Chelseas Spieler noch die strategischen Teufeleien von Mourinho. Aber nach den letzten Vorstellungen darf man Barça zutrauen, jeden Gegner schwindlig zu spielen.
Nächstes Jahr werden sich die drei in London wiedersehen, im Hinspiel der Champions-League-Achtelsfinals. Chelsea hat Barça vor einem Jahr knapp (with a little help from Collina) eliminiert. In Barcelona wurde die neuerliche Rencontre trotzdem als Traumlos gefeiert. Geht es dabei doch nicht nur um eine Revanche, sondern um die Auseinandersetzung zwischen zwei Fussballmodellen. Ein in einem ganzen wellbutrin sr Land verwurzelter Club, der diese Saison keinen Heller für Transfers ausgab, gegen einen von einem russischen Finanzjongleur hochgezüchteten Quartierverein. (Na ja, ganz so romantisch braucht man es ja nicht zu sehen.) Niemand in Barcelona unterschätzt den Widersacher, weder Chelseas Spieler noch die strategischen Teufeleien von Mourinho. Aber nach den letzten Vorstellungen darf man Barça zutrauen, jeden Gegner schwindlig zu spielen.
18. Dezember 2005
Chrismust
Ich bin jedesmal fürchterlich gespannt auf die Krippe, die Anfang Dezember auf der Plaça Sant Jaume zwischen Barcelonas beiden Regierungspalästen aufgebaut wird, zwischen dem Ayuntamiento und der katalanischen Generalitat. Gibt es vielleicht eine interessantere Designaufgabe als eine Weihnachtskrippe? Einerseits strömen die traditionsbewussten Massen unweigerlich herbei, um den diesjährigen Entwurf volkskritisch unter die Lupe zu nehmen – vielmehr zu durchwandern, handelt es sich doch um eine jeweils einen Grossteil des Altstadtplatzes einnehmende künstliche Landschaft –; andererseits sind die Entwerfer gehalten, zugleich mit den Erwartungen des kommunen Vorstellungsvermögens die einer sich möglichst stilbewusst gebärdenden Stadt zu erfüllen.
Vor dieses Dilemma gestellt, liefert Barcelonas Designergilde Jahr für Jahr die denkbar wunderlichsten Buy remeron online Environnements. Leibhaftige Schafe blökten da – zur nicht leicht nachvollziehbaren Empörung der Tierschützer – wochenlang zwischen zur Unkenntlichkeit abstrahierten Marien- und Josephsfiguren. Vor einem Jahr bildeten photographische 1:1-Abbilder der realen Bevölkerung den Cortège, der eine Krippe erst zu einer Krippe macht: Engel, Hirten und Könige wurden durch die Silhouetten pakistanischer Butan-Austräger und mit Einkaufstüten beladener Shopper repräsentiert. Die Profanierung war nicht nach jedermanns Geschmack. Daher hat man sich heuer für einen moderateren Entwurf entschieden: einen von grünen Plexiglaswänden umfriedeten Bambushain (untrügliches Signal unbeirrbarer Modernität), in welchem in einem kubischen Schrein eine Krippe mit allerdings höchst konventionellen vergoldeten Figuren die barcelonesische Christenheit an sich vorbeiziehen sieht.

Im Gegensatz zu dieser munizipalen Krippe war Barcelonas weitere Weihnachtsdekoration bis vor zwei Jahren erstaunlich konventionell. Dann erging der Auftrag an einige namhafte Designer, die Ramblas, den Paseo de Gracia und einige weitere Einkaufsstrassen zeitgemäss zu schmücken. Die unverschämt zum Konsum einladenden Girlanden aus rot leuchtenden Einkaufstüten an der Achse Ferran-Jaume I wurden inzwischen wieder durch hübsche Neongehänge ersetzt.

Am Paseo de Gracia gehen hingegen Mariscals täppische, paketbeladene Figürchen in ihre dritte Saison, ebenso die grossen gelben, von der Tramontana mitunter bedenklich durchgeschüttelten Leuchtkugeln, die über den Ramblas baumeln. Ihr leicht orientalischer Touch scheint niemanden zu stören, und im Gegensatz zu Zürich bedurfte es nicht eines sieben Jahre währenden Prozesses, um sie aufzuhängen. Flankiert werden sie derzeit exquisiterweise Buy Flagyl ER Online von Günter Brus’ aktionszerspaltener Visage, Reklamen für seine Retrospektive im Museu d'Art Contemporani.

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Im Gegensatz zu dieser munizipalen Krippe war Barcelonas weitere Weihnachtsdekoration bis vor zwei Jahren erstaunlich konventionell. Dann erging der Auftrag an einige namhafte Designer, die Ramblas, den Paseo de Gracia und einige weitere Einkaufsstrassen zeitgemäss zu schmücken. Die unverschämt zum Konsum einladenden Girlanden aus rot leuchtenden Einkaufstüten an der Achse Ferran-Jaume I wurden inzwischen wieder durch hübsche Neongehänge ersetzt.
Am Paseo de Gracia gehen hingegen Mariscals täppische, paketbeladene Figürchen in ihre dritte Saison, ebenso die grossen gelben, von der Tramontana mitunter bedenklich durchgeschüttelten Leuchtkugeln, die über den Ramblas baumeln. Ihr leicht orientalischer Touch scheint niemanden zu stören, und im Gegensatz zu Zürich bedurfte es nicht eines sieben Jahre währenden Prozesses, um sie aufzuhängen. Flankiert werden sie derzeit exquisiterweise Buy Flagyl ER Online von Günter Brus’ aktionszerspaltener Visage, Reklamen für seine Retrospektive im Museu d'Art Contemporani.
9. Dezember 2005
Die gläserne Natur
Sie werden schlicht die Pavillons genannt: ihrer fünf nur, aber zusammen bilden sie eines der eigenartigsten Hotels, die es auf der Welt geben dürfte. Dabei sind sie lediglich ein - unlängst eröffneter - Annex zum michelingestirnten Restaurant Les Cols, zu deutsch die Kohlköpfe - ein Hinweis Cipro Online darauf, dass wir hier auf dem Land sind, genauer in der Garrotxa, einer vulkanischen Landschaft etwa hundertzwanzig Kilometer nördlich von Barcelona. Schon das umgebaute Restaurant hatte nicht nur seiner Küche wegen Aufsehen erregt. Wie im Fall der Pavillons, stammt der Entwurf von den in derselben Provinzstadt Olot ansässigen Architekten RCR Aranda Pigem Vilalta, deren subtiler Minimalismus, etwa das Haus für eine Coiffeuse oder die Casa Mirador,
längst zum Standardfutter internationaler Architekturzeitschriften gehört.
Ob die Pavillons mit ihren gläsernen Böden - darunter eine Art Lavalandschaft -, ihren gläsernen Wänden und Decken ein «gläserner Schrecken» (so der Titel von Josep Quetglas' Essay über Mies' Barcelona-Pavillon) sind oder, von allem Firlefanz der Zivilisation geläutert, die Gäste in jene meditativbe Naturnähe versenken, die sich die Architekten vorstellten, kann jedermann zum Preis von 240 Euro selbst herausfinden. Auf jeden Fall wird er in Les Cols wunderbar essen.
30. November 2005
Kult der Technik
Ende November wurde der leistungsstärkste Computer Europas, Marenostrum genannt, vom BSC (Barcelona Supercomputing Center) an der Universitat Politécnica de Catalunya in Betrieb genommen. Weltweit steht er allerdings je nach Berechnungskriterien lediglich an vierter oder achter Buy tamiflu online Stelle. Standort des Superrechners mit seinen 4564 parallel geschalteten Female Viagra Online Prozessoren ist kurioserweise eine alte Kapelle, die zu einem als Torre Girona bekannten Anwesen im Viertel Pedralbes gehörte. Bis in drei Jahren will das BSC über einen 25 mal leistungsstärkeren Supercomputer verfügen.
14. November 2005
Miralles revisited
Der Künstler David Bestué stellt in der Sala Montcada der Fundación "la Caixa" eine interessante Arbeit über verschiedene Bauten von Enric Miralles aus. Neben einen Modell des 1990 beim Bau eingestürzten (aber 1993 nach einem veränderten Buy Buy Prednisone Online elavil Projekt eröffneten) Sportpalastes in Huesca sind es vom Künstler kommentierte Photos, in denen er die Intentionen des Architekten mit dem mittlerweile von den Benutzern übernommenen und teils veränderten Ergebnis in Beziehung setzt, und dies ebensoviel ebenso liebevoll wie respektlos.
Zwei postume Projekte des vor fünf Jahren gestorbenen Architekten stehen inzwischen, ausgeführt von seiner Partnerin Benedetta Tagliabue, kurz vor der Vollendung. Bereits eröffnet wurde der Markt Santa Caterina, in Kürze wird auch der Hauptsitz des Energiekonzerns Gas Natural bezogen werden. Wir werden auf die beiden Bauten zurückkommen.
20 000 Stunden Videokunst
Von wegen Festivalitis: dieser Tage sucht das Festival Internacional de Videoarte Buy cardura online Loop die Stadt mit über 20 000 Stunden Videokunst von Viagra Super Active+ Online rund 350 Künstlern heim, gleichzeitig findet das 12. Festival für unabhängiges Kino l'alternativa statt. Trink, Auge, was die Wimper hält!
Dachbänder für Bücher
Von den künftigen Benutzern sehnlich erwartet, gestern endlich eröffnet: Die Biblioteca Jaume Fuster an der Plaça Lesseps. Mehr als einfach eine grosse Quartierbibliothek, ist es eine wunderbare promenade architecturale unter den sich vom Vordach emporziehenden, den Bersucher auch im Innern begleitenden Dachbändern. Entworfen wurde der Bau von Josep Llinás, einem nicht eben auf Medienpräsenz versessenen, in Barcelona und Umgebung dafür allmählich ein umso beachtlicheres Werk schaffenden Architekten.
7. November 2005
Aus Schneeflöckchen wird eine afrikanische Edelkastanie
Kein einziges Design-Posting bisher in diesem Blog - und nun fangen wir launischerweise sozusagen am Ende an, bei der Graburne der barcelonesischen Designer Azuamoliné (www.azuamoline.com). Buy rulide Das urnaBios (www.urnabios.com) genannte Objekt wird von barcelonesischen Strafgefangenen hergestellt, enhält den Samen eines beliebigen Baums (der Friedhof der Zukunft wäre mithin ein Mischwald?) Buy Diflucan Online und einer der ersten so bestatteten Erdenbewohner war laut Le Monde
der weisse Gorilla Copito de Nieve oder Schneeflöckchen, der letztes Jahr im Zoo von Barcelona gestorben ist.
der weisse Gorilla Copito de Nieve oder Schneeflöckchen, der letztes Jahr im Zoo von Barcelona gestorben ist.
18:1
In der letzten Minute gelang Getafe im Heimspiel gegen Barça noch das Ehrentor zum 1:3 - schade um das schöne Torverhältnis von 18:0, das für Barça sonst aus den letzten fünf Spielen resultiert hätte. Real Madrid hat seinerseits mit einem zweiten Panalty - den ersten verschoss Robinho - ein 1:0 gegen Zaragoza ermurkst. In zwei Wochen steigt die Classique im Estadio Bernabeu...
2. November 2005
ZRH-BCN
Zwei private Architekturfakultäten, die der Hochschule für Technik Zürich HSZ-T und die 1903 gegründete und seit 1991 zur Universität Ramon Lllull gehörende technische Hochschule La Salle in Barcelona, haben heute ihr erstes gemeinsames Projekt gestartet. Eine Gruppe von über fünfzig Lehrern und Schülern sind aus Zürich nach Barcelona gereist. Nicht nur die Entwurfsorte des anstehenden Buy micardis online Jahreskurses der HSZ-T liegen in Barcelona, sondern längerfristig soll zwischen den beiden Hochschulen ein Austausch in der Lehre, der Forschung sowie als individueller Studentenaustausch möglich werden. Koordinator dieser Aktivitäten ist Hans Geilinger, Professor für Städtebau und Architektur an der HSZ-T und zugleich in Barcelona praktizierender Architekt.
Für ihre Semesterarbeit Buy Viagra Online haben sich die Zürcher Studenten mit einem besonders interessanten Areal auseinanderzusetzen: der Nova Bocana genannten Aufschüttung bei der neuen, den Sport- und Passagierschiffen vorbehaltenen Hafenausfahrt. Hier war ein Hotel von Ricardo Bofill geplant, ein etwa hundert Meter hohes Gebäude in Form eines Segels. Gegen ein so schales Sinnbild liefen in Barcelona zahlreiche Kritiker Sturm, und dass nun eine Zürcher Architekturklasse für das Grundstück neue Entwürfe vorlegen kann, ist vielleicht ein Indiz dafür, dass Bofills Projekt gestorben ist. Auf seiner Website zeigt er jedenfalls nicht einmal mehr ein Bild davon.
Für ihre Semesterarbeit Buy Viagra Online haben sich die Zürcher Studenten mit einem besonders interessanten Areal auseinanderzusetzen: der Nova Bocana genannten Aufschüttung bei der neuen, den Sport- und Passagierschiffen vorbehaltenen Hafenausfahrt. Hier war ein Hotel von Ricardo Bofill geplant, ein etwa hundert Meter hohes Gebäude in Form eines Segels. Gegen ein so schales Sinnbild liefen in Barcelona zahlreiche Kritiker Sturm, und dass nun eine Zürcher Architekturklasse für das Grundstück neue Entwürfe vorlegen kann, ist vielleicht ein Indiz dafür, dass Bofills Projekt gestorben ist. Auf seiner Website zeigt er jedenfalls nicht einmal mehr ein Bild davon.
25. Oktober 2005
Art Futura
Die Cyberpunk-Ikone Bruce Nolvadex Online Sterling spricht zur Eröffnung von Art Futura am 27. Oktober auf voraussichtlich witzige Art über das Design von Gegenständen, so wie er es in seinem jüngsten Buch Shaping Things getan hat. Das Festival elektronischer Kunst im Mercat de les Flors präsentiert bei seiner wellbutrin sr 16. Ausgabe unter anderem eine Auswahl der besten Animationsarbeiten in 3D. Das audiovisuelle Programm wird gleichzeitig in Museen in Granada, León, Vigo, Murcia, Vitoria, Santa Cruz de Tenerife, Palma de Mallorca und Madrid gezeigt.
Sterlings heuitiger Blog-Eintrag:
Beyond the Beyond
Tuesday, 25 October 2005
Well, I'm off to Europe for a week
Mood: special
Now Playing: got the bags packed, time to hit the globalista road
http://www.artfutura.org/
I always wanted to go to Art Futura
*When and if I manage to get wheels-down in Barcelona, you
can expect the customary BEYOND THE BEYOND photographic
bounty of foreign doorknobs and manhole-covers.
Manhole-covers sind, was man in Zürich Dollendeckel, in Bern Senklochdeckel und im weiteren deutschen Sprachraum Kanaldeckel nennt.
Vielleicht könnte man auch mal einen Denklochdeckel erfinden.
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Vielleicht könnte man auch mal einen Denklochdeckel erfinden.
Haiteich
Bis am 30.Oktober dauert die heute eröffnete Immobilienmesse Barcelona Meeting Point, die 1000 Firmen der Branche vereinigt und zu der 180 000 Besucher erwartet werden. In dem Land, das bis zu 40 Prozent der Bautätigkeit in der EU konzentriert, Cialis Online in dem fünf oder sechs der zehn grössten Bauunternehmen des Kontinents Buy remeron online tätig sind und in dem Immobilienbesitz eine Art Volkssport geworden ist, strebt natürlich auch die betreffende Messe nach Rekorden.
All The Tired Horses In The Sun
In Madrid wurde dieses Wochenende eine Ikone der Moderne wiedereröffnet, das Hipódromo de la Zarzuela von Eduardo Torroja. 1935-36 erbaut, aber wegen des Bürgerkriegs erst 1941 eingeweiht, lag die Rennbahn nach dem Bankrott der Betreiberfirma seit 1996 still. Nun können die Pferde-Aficionados wieder im Schatten der renovierten, hocheleganten Tribünendächer Platz nehmen.
24. Oktober 2005
Die Konstruktion des Desasters
Manuel Fraga war ein politisches Relikt aus den Zeiten des Diktators Franco, welchem er in den 60er Jahren als Informationsminister gedient hatte. Später gründete er den konservativen Partido Popular, bevor er desen Leitung dem nachmaligen Präsidenten Aznar überliess und sich in seine Heimatregion Galicien zurückzog, wo er, 83jährig, im Januar 2005 zu seiner fünften Wiederwahl als Regionalpräsident antrat – und verlor.
Nun Buy tamiflu online haben seine Nachfolger die Rechnungsbücher über jenes noch unvollendete Bauwerk geöffnet, an das man sich laut Fragas Worten dereinst erinnern wird „wie in der Antike an die sieben Weltwunder“, und das – aus ganz anderer Warte – Kurt W. Forster als „Supernova“ der Architektur bezeichnet hat: die Cidade da Cultura de Galicia in Santiago de Compostela. 1999 hatte Peter Eisenman den Wettbewerb mit einem allerdings verblüffenden Entwurf gewonnen. Der Grundriss der Altstadt – s. Modellbild – erinnerte den Architekten an eine Jakobsmuschel, und in den ihr gegenüberliegenden Monte de las Gaias eine ebensolche zu kerben, Santiagos casco antiguo mithin als moderne Stadt gleichsam noch einmal zu bauen, dies schwebte Eisenman vor.
Im Herbst 2002, anderthalb Jahre nach Baubeginn, wurde klar, dass das pharaonische, in den Berg gleichsam eingelassene Werk schwerlich wie vorgesehen 2005 fertiggestellt werden könnte, und die auf Eile erpichte Regionalregierung entzog Eisenman einen Teil der Kontrolle über den Bau. Von Spöttern wurde die Cidade da Cultura da längst als „Fragas Mausoleum“ bezeichnet. Aufnehmen soll sie zwei Museen, eine Bibliothek, ein Zeitungsarchiv und eine Oper. Was ein Operntheater in der Grösse des Lincoln Center in einer Stadt von 100 000 Einwohnern verloren hat, blieb ebenso schleierhaft wie der Sinn eines gigantischen Zeitungsarchivs im Zeitalter von Internet.
Bis heute konnte keiner der fünf Teile eröffnet werden. Hingegen herrscht nun Klarheit darüber, dass sich das ursprüngliche Budget Amoxil Online von 120 Millionen Euro mindestens vervierfachen wird. Bereits ausgegeben worden sind 373 Millionen. Fragas Nachfolgeregierung zerbricht sich einstweilen den Kopf darüber, wie sie den Bau zu einem glücklichen Ende bringen könnte. Verkalkuliert haben sich ja, weit mehr als der Architekt, die megalomanischen Politiker, und es wäre zweifellos schade, wenn ein so fabelhaftes (und weit fortgeschrittenes) Projekt nun mutiliert würde.
Sagrada Térmica
Kleine Verwechslung: Die Vereinigung katalanischer Fremdenführer hat Klage wegen unlauterer Konkurrenz erhoben, namentlich durch russische Reiseführer, die Touristen an der Costa Dorada ködern und per Car nach Barcelona verfrachten, um ihnen die Sehenswürdigkeiten Buy elavil der Stadt zu zeigen. Ihre Kenntnisse seien jedoch teils so beschränkt, dass unlängst ein Guide seiner Kundschaft die Central Térmica del Besós als Gaudís Sagrada Familia präsentiert habe.
17. Oktober 2005
Calatravalandia
Es ist vollbracht: mit Buy cardura online dem Opernhaus Palau de les Arts konnte am 8. Oktober das vierte und letzte, spektakulärste und wohl auch groteskste Teilstück der Ciutat de les Arts y de les Ciències in Santiago Calatravas Heimatstadt Valencia eingeweiht werden.

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16. Oktober 2005
Tragischer Ramadan
Das katalanische Dorf Piera leben ungefähr 600 Marokkaner. Fünf von ihnen sind am Samstag beim Einsturz eines Hauses ums Leben gekommen. Das aus dem 18. Jahrhundert stammende Gebäude war Buy Topamax Online aralen online von einem Immigranten gekauft worden, der 1999 hier ansässig wurde. Er machte gute Geschäfte, kaufte ein zweites Haus für sich und stellte das andere Neuankömmlingen aus seiner Heimat zur Verfügung. Die Unglücklichen weilten erst seit wenigen Wochen in Spanien, nachdem sie einer Schlepperbande je 8000 Euro entrichtet hatten. Die Abklärungen über den Grund des Einsturzes, der sich nachts um drei zutrug, sind noch im Gange.
15. Oktober 2005
Brunelleschi a Barcellona
Der Journalist Ignacio Vidal-Folch macht heute in seinem Geheimmuseum in El País auf etwas aufmerksam, das den meisten Barcelonesen bisher zweifellos entgangen ist. An der Kreuzung Balmes/Mitre, zweier Traumrouten des barcelonesischen Dahingleitens per Automobil, erhebt Buy mobic online sich über einem typischen Wohnhaus der vierziger Jahre eine Kuppel, die eine Hommage an Brunelleschis cupolone in Florenz ist.
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10. Oktober 2005
Wenn Messi kommt
Wie der Leser Rrr zur Kulturfestivalitis feinsinnig anmerkt, fehlt Barcelona „vielleicht einfach das sportive Element?“ Es fehlt natürlich nicht der Stadt, sondern dem Blog, und dem sei umgehend abgeholfen mit der neuen Rubrik Barça Barça Barça, in der ab sofort über fútbol, umgangssprachlich auch fumbo oder furbo genannt, berichtet wird.
Buy rulide href="http://markus-jakob.net/wp-content/uploads/2010/07/mob40_1128967397.jpg">
Auf der Homepage des Fc Barcelona lese ich gerade, dass Messi gestern endlich sein erstes Spiel mit der argentinischen Auswahl bestreiten konnte, nachdem sein Début vor einigen Wochen insofern missraten war, als er bei der ersten Ballberührung die rote Karte sah. Ganz anders in diesem Spiel gegen Peru, in dem er wie nicht anders zu erwarten glänzte, den Penalty zum Führungstreffer provozierte und einmal mehr die Erwartungen der Argentinier anheizte, die in Messi wenn nicht den Messias, so doch den neuen Maradona sehen. Entzückt über solche Nachrichten ist aber natürlich auch die Barça-Anhängerschaft, denn der 18-jährige Wunderknabe bildet ja ab sofort, seit er den spanischen Pass erhalten hat, zusammen mit Ronaldinho und Eto’o das infernalischste Angriffstrio des Weltfussballs. (Und auf dem Ersatzbänklein brennen so fabelhafte Stürmer wie Giuly, Larsson, Ezquerro und Maxi auf ihren Einsatz.)
Lionel Messi war im zarten Alter von dreizehn Jahren aus Argentinien nach Barcelona gekommen. Kaum habe ihn Charly Rexach bei der Nachwuchsinspizierung den Ball berühren gesehen, soll der alte Barça-Haudegen ausgerufen haben: „Nehmt den Knirps unter Vertrag, aber subito!“ Inzwischen hat der FC Barcelona seinen Vertrag bis ins Jahr 2014 verlängert und eine Ablösesumme von 150 Millionen Euro festgelegt.
Alle reden von Messi, aber das nächste Wunderkind ist auch schon geboren, und zufällig gehört es auch Barça. Bei der U-17-Weltmeisterschaft führte es vor einer Woche Mexiko im Endspiel gegen Brasilien zum Titel. Der Bursche heisst Giovanni dos Santos, Sohn des Zizinho genannten Buy Zithromax Online brasilianischen Fussballidols, der eine Mexikanerin geheiratet und seine Karriere in Monterrey beendet hatte, wo Gio 1989 geboren wurde. In einem Communiqué der FIFA wird er wie folgt geschildert: „Dieser linksfüssige Klon von Ronaldinho hat das Publikum mit seinen elektrisierenden Läufen und seinen millimetergenauen Pässen begeistert.“ Arsenal, Chelsea und ManU sind hinter ihm her, aber unter Vertrag steht er vorderhand beim FC Barcelona.
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