Die Estación de Francia, Baujahr 1929, ist ein Prachtexemplar der Eisenbaukunst. Als Bahnhof hat sie ihre Bedeutung allerdings weitgehend eingebüsst. Seit der 1992 abgeschlossenen Renovation verkehren hier nur noch wenige Züge, dafür wird sie jetzt für Events wie den Salón del Comic genutzt. 2007 soll endlich die Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid-Barcelona fertiggestellt und umgehend bis zur französischen Grenze verlängert werden. Das metropolitane Streckennetz wird auf zwei 7,3 Kilometer voneinander entfernte Pole konzentriert: die Bahnhöfe Sants und Sagrera, letzterer noch im Projektstadium. Der lineare Strang aus teils schon bestehenden, teils noch zu bauenden Tunneln, der sie verbindet, lässt den französischen Bahnhof im Abseits. Eines nicht zu fernen Tages wird der letzte Zug hier abfahren.
Zurzeit aber – eben weil die grässliche Estación de Sants nun für die Ankunft der Hochgeschwindigkeitszüge umgerüstet (und dabei hoffentlich etwas weniger unwirtlich gestaltet) wird – erlebt die Estación de Francia ihre zweifellos letzte Blüte. Die drei internationalen Nachtzüge nach Mailand, Zürich und Paris fahren nämlich seit einigen Wochen wieder hier ab, unter den wunderbar gekurvten Eisen- und Glasgewölben. Mein Saufkumpan Manolo ist gefordert. Ich garantiere in seinem Namen für sachgerechte Weichenstellung.
Hier noch der bildliche Buy micardis online Nachweis für die Existenz des ferroviario - so heissen Eisenbahner auf spanisch - Manolo.
Die Universitat Pompeu Fabra hat sich auch seit einigen Jahren in die Estacio Sants eingemietet (immer noch?). Ich hatte die Ehre ein Jahr lang von meinem Arbeitsplatz aus direkt in die wunderschöne Bahnhofshalle zu blicken und ankommenden Züge, pulisierende Raves und Filmdrehs zu beobachten.
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