To make a long tale short: Ich lebe seit Jahren auf einer Baustelle. Erst war’s das Haus, in dem ich zur Miete wohne, das praktisch entkernt wurde. Meine Wohnung blieb als einzige so wie sie war: ein Museumsstück nunmehr.
Es waren die Jahre zwischen dem 1860 angenommenen Plan Cerdá und der Weltausstellung, die 1888 auf eben diesem Gelände stattfinden sollte. Cerdás Stadterweiterungsplan war jenem Fontserés vorgezogen worden. Ein Jahrzehnt später aber konnte dieser seine zwar konventionelleren, zeremonielleren, in konstruktiver Hinsicht indessen sehr modernen Vorstellungen trotzdem grossräumig verwirklichen, ohne auf Cerdás Plan Rücksicht zu nehmen, zudem auf einem für die Stadt in mehrerer Hinsicht bedeutungsvollen Gelände: dem der vormaligen, von den Bourbonen errichteten Festung (daher der Name Parc de la Ciutadella). Ihr hatte seinerseits nach der katalanischen Niederlage im Spanischen Erbfolgekrieg 1714 ein ganzes Altstadtviertel weichen müssen – ein höchst symbolträchtiger Urbanizid, auf den dieser NZZ-Artikel über den Mercat del Born etwas näher eingeht (im Bild der gegenwärtige Zustand).
Stadtplaner sehen das anders, ebenso – seit sich das angrenzende Altstadtquartier zum Modeviertel und Liebkind der Immobilienbranche entwickelt hat – Investoren und Promoter. Es war die Stadt selbst, die das fragliche Grundstück (nebst zwei weiteren am Paseo) vor einigen Jahren an den Meistbietenden verkauft hat: zu einem Preis, der damals schon Wohnungen à 6000 Euro pro Quadratmeter voraussehen liess. Inzwischen dürfte ein 100-Quadratmeter-Apartment hier fast eine Million kosten.
Lange hatte sich meine Nachbarschaft aus ziemlich seltsamem Gelichter zusammengesetzt. Dann hatte ich überhaupt keine Nachbarn mehr. Nun werden lauter Bobos hier einziehen. (Heute fand ich im Treppenhaus einen Brief für einen gewissen Thierry Ququ, der schon Post erhält, bevor er seine Wohnung im Prinicipal bezogen hat. Die ersten neuen Nachbarn, die ich mit eigenen Augen sah, waren zwei homosexuelle Briten mit einem Kleinkind.)
Das wird auch im Nachbarhaus nicht anders sein, dessen Rohbau nun vollendet ist. Noch vor einem Jahr scharrten hier Scharen von Archäologen, die den Bau zwar nicht verhindern konnten, aber die Architekten doch zu einer ziemlich vertrackten Fundamentierung nötigten, um die spätmittelalterlichen Ruinen zu verschonen, welche zuletzt – ich traute meinen Augen nicht – sorgsam in weisse Planen gehüllt wurden, so dass in hundert Jahren, wenn es dann noch Altertumsforscher gibt, ein Kollege die altkatalanischen Trümmer wieder in Augenschein nehmen kann. Ruinenbegeisterung nennt man das.
Dann begann der Bau zu wachsen. Monatelang durfte ich tagein tagaus dem Zusägen der Schalbretter lauschen, und endlich erreichte das Skelett das vierte Geschoss und wurde mit einem Attiko abgeschlossen, das mir nun das Entrée, die Küche und das Bad verdunkeln wird. Meine eigene Wohnung ist fast zwanzig Meter tief, die heutige Bauordnung gestattet hingegen nur noch zwölf Meter – unglücklicherweise gerade genug, um den kleinen Lichthof zu schliessen, auf den die zentralen Teile der Wohnung gehen. – Weitere Bilder des Baufortschritts in dieser Galerie.
Marc tu página está muy bien. En serio está muy bien.
AntwortenLöschenY además haces unas fotos muy buenas, yo diría que serían perfectamente publicables en cualquier revista de arquitectura, de turismo. Son unas fotos realmente increibles.
Un saludo,
servando
NOTA- Espero que la traduzcas al español e inglés. No cambiaría nada. Ni un punto
Hallo Markus Jakob!
AntwortenLöschenEin spannender Blog, aber wo finde ich die email Adresse an Dich?
Ich würde gerne mit Dir in Kontakt treten, weil ich eine spannende Holzbaustelle suche und Du scheinst ja einen tollen Überblick zu haben.
Wäre klasse, wenn Du mich kurz anmailen würdest!
Schöne Grüße
Dominik Obertreis