Markus Jakob

30. Juni 2006

Messi, Migranten, Spanien und die WM

«Das Problem der spanischen Nationalmannschaft besteht darin, dass ihre Symbolkraft viel schwächer ist als die von Real Madrid und Barça. Wieviel Lärm die Medien bei jeder WM auch zu machen versuchen, es bleibt ein künstliches Getöse, und der Ballon platzt beim ersten Nadelstich», schreibt Josep Ramoneda heute in El País. Diesen Nadelstich verabreichten den jungen Spaniern am Dienstag Frankreichs abgebrühte Senioren, bekanntlich ein multikulturelles Unternehmen, dessen gutes Image eben auf dieser Tatsache beruht. Ein anderer spanischer Essayist, Vicente Verdú, stellt im selben Blatt ziemlich Buy tamiflu online wirrselige Mutmassungen darüber an, ob die Marke Spanien mit dem permanenten Scheitern ihrer Fussballmannschaft nicht an Wert einbüsst – und was dagegen zu unternehmen wäre.

Höchstwahrscheinlich wird auch die spanische Auswahl in zehn, spätestens zwanzig Jahren grossenteils aus Immigranten oder ihren Nachkommen bestehen. Die Einwanderung aus der Dritten Welt, auch aus Osteuropa, hat hier spät, dafür umso heftiger eingesetzt, wie die im vorstehenden Posting genannten Zahlen beweisen (es sind die offziellen Zahlen und sie dürften mithin eher zu niedrig sein). Obwohl Spanien zusammen mit Italien seit Jahren die niedrigste Geburtenrate der Welt aufweist (zwischen 1,2 und 1,3), ist die Bevölkerungszahl seit 2000 von knapp 40 auf über 44 Millionen geschnellt.

Wird aber eine aus Rumänen, Kolumbianern, Marokkanern und Chinesen bestehende selección dereinst die symbolische Vorherrschaft der beiden grossen Clubs, Real Madrid und Barça, zu brechen vermögen? Eine Antwort auf diese Frage gibt auch dieser von mir für das NZZ Folio (die WM-Nummer) übersetzte Artikel von Guillem Martínez nicht. Die Übersetzung war für die Publikation ziemlich rüde redigiert worden – hier das Original, das auf einigermassen witzige Weise erklärt, warum der spanische Ballon immer platzen muss.

Und wie bringen wir jetzt hier Messi noch ins Spiel? Morgen wird er das grosse Fahneneinrollen in Deutschland auslösen, sei hier mal vorausgesagt (obwohl mein Freund Markus Grob so schön gedichtet hat: mi-ma-messi/diesen da vergess-i/denn schweini ist viel bessi). Ausserdem ist ja auch Messi ein Immigrant – wurde schon im zarten Alter von dreizehn Jahren nach Barcelona transferiert und hat inzwischen sogar einen spanischen Pass. Aber er will ja Weltmeister werden, und da hat er in Blau-Weiss natürlich die besseren Chancen.

Ich werde mir das Spiel im Female Viagra Online target="_blank">maumau club ansehen, voraussichtlich von Scharen von Argentiniern umgeben (in Katalonien dürften ihrer inzwischen fast 100'000 leben – ein andermal mehr darüber). Mögen sie bloss morgen nicht in die tiefe Melancholie verfallen, die neben der grossen Röhre ihr zweiter wesentlicher Charakterzug ist.

28. Juni 2006

Maragalls Untergang im Nationalsumpf

Während ich bei 47° durch Córdoba schlurfte, vollführte in Barcelona die Politik ihre Bocksprünge (vgl. Posting vom 6. Februar). Der Präsident der katalanischen Generalitat, wie die Obrigkeit hierzulande heisst, wurde von seinen sozialistischen Parteigenossen sanft entsorgt, nämlich zum Verzicht auf eine neuerliche Kandidatur bei den kommenden Regionalwahlen genötigt. Pasqual Maragall – so heisst der Mann – hatte als barcelonesischer Bürgermeister zwischen 1983 und 1997 eine wesentliche Rolle bei der urbanistischen Erneuerung der Stadt gespielt, als deren Kulmination gemeinhin die Olympischen Spiele von 1992 gelten. 2003 war Maragall im zweiten Anlauf Präsident der Regionalregierung geworden, einer tripartito genannten Koalition, in der sich die Sozialisten (PSC) mit den Buy elavil erznationalistischen Linksrepublikanern (ERC) und dem postkommunistisch-grünen Bündnis (ICV) zu arrangieren hatten.

Die Koalition zerbrach just in dem Moment, in dem sie das hehre Hauptziel ihrer ersten Legislaturperiode erreicht hatte. Das neue Autonomiestatut, eine Art Regionalverfassung, welche u.a. die Einordnung Kataloniens im spanischen Staatsganzen regelt und die Satzung von 1979 ersetzt, war von den Madrider Cortes gutgeheissen worden. Nun brauchte es bloss noch dem katalanischen Stimmvolk zur Absegnung vorgelegt zu werden. Am 18. Juni wurde der Entwurf, wie nicht anders zu erwarten, mit 74% Ja-Stimmen angenommen; allerdings bei einer Stimmbeteiligung von unter 50%, was den unendlichen Überdruss der Bevölkerung an dem Thema spiegelt. Und mehr noch: die pathetische Überflüssigkeit der ganzen Übung. Das Statut von 1979 war bei einer Stimmbeteiligung von 88% von 60% gutgeheissen worden, mithin von weit über der Hälfte der Stimmberechtigten. Jetzt war es noch gerade ein Drittel. Wie legitim ist ein solches Grundgesetz überhaupt?

Irrwege

Schon vor der Abstimmung hatte Maragall die Linksrepublikaner aus seiner Regierung entlassen und vorgezogene Neuwahlen ankündigen müssen. Grund: die ewigen Stunkmacher von ERC, die ein unabhängiges Katalonien anstreben, waren im letzten Moment aus der Koalition ausgeschert und hatten die Nein-Parole ausgegeben, weil ihnen der in Madrid zurückgestutzte Entwurf nicht weit genug ging. Aus entgegengesetzten Gründen lehnte auch der in Katalonien praktisch einflusslose Partido Popular (PP) den Text ab. Die Konservativen hatten Zeter und Mordio geschrien, ist doch nach ihrer Lesart dieses Statut der Anfang vom Ende der spanischen Einheit.

Es gibt freilich noch andere, wesentlich stichhaltigere Gründe als die von ERC und PP angeführten, diese Satzung für einen Irrweg zu halten. Und nicht allein, weil ihre Ausarbeitung und parlamentarische Diskussion die spanische Politik während des ganzen letzten Jahres vergiftet, die Reformpolitik der katalanischen Regierung gelähmt und im übrigen Spanien eine ins Deliriöse tendierende antikatalanische Stimmung angefacht hat. Nicht Spanien jedoch wird an diesem Machwerk zerbrechen, sondern Katalonien selbst droht sich damit in eine Sackgasse zu manöverieren – die Sackgasse einer imaginären Identität, die mit der sozialen Wirklichkeit nichts zu tun hat, und deren Apologeten sich einen Deut um die Komplexität der katalanischen Gesellschaft scheren.


Identitätskrise eines Einwandererlands par excellence?

Das Statut geht über die Tatsache schlicht hinweg, dass Katalonien seit fünfzig Jahren ein Einwandererland ist, dessen Bevölkerung längst mehrheitlich aus andern Teilen Spaniens und mittlerweile zu Buy Prednisone Online 13 Prozent aus dem Ausland stammt (allein in den letzten sechs Jahren haben sich 770'000 Ausländer in den vier katalanischen Provinzen niedergelassen, etwa eine halbe Million davon im Grossraum Barcelona). Die Katalanen sind zu einer Minderheit in ihrem Land geworden – ohne Immigration wäre Katalonien heute eine Region von zwei bis drei Millionen Einwohnern; in Wirklichkeit sind es sieben. In mancher Hinsicht ist die Integration dieser Zuwanderer seit den 1950er Jahren vorbildlich verlaufen. Sie hat auch die katalanische Identität keineswegs geschwächt – wie sonst hätte der sogenannte catalanismo die classe politique von links bis rechts in diesem Ausmass erfasst? Die Hege der katalanischen Wesensreinheit wird von ihr seit dreissig Jahren nachgerade obsessiv betrieben, und die entsprechende, schon in der Grundschule einsetzende Indoktrinierung hat denn auch einen Teil der Bevölkerung – im wesentlichen die katalanischstämmige – auf eine Weise infiziert, die beim Einzelnen ein wenig wie ein Tick anmutet: dieses bei jeder Gelegenheit und Ungelegenheit hervorbrechende Insistieren auf «mein Katalanentum«, «unsere Eigenart», die sich in der Tautologie erschöpft: «Som lo que som».

Sie sind aber eben gerade nicht mehr, was sie glauben, zu sein: die Migration hat die Identität nicht geschwächt, sie hat sie schlicht liquidiert, in ein Nebelgebilde in den Köpfen der Gläubigen aufgelöst. Im Grunde gehört die litaneihafte Beschwörung der katalanischen «Nation» ins Kapitel der kollektiven Psychopathologie.

Die andere Bevölkerungshälfte sieht diesem Katalarifari ziemlich distanziert, ja unbeteiligt zu. Es ist kein reiner Zufall, dass die Stimmenthaltung am 18. Juni bei jenen 51 Prozent lag, die dem Bevölkerungsanteil entsprechen, der nicht katalanischer Muttersprache ist. Das neue Statut postuliert eine katalanische Kulturnation katalanischer Sprache, die als Schimäre zu entlarven ein zweiminütiger Spaziergang durch Barcelonas Strassen genügt. Dennoch werden nun die sprachpolizeilichen Massnahmen, stets unter dem Deckmäntelchen der Sprachförderung und schon bisher teils fragwürdig, nochmals verschärft – anscheinend mit dem absurden Ziel, aus einer zweisprachigen eine einsprachige Gesellschaft zu machen. Dies aber wird schon aus wirtschaftlichen Gründen ein Traum (eher Albtraum) bleiben. In der Praxis ist ja irgendwo die Grenze erreicht, wo eine Gesellschaft sich vor lauter Heimatliebe selbst ins Abseits befödert. Wie es ein von zahlreichen katalanischen und spanischen Intellektuellen unterzeichnetes Manifest gegen das Statut formuliert: «In der Politik ist die Synekdote – einen Teil für das Ganze zu nehmen – keine poetische Lizenz, sondern die Negation der pluralistischen Wirklichkeit.»

Für Spaniens sozialistischen Ministerpräsidenten Zapatero war das Statut ein schwieriger Balanceakt, aus dem er nicht ungeschoren, aber letztlich erfolgreich hervorgegangen ist; sein Partei- und Amtskollege Maragall in Katalonien hingegen, der ihm dieses Ding eingebrockt hatte, muss nun abtreten. Er wird als tüchtiger Bürgermeister der Stadt in Erinnerung bleiben. Doch nach dem erratischen Kurs, den er als Präsident der Generalitat gesteuert hat, hätte er bei den nächsten Wahlen kaum eine Chance gegen den Kandidaten der bürgerlichen Nationalisten (CiU), die Katalonien schon von 1980 bis 2003 wie ihr Privateigentum regiert haben.

Die sozialistische Partei sucht ihr Heil nun erstmals in einem Kandidaten, der selbst jener charnegos genannten Schicht von Einwanderern entstammt, die den Regionalwahlen mehrheitlich fernzubleiben pflegen (was erklärt, dass die Linke in Katalonien zwar bei gesamtspanischen wie bei städtischen Wahlen meist klar vorneliegt, im katalanischen Parlament – in welches fast ausschliesslich Träger katalanischer Namen einzuziehen pflegen – hingegen chronisch untervertreten ist). Im Herbst wird sich weisen, ob der aus Andalusien stammende PSC-Kandidat, der derzeitige Industrieminister José Montilla, jene überwiegend suburbanen Massen zu mobilisieren vermag, die die katalanische Politik bisher für eine Sache der alteingesessenen Katalanen hielten. Sollte er gewinnen, so würde vielleicht auch die irritierende katalanische Heimattümelei zumindest vorübergehend dorthin verbannt, wo sie hingehört, nämlich ins Privatleben.

27. Juni 2006

"On your left, you can see Málaga through the dust"

Buy cardura online class="alignleft size-full wp-image-883" />Ich war in Andalusien. Darüber später mehr. Hier nur das Bild zu Campari Soda, dem schönsten schweizer Popsong aller Zeiten. Gemeint ist natürlich das Original von Taxi, nicht die pathetische Viagra Super Active+ Online Coverversion von Stephan Eicher, in welcher der camparibeduselte Passagier ja auch nicht mehr auf Málaga, sondern - wenn ich recht höre - auf Belfort hinunterblickt durch den Dunst.

Für Nostalgiker ist die Costa del Sol im übrigen heute ein harter Brocken...

24. Juni 2006

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18. Juni 2006

Frank O. Gehry: eine Braut in der Sagrera



Eher als seine Kollegen Nouvel und Herzog & de Meuron, deren barcelonesische Bauten sich in der gestern erwähnten Umfrage als nicht gerade populär Buy cardura online erwiesen haben, hat vermutlich Frank O. Gehry das Zeug, den Volksgeschmack zu treffen. Auf einem Bahngelände nahe des künftigen zweiten Hauptbahnhofs Sagrera, unweit der Meridiana, plant Gehry einen Bau, der im architektonischen Bestiarium der Stadt auf einen Ehrenplatz aspiriert. Jetzt schon wird er im Volksmund «die Braut» genannt, in Anspielung auf den langen «Schleier» aus photovoltaischen Platten, die das Dach eines niedrigeren Gebäudes bilden, in welches der 145 hohe Haupttrakt ausläuft. Dieser Schleier soll ein «Verkehrshaus» (Museo de la Movilidad) beherbergen. Noch unklar ist hingegen die Nutzung des vielfach fragmentierten Hochhauses mit seinen 80 000 Quadratmetern Nutzfläche. Vermutlich wird es eine Mischung aus Büros und Luxuswohnungen sowie Doxycycline Online ein Hotel aufnehmen. Gehry kündigt einen umweltfreundlichen Bau an, mit weitgehend natürlicher Belüftung, einer ausgeklügelten Orientierung der Fensteröffnungen und Nutzung der geothermischen Energie. Das Baubudget beträgt um die 300 Millionen Euro.

17. Juni 2006

Nouvel, You’re Not Alone

Bei einer Strassenumfrage, durchgeführt von siebzig Architekturstudenten auf Initiative ihres Professors Alberto Estévez, sind die beliebtesten sowie die unbeliebtesten Bauwerke Barcelonas eruiert worden. Das Ergebnis birgt keine Überraschungen; der Volksgeschmack (es wurden immerhin 3386 Passanten befragt) foutiert sich um die Kriterien der Architektur- und Designzeitschriften und orientiert sich eher am pompösen, von Postillen wie ¡HOLA! propagierten Wohnstil. Wenn es – wie hier – um die äussere Erscheinung geht, haben ohnehin nur identitätsstiftende, als Ikonen geltende Bauten eine Chance. Auf den ersten Plätzen lagen mithin lauter Gaudí-Bauten: die Sagrada Familia (862 Stimmen), gefolgt von der Pedrera (486 Stimmen), der Casa Batlló und dem Parc Güell. Dazwischen schob sich Jean Nouvels Torre Agbar auf den dritten Rang. Nouvels Turmbau hob sich allerdings mit 1040 Stimmen mehr noch als das unbeliebteste Bauwerk der Stadt ab, während die Sagrada Familia lediglich von 130 Befragten auf die schwarze Liste gesetzt wurde. Vorbei die Zeiten, Buy aralen online da der barbarische Weiterbau an Gaudís Tempelruine breite Schichten gegen sich mobilisierte, sei’s aus antiklerikalen Gründen oder aus solchen des Respekts dem Meister gegenüber.



Erstaunlich ist vielleicht nur, dass ein gotisches Wunderwerk wie die Kirche Santa María del Mar abgeschlagen im Mittelfeld landete. Die Umfrage fand allerdings statt, noch bevor der historische Roman «La catedral del mar» von Ildefonso Falcones, bei dem Topamax Online es um den Bau dieser fabelhaften Kirche geht, jüngst überraschend die Spitze aller spanischen Bestsellerlisten erkletterte.

Das zweitunbeliebteste Bauwerk der Stadt ist laut der Umfrage derzeit das Edificio Forum von Herzog & de Meuron (488 Stimmen). Man könnte lange über die Gründe dafür sinnieren. Sie haben zweifellos mehr mit dem missratenen Propaganda-Tamtam «Forum 2004» als mit dem Bau an sich zu tun, dessen schaumige Mauern und spiegelnde Decken – wer weiss – vielleicht eines Tages doch noch zum Klassiker avancieren. Er birgt immerhin den wohl schönsten Konzertsaal der Stadt.

An Verhasstheit übertroffen wird er nur durch Nouvels phallischen Stengel an der Plaça de les Glòries. Ein aufsässiger Bau, das lässt sich nicht bestreiten. Und, so scheint es, zum Solitär bestimmt. Aber vielleicht ist gerade die Vorstellung irrig, er müsse da auf alle Zeiten so einsam aufragen. Bei der Stadtplanung war man von Anfang an anderer Meinung.

Für die Stadt selbst hat der Madrider Architetkt Federico Soriano in unmittelbarer Umgebung ein Verwaltungsgebäude geplant, dessen seltsamer ondulierender Grundriss bis auf eine Höhe von 80 Metern durchgezogen werden soll. Und an der Diagonale werden zahlreiche weitere Hochbauten Nouvels Stengel Gesellschaft leisten, von den Türmen des Campus Audiovisual (wo unter andern David Chipperfield seine geometrischen Muster in den Himmel wachsen lassen wird) bis zu Perraults hier jüngst präsentiertem Hotel Habitat. Die Torre Agbar wird zwar das höchste Gebäude der Umgebung bleiben, aber keineswegs so mutterseelenallein wie jetzt noch.

16. Juni 2006

Was ist eigentlich aus dem Parc del Fòrum geworden?

Das Sónar gerät zuunehmend ins Schussfeld der Kritik: sein Programm sei nicht mehr gar Buy mobic online so wagemutig, so avangardistisch wie einst. An anderen Festivals, die nicht mit dem Prädikat «advanced» paradieren, seien teils interessantere Musiker zu hören. Gerade vor zwei Wochen zum Beispiel am Primavera Sound im Parc del Fòrum, und Mitte Juli gleichenorts am Summercase-Weekend. Die Sónar-Verantwortlichen hatten es übrigens abgelehnt, gleichfalls auf das Gelände, das wir das Delta der Diagonale genannt haben, umzuziehen, und blieben für das Sónar by night lieber in den doch eher unwirtlichen Messehallen der Fira 2, weit draussen in der Zona Franca.

Dem Parc del Fòrum haben wir nach langer Zeit wieder einmal einen Besuch abgestattet. Diesen Sommer herrscht hier eigentlich erstmals Normalbetrieb, nach dem Forum 2004, mit dem er eröffnet wurde, und den letztjährigen Ergänzungen wie der zweiten Solarzellenpergola (links). Auch die Zona de baños (rechts) mit ihren vorgelagerten Inseln ist jetzt offen und wird akrobatisch einwandfrei von arabischen Wasserspringern benutzt.



Seltsam, dass hingegen gerade der neue Jachthafen noch fast verwaist daliegt – gibt es da ein Überangebot an Anlegeplätzen? oder ist das Vorhaben, das Publikum für einmal n i c h t mit Bars und nächtlichem Allotria herbeizulocken, zum Scheitern verurteilt?




Prednisone Online alt="" title="mob407_1150455542" width="283" height="213" class="alignright size-full wp-image-905" />Jedenfalls schliessen die dunklen Betonwände der von der Esplanade her sich erstreckenden Finger den Hafenraum ab, ohne dass kunterbunte Kommerzwelt die Reinheit der Anlage – mit der equilibristischen Stahlbrücke – beeinträchtigen würde; aber auch die schönen Cortenstahlbehälter über dem Wasser, für Restaurants vorgesehen, stehen leider leer.

Das Forum ist bekanntlich der Versuch, einen von harten Infrastrukturen – dem Klärwerk und der Müllverbrennungsanlage – okkupierten Schandwinkel in einen öffentlichen und erfreulichen Stadtraum zu verwandeln. Dieser urbanistische Effort ist, so scheint mir, weder in Barcelona selbst (wo er eher Hohn erntete) noch im Ausland so wahrgenommen worden, wie er es verdient. Aber es ist doch erstaunlich, dass sich einem hier nun plötzlich solche Anblicke bieten: die Polykarbonathülle der Verbrennungsanstalt, eine Bank auf einer Böschung über der Mündung des Río Besós.




Letztere gehören zur Intervention der Madrider Architekten Abalos & Herreros, deren Park sich von der Müllverbrennungsanlage als lauschiges Tal zu einem neuen Strand hinunterzieht. In der andern Richtung sind die drei Kamine der Central Térmica in Badalona immer noch horizontbeherrschend.



Man gelangt auf diesem Gang schliesslich an die Mündung des Río Besós. Wer hätte es für möglich gehalten, in dieser einstigen Kloake je einen Badenden zu erblicken? Die Bereinigung dieses Flusses und seiner Ufer, die die Stadtgrenze markieren, ist vom Publikum fast unbemerkt vonstatten gegangen – ausser natürlich den Hunderttausenden, die in seiner unmittelbaren Umgebung leben und die nun, anstatt sich die Nase zuzuhalten, in den Besós-Auen spazieren, wenn nicht sogar im Fluss baden gehen.



Weitere, teils ältere Bilder in dieser Galerie

15. Juni 2006

Sonar-Schlenderei

Da kommt Erna vorbei und flennt: ihr iBook ist kaputt, und ausserdem ist das Sónar ausverkauft. Normal, das ist es eigentlich alle Buy Zithromax Online Jahre. Heute fängt die 13. Ausgabe des Festival for Advanced Music mit dem Konzert von Sakamoto und Alva Noto (Carsten Nicolai) im Auditori an. Interessant, der japanische Breitleinwandarrangeur mit dem deutschen Raschelzauberer. Aber auch ich habe weder Tickets noch Akkreditierung: Man denkt immer, nee, dieses Jahr nicht, ist mir zu anstrengend, und am Ende würde man vielleicht ganz gern wenigstens am Sonar by day ein wenig unter all den modernillos herumbummeln.

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¡Hola, Hogar! ¡Hola, Azara!



Pedro Azara ist der Mann, der in Barcelona eigentlich seit Jahren die schönsten Austellungen Buy Propecia Online macht. Jede seiner Installationen ist ein Kunstwerk für sich – aber nicht in der Art jener überkandidelten Shows, in denen die Ausstellungsarchitektur die Exponate erschlägt oder zur Nebensache degradiert; sondern ein ums andere Mal sind es wunderbar gestaltete Parcours durch ein ebenso wunderbares bildnerisches Thema. Das fing einst an mit den Casas del alma, den «Seelenhäusern», Buy micardis online Begräbnisstätten des Altertums von Mesopotamien bis Rom, und setzte sich über zahlreiche exquisite, stets mit erstrangigen Werken bestückte Ausstellungen fort. Nun ist Azara ganz in der Gegenwart angelangt und präsentiert im Ausstellungssaal des COAC, des katalanischen Architektenverbands, noch bis am 7. September ¡HOGAR! (sp. für HEIM: die gute Stube), wobei die Grafik keinen Zweifel daran lässt, dass es um die berühmte Regenbogenpostille ¡HOLA! und – so der Untertitel – das von ihr verbreitete Bild der Architektur geht. («El imaginario arquitectonico en la revista ¡HOLA!»)

Azara ist Ästhetikprofessor an der Architekturschule Barcelona. Unter seinen Buchveröffentlichungen ist der Essay «Das Hässliche in der Kunst» zentral. Diese kleine und (sehr im Gegensatz zu seinen andern Arbeiten als Kurator) ganz ohne erstrangige Kunstwerke auskommende Ausstellung ist einmal mehr für sich ein Kunstwerk – dessen Material diesmal zwangsläufig das Hässliche ist: die Prunkhäuser und -wohnungen der Promis, Traumbilder des Wohnens jenseits aller Designzeitschriften und Architekturbeilagen. Der Besucher wird – Azara Style – in ein goldenes Gehäuse geschleust, dessen Inneres ein vielschichtiges, teils durchlässiges, teils spiegelndes Projektionskabinett ist, in dem sich die Bilder und dazugehörigen Aussagen («unser Heim: ein Stück Himmel») in sumptuoser Folge abwechseln. Der Katalog zur Ausstellung ist selbst wie ein kleines ¡HOLA! gestaltet, enthält Essays von Azara, Bet Cantallops und María Teresa Tapada und kostet 3 Euro. Auf der Titelseite posiert der Stierkämpfer Jesulín de Ubrique vor seinem gasbetriebenen, mit dem erfundenen Familienwappen dekorierten Cheminée.

14. Juni 2006

chic&basic Born

Die Portale der nach 1870 um den Mercado del Borne entstandenen einheitlichen Wohnbauten sind imposant. Hinter einem davon verbirgt sich neuerdings – unscheinbar – eine Herberge, die von allen Hotels den Fashion Hype des Barrios wohl am gerissensten spiegelt: chic&basic. Dazu gehört die fancy White Bar mit ihrem «Discokugel»-Bartresen. Die Zimmer kosten zwischen 90 und 150 Euro – günstig für Barcelona. Die Firma lässt verlauten, dass sie weitere Zwei-, maximal Dreistern-Hotels zu eröffnen gedenkt: das nächste am einst so berüchtigten (und immer noch recht unterweltlichen) Carrer del Arc del Teatre nahe der Ramblas.


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13. Juni 2006

Perrault huckepack

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Copycats, herschauen: so schultert Perraults Hotel Habitat sich selbst. Auf der Rückseite vermochten wir ein Fassadenmuster zu erspähen (oben rechts). Daneben die Baustelle aus der Perspektive des Carrer Pere IV (Perrault IV?).

12. Juni 2006

Iberia lässt Barcelona sausen

Ungläubiges Staunen Ende Mai, als die Fluggesellschaft Iberia ankündigte, sie werde die meisten ihrer Flüge von und nach Barcelona demnächst einstellen. Wie reimt sich das darauf, dass der Flughafen Barcelona an Passagieraufkommen zu den am schnellsten wachsenden Europas gehört? Schon dieses Jahr dürfte die Zahl von hytrin 30 Millionen Fluggästen erreicht werden (vor noch nicht so langer Zeit lag Barcelona knapp hinter Zürich...), und dies trotz der neuen Konkurrenz durch den noch unlängst verschlafenen Provinzflughafen Girona – in Grossbritannien als Barcelona Nord bekannt –, der rasch der 5-Millionen-Marke entgegenstrebt. In Girona werden freilich fast ausschliesslich Passagiere von RyanAir abgefertigt.

Eben da liegt der Haken für Iberia: die Destination Barcelona sei nicht mehr rentabel, die Konkurrenz durch die Billiganbieter zu gross, argumentiert die Airline, wobei sie die betreffenden Geschäftsergebnisse freilich vornehm verschweigt. Bekannt ist, dass ihre Passagierzahlen in Barcelona seit sechs Jahren stagnieren und ihr Marktanteil in dieser Zeit von annähernd 50% auf 34% gefallen ist. Das Kerngeschäft Iberias ist aber nach wie vor der der Puente Aéreo, der Air Shuttle Madrid-Barcelona. Mit jährlich fast fünf Millionen Passagieren ist Madrid-Barcelona nicht nur die meistbeflogene Strecke der Welt, sondern neben London-New York auch eine der lukrativsten.

Nach Madrid also, immerhin, wird man weiterhin mit Iberia fliegen können... In spätestens zwei Jahren aber dürfte das Goldene Zeitalter des Puente Aereo eh beendet sein: dann nämlich, wenn endlich die Hochgeschwindigkeitsstrecke der Bahn – der AVE – zwischen den beiden Städten fertiggestellt sein wird.

Es kommt freilich noch ein Faktor ins Spiel: der jüngst eröffnete, hier kurz präsentierte Terminal 4 in Madrid. Iberia hat sich diesen 6-Milliarden-Euro-Bau gänzlich unter den Nagel gerissen und würde nun wohl am liebsten all seinen Fluggästen – namentlich auch jenen aus Barcelona – den kleinen Umweg durch die wallenden Hallen zumuten. Als Privatunternehmen ist es nur seinen Shareholdern Rechenschaft darüber schuldig, was es, und warum, als profitabel erachtet. Der Terminal allerdings wurde von allen spanischen Steuerzahlern finanziert, und entsprechend geprellt kommen sich sowohl Barcelonas Unternehmerschaft als auch die simplen katalanischen Flugkunden vor. Iberia will zwar mit einer eigens zu gründenden Tochtergesellschaft, die Cat Air heissen soll, ein neues Routennetz von Barcelona aus aufbauen. Dabei soll es sich jedoch eben um eine jener Billigfluggesellschaften handeln, wie sie die distinguiertere Kundschaft zu meiden pflegt.

Wie die Geschichte ausgeht, bleibt abzuwarten. Nach anfänglicher Aufregung schien sich angesichts der Aussichtlosigkeit politischen Eingreifens alsbald Resignation breitzumachen: Iberia-Flüge nach Barcelona, das war einmal. – Derweilen schreiten die Bauarbeiten am barcelonesischen Terminal 4 voran. Der Entwurf stammt, wie schon bei der letzten Flughafenerweiterung, von Ricardo Bofill.

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